Schließen x

Anmelden

»Registrieren     »Passwort vergessen

Dienstag, 23. April 2019 Drucken

FCK

Festung „Betze“ als Selbstbedienungsladen

Von Oliver Sperk & Horst Konzok

Da ist Lennart Grill zum zweiten Mal machtlos. Merveille Biankadi erhöht auf 2:0 für Hansa Rostock.

Da ist Lennart Grill zum zweiten Mal machtlos. Merveille Biankadi erhöht auf 2:0 für Hansa Rostock. ( Foto: KUNZ)

Die dritte Heimschlappe in Serie sorgt beim 1. FC Kaiserslautern für eine Schockstarre. Nach dem 0:2 gegen Hansa Rostock ist die Westkurve, die Heimat der eingefleischten Fans, fast leer, als sich die Mannschaft zaghaft nähert, um sich für die Unterstützung zu bedanken. Ein emotionaler Tiefpunkt einer enttäuschenden Saison.

Der 1. FC Kaiserslautern ist nach einem Zwischenhoch erneut im Tief. Leistungsmäßig und stimmungsmäßig. Am Ostersonntag kassierte der Drittligist dank einer nach der Pause beängstigend schwachen Darbietung eine 0:2 (0:0)-Schlappe gegen den FC Hansa Rostock in der einstigen Festung Betzenberg, die so zum Selbstbedienungsladen verkommt. Der Sturm – isoliert und so erst recht ein Problemfall. Das Mittelfeld – ohne Tempo, ohne Kreativität, ohne Präzision und defensiv anfällig. Die Abwehr mit Schnelligkeitsdefiziten. Da sah dann bisweilen auch Carlo Sickinger wie ein Feuerwehrmann ohne Löschwasser aus. Die überfälligen Tore schoss Merveille Biankadi. Beim 0:1 war André Hainault einfach zu langsam, um den Pfeil im Hansa-Dress zu stoppen (55.). Zehn Minuten später spielte Cebio Soukou Katz und Maus mit der Abwehr, Biankadi vollendete und ließ dem guten Torwart Lennart Grill keine Chance. „Dass die Zuschauer früher gehen, dass sie pfeifen, das haben wir uns verdient mit diesem Spiel“, sagte Grill. „Wir müssen aus den Fehlern lernen. Wir machen ja genug“, befand Kapitän Hainault.

Nach der Pause nur noch eine Chance

Die Torannäherungen des FCK – spärlich: Florian Pick, umtriebig, aber ohne Wirkung, scheiterte mit einem 16-Meter-Schuss, dem Schärfe fehlte, an Hansa-Schlussmann Gelios (10.). In der 25. Minute schien Christian Kühlwetter auf dem Weg, sich zu seinem 23. Geburtstag selbst zu beschenken, aber der aufmerksame Julian Riedel rettete im letzten Augenblick zur Ecke. Eine Minute später fand ein Schuss Jan Löhmannsröbens nicht das Ziel. In der 32. Minute bediente Kühlwetter Löhmannsröben, der scheiterte knapp. Aber dann ging nichts mehr. Nach der Pause hatte der FCK nur noch eine Chance; Timmy Thiele köpfte nach Jonjic-Flanke aus elf Metern weit am Ziel vorbei. „Das passte zum Spiel“, befand der tief enttäuschte FCK-Trainer Sascha Hildmann, der ein uninspiriertes Mittelfeld sah. Albaek kreiste im Niemandsland um sich selbst, Löhmannsröben tauchte nach gutem Beginn ab, an Christoph Hemlein lief das Spiel vorbei, Toni Jonjic zahlte Lehrgeld. „Man kann aus so einem Spiel auch Erkenntnisse für die neue Saison gewinnen“, sagte Hildmann.

Verbandspokalsieg als Ziel

„Wir müssen aufpassen, dass wir die Saison nicht mit Negativstimmung beenden. Ich glaube, das tut hier keinem gut. Unser großes Ziel ist der Verbandspokalsieg am 25. Mai, dann sind wir für den DFB-Pokal qualifiziert“, sagte Löhmannsröben, der am Ostersonntag 28 Jahre alt geworden ist.

Werbewert hatte die Darbietung für den um die Lizenz kämpfenden FCK nicht. Gut eine Million Euro der 6,7 Millionen Euro der alten Betze-Anleihe sind umgetauscht. Zusätzlich seien via Kapilendo und über die Neuausgabe der Betze-Anleihe bisher rund 1,3 Millionen Euro zusammengekommen, sagte der kaufmännische FCK-Geschäftsführer Michael Klatt. Er hofft auf eine „End-Rallye“ in den nächsten Tagen. Und das im emotionalen Tief.

 

So spielten sie

1. FC Kaiserslautern:

Grill - Kraus, Sickinger, Hainault - Hemlein, Löhmannsröben (69. Huth), Albaek (73. Biada), Pick - Jonjic, Thiele, Kühlwetter

Hansa Rostock:

Gelios - Wannenwetsch, Hüsing, Riedel - Bülow, Öztürk, Hildebrandt (82. Pepic), Rieble - Soukou, Breier (90. Bischoff), Biankadi (80. Ahlschwede)

Tore:

0:1 Biankadi (55.), 0:2 Biankadi (65.) - Beste Spieler:

Grill - Biankadi, Riedel, Soukou, Hüsing - Zuschauer:

21.517 - Schiedsrichter:

Schlager (Hügelsheim).

Pfalz-Ticker