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Dienstag, 28. Mai 2019 Drucken

FCK

Feiertag am Betzenberg

Von Oliver Sperk

Welch eine grandiose Kulisse, welche eine tolle Stimmung gestern Abend im Fritz-Walter-Stadion.

Welch eine grandiose Kulisse, welche eine tolle Stimmung gestern Abend im Fritz-Walter-Stadion. ( Foto: VIEW)

FCK-Jubel nach dem 1:0: Schütze Hendrick Zuck (links) und Elias Huth.

FCK-Jubel nach dem 1:0: Schütze Hendrick Zuck (links) und Elias Huth. ( Foto: VIEW)

Der DFB hat dem 1. FC Kaiserslautern gestern Abend signalisiert, dass die Roten Teufel die Drittliga-Lizenz bekommen. Gegen ein gemischtes Team aus erster, zweiter und dritter Garnitur des Double-Siegers FC Bayern hat der FCK 1:1 gespielt.

„Zieh den Bayern die Lederhosen aus“, intonierten die Fans des 1. FC Kaiserslautern in der Westkurve. Wie in alten, für den FCK besseren Zeiten. Die Münchner kamen zum Benefizspiel für den FCK, der mit 750.000 Euro Reinerlös rechnen kann. Für Uli Hoeneß, den Präsidenten der Münchner, war es selbstverständlich, mit dem FC Bayern den Lauterern aus der Patsche zu helfen.

FCK-Geschäftsführer Michael Klatt bedankte sich beim Double-Gewinner und durfte gestern Abend gleich noch eine gute Nachricht in Empfang nehmen: Beim E-Mail-Austausch mit dem Deutschen Fußball-Bund hat der FCK das Signal bekommen, dass der Dauerpatient mit der Drittliga-Lizenz für 2019/20 rechnen darf. Danach hat es in den vergangenen Monaten nicht immer ausgesehen.

Zuck verwandelt Hereingabe Sternbergs

Und die Bayern halfen mit: 48.500 Zuschauer, ausverkauft, verkündete Stadionsprecher Horst Schömbs. Auch das erinnerte an gute, alte Zeiten auf dem „Betze“. Dass von den Rängen der Klassiker von den Lederhosen ertönte, dafür sorgte FCK-Mittelfeldspieler Hendrick Zuck sehr früh. Er verwandelte eine Klasse-Hereingabe Janek Sternbergs von der linken Seite zum 1:0 (9.).

Hoeneß betrachtete sich die muntere Partie auf der Nordtribüne neben FCK-Aufsichtsratsmitglied Jochen Grotepaß. Auch der aus Kirrweiler stammende Ex-FCK-Profi Dominique Heintz (jetzt SC Freiburg) ließ sich das Spiel in der alten Heimat nicht entgehen, bevor er nun mit seiner Frau auf die Malediven in Urlaub fliegt.

„Kühlwetter, Kühlwetter“, riefen die FCK-Fans in der Westkurve, als sich der Doppeltorschütze vom 2:1-Endspielsieg im Verbandspokal gegen Wormatia Worms kurz vor der Pause mit seinen Kollegen aufwärmte. Beide Mannschaften haben ein Party-Wochenende hinter sich, die Lauterer haben den Verbandspokalsieg gefeiert, und die Bayern haben mit dem DFB-Pokalsieg am Samstag in Berlin das Double perfekt gemacht.

Ribéry wird unter großem Jubel eingewechselt

So schickte Trainer Niko Kovac gestern bis auf die drei Stammspieler Thomas Müller als Kapitän, Mats Hummels und Serge Gnabry eine ganz junge Startelf ins Rennen. Auch der ehemalige FCK-Junior Oliver Batista Meier durfte beim Rekord-Champion von Beginn an ran. Wie Kühlwetter auf der einen wurde Franck Ribéry auf der anderen Seite beim Aufwärmen kurz vor der Halbzeitpause mit Sprechchören gefeiert.

40 Minuten später wurde der Franzose unter großem Jubel der vielen Bayern-Fans eingewechselt. Mit ihm kam Bundesliga-Torschützenkönig Robert Lewandowski. Der polnische Nationalspieler hatte acht Minuten später keine Mühe, eine tolle Vorlage des ebenfalls eingewechselten Kingsley Coman, der Sternberg austanzte, zum 1:1 (80.) zu nutzen.

Kühlwetters Brust war besonders breit

Die Einwechslung mehrerer Stars gegen Ende belebte das Bayern-Spiel, zuvor waren die engagierten, selbstbewussten Lauterer dem 2:0 einige Male sehr nahe. „Die Jungs haben sich extrem auf das Spiel gefreut“, sagte FCK-Trainer Sascha Hildmann später, „tolle Fans, tolle Atmosphäre, man hat gemerkt, dass der Verbandspokal-Sieg befreiend war für die Spieler, die ja in dieser Saison einiges wegstecken mussten.“ Kühlwetters Brust war besonders breit, der Stürmer sorgte nach seiner Einwechslung für Schwung und Gefahr.

Zu einer Gedenkminute für einen jahrzehntelang extrem engagierten ehrenamtlichen Mitarbeiter des FCK bat Stadionsprecher Horst Schömbs gestern vor der Partie: Willi Ahr, „die gute Seele des Nachwuchsleistungszentrums“, wie Schömbs betonte, ist am 23. Mai im Alter von 76 Jahren gestorben. „Vielen Dank, Willi“, schloss Schömbs. Ein Dank des FCK geht auch an den FC Bayern für die Benefizpartie gestern Abend. Nach einer Stunde Spielzeit schwappte erstmals seit Langem wieder „La Ola“ durchs Fritz-Walter-Stadion. Die Zuschauer hatten gute Laune. Auch Willi Ahr hätte sich sehr gefreut.

Auf der folgenden RHEINPFALZ-Seite findet Ihr alle Informationen zum 1. FC Kaiserslautern.

 

SO SPIELTEN SIE

1. FC Kaiserslautern:

1. Halbzeit:

Hesl - Schad, Gottwalt, Özdemir, Sternberg - Jonjic, Löhmannsröben, Bergmann, Zuck - Biada, Huth - 2. Halbzeit:

Grill - Schad, Kraus, Scholz, Sternberg - Morabet, Fechner, Sickinger, Pick - Kühlwetter, Thiele

FC Bayern München:

Ulreich (46. Früchtl) - Türkkalesi (72. Ribéry), Senkbeil, Hummels (46. Süle), Davies - Zaiser, Sanches (60. Shabani) - Gnabry (46. Tolisso), Müller (16. Franzke), Batista Meier (63. Coman) - Zirkzee (72. Lewandowski)

Tore:

1:0 Zuck (9.), 1:1 Lewandowski (80.) - Beste Spieler:

Kühlwetter, Gottwalt, Schad - Tolisso, Früchtl, Coman - Zuschauer:

48.500 (ausverkauft) - Schiedsrichter:

Winter (Hagenbach).

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