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Freitag, 16. November 2018 Drucken

FCK

FCK: Wenn Verlierer zu Gewinnern werden

Von Oliver Sperk

Zum Verzweifeln: Wieder hält Gau-Odernheims Torwart Daniel Diel. Links FCK-Stürmer Timmy Thiele.

Zum Verzweifeln: Wieder hält Gau-Odernheims Torwart Daniel Diel. Links FCK-Stürmer Timmy Thiele. (Foto: Kunz)

Die Roten Teufel spielen ihr Verbandspokal-Halbfinale beim FV Dudenhofen. Im zweiten Semifinale stehen sich FC Speyer 09 und Wormatia Worms gegenüber.

Das ergab die Auslosung am Donnerstag beim Südwestdeutschen Fußballverband in Edenkoben. Gespielt werden soll erst Ende März, die Austragungsorte stehen noch nicht fest. Wie gewohnt sind auch verkehrstechnische Überlegungen und Sicherheitsaspekte zu beachten.

Zu einem kleinen Pokalhelden geworden ist Daniel Diel. Der Kapitän und Torwart des Verbandsligisten TSV Gau-Odernheim trieb die Profis des 1. FCK im Viertelfinalspiel am Mittwochabend im Wormser Wormatia-Stadion schier zur Verzweiflung. Der 26 Jahre alte Verwaltungsangestellte hatte maßgeblichen Anteil daran, dass der Drittligist aus Kaiserslautern gegen den gastgebenden Sechstligisten aus Rheinhessen nicht höher gewonnen hat als 4:0 (1:0).

Kühlwetter erleichtert

Mehr als die Treffer von Julius Biada (6.), Florian Pick (62.), Lukas Gottwalt (79.) und Christian Kühlwetter (90.) ließen Diel und seine durchweg bravourös kämpfenden Teamkollegen vor 5487 Zuschauern nicht zu. Der in der 75. Minute eingewechselte Kühlwetter biss sich an Diel lange die Zähne aus. „Es war am Ende so eine Art Privatduell zwischen Christian Kühlwetter und mir“, sagte Diel kurz nach der Partie im Wormser November-Nebel, „ich glaube, er ist froh gewesen, dass er am Schluss dann doch noch getroffen hat.“ Und tatsächlich war Kühlwetter erleichtert, dass er nicht ganz leer ausging. „Immerhin hat es dann doch noch zu einem Treffer gereicht. Klar, ich hätte auch drei oder vier Tore machen können“, sagte der 22 Jahre alte FCK-Angreifer, „aber das muss man auch mal sagen: Der Torwart hat überragend gehalten.“

Diel hatte im Spiel seines Lebens die Ruhe weg. „Man kann nicht sagen, dass ich nicht aufgeregt war“, sagte der 26-Jährige, „aber es war keine schlimme Nervosität, eher eine positive Anspannung.“ Ab 7.30 Uhr morgens hat er in seinem Büro bei der Verbandsgemeindeverwaltung Nieder-Olm gearbeitet. Um 12.30 Uhr hat er Schluss gemacht, um auf jeden Fall genügend Vorlauf für das große Pokalerlebnis zu haben. „Um nicht zu viel an das Spiel zu denken, habe ich zu Hause noch die Wohnung aufgeräumt, bin dann ins Auto gestiegen, um zum Treffpunkt zu fahren“, erzählte Diel nach der Partie noch völlig aufgekratzt. Für die Gau-Odernheimer war es ein Fußball-Feiertag, mit einer klaren Niederlage gegen die drei Klassen höher spielenden Lauterer Berufskicker musste ohnehin jeder der Amateure des TSV rechnen.

Kurze Nächte für TSV-Trainer

Beim FCK, bei dem Offensivspieler Biada eine Oberschenkelblessur erlitten hat und ausgewechselt musste – eine schwerere Verletzung, etwa ein Faserriss, konnte am Donnerstag ausgeschlossen werden –, hielt sich die Freude über das 4:0 in Grenzen. Es war ein Pflichtsieg. „Unsere volle Konzentration gilt jetzt dem Heimspiel am 25. November gegen Wehen Wiesbaden“, betonte Innenverteidiger Gottwalt. Dass die durch die beiden jüngsten Punktspielschlappen, das 0:2 zu Hause gegen Cottbus und das 1:4 in Rostock, der Druck wieder gewachsen ist, hat auch ein Spruchband der FCK-Fans am Mittwoch in Worms deutlich gemacht: „Ihr wollt aufsteigen? Dann zeigt entsprechende Leistungen!“ Ganz anders die Stimmung bei den Verlierern, die doch irgendwie Gewinner waren. „Die Truppe hat famos verteidigt“, sagte der aus dem nordpfälzischen Göllheim stammende TSV-Trainer Christoph Hartmüller, dem die Gedanken rund um das große Spiel einige arg kurze Nächte bereiteten. „Aber das Adrenalin hat mich hellwach gehalten.“ Und Torwart Diel? Der wurde von einem guten Dutzend TSV-Fans noch lange mit Sprechchören gefeiert.

 

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