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Montag, 04. Juni 2018 Drucken

FCK

FCK: Mitglieder ebnen der Ausgliederung den Weg

Fussball: Profisparte des FCK wird zur Kapitalgesellschaft – Fans und Firmen sollen investieren – Mittelfeldspieler Albaek verlängert

Von Oliver Sperk

Gut vorbereitet: der FCK-Vorstandsvorsitzende Michael Klatt (links) und Patrick Banf, der Aufsichtsratschef des Vereins.

Gut vorbereitet: der FCK-Vorstandsvorsitzende Michael Klatt (links) und Patrick Banf, der Aufsichtsratschef des Vereins. ( Foto: KUNZ)

Intensives Sonnenbad auf der Nordtribüne des Fritz-Walter-Stadions, auf der die Mitgliederversammlung zur Ausgliederung stattfand.

Intensives Sonnenbad auf der Nordtribüne des Fritz-Walter-Stadions, auf der die Mitgliederversammlung zur Ausgliederung stattfand. ( Foto: KUNZ)

Bekam viel Applaus: FCK-Sportvorstand Martin Bader.

Bekam viel Applaus: FCK-Sportvorstand Martin Bader. ( Foto: KUNZ)

So wird der 1. FC Kaiserslautern künftig aufgebaut sein.

So wird der 1. FC Kaiserslautern künftig aufgebaut sein. ( Foto: VIEW)

Der FCK wird seine Profifußball-Sparte bis hinunter zur U17 ausgliedern. 2084 der 2262 abgegebenen Stimmen bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung gab es für die Pläne der Klubchefs.

2295 Mitglieder haben die vierstündige Versammlung besucht. Mit 92,13 Prozent Zustimmung ist die erforderliche Dreiviertel-Mehrheit klar übertroffen worden.

Viel Applaus bekam gestern FCK-Sportvorstand Martin Bader für sein anschauliches Beispiel, der FCK habe früher gut im Penthouse Fußball-Bundesliga gelebt und gemütlich auf der Dachterrasse gesessen, dabei aber seine Pflichten vernachlässigt. „Dann musste er ins Erdgeschoss umziehen.“ Aus der ungeliebten Zweiten Liga sei es nun runter in den „dunklen, modrigen Keller ohne Fahrstuhl gegangen – und es führt nur eine klapprige Holztreppe heraus“.

Mads Albaek bleibt

Beifall brandete noch einmal auf, als Bader auf einer Bühne auf dem Rasen vor der Nordtribüne des Fritz-Walter-Stadions verkündete, einen weiteren Helfer für den schwierigen Aufstieg aus diesem finsteren Keller verpflichtet zu haben: Mittelfeldspieler Mads Albaek (28) bleibt beim FCK. Der Däne hat einen bis 2019 gültigen Vertrag mit Verlängerungsoption bei Aufstieg unterschrieben. „Das Gerüst steht“, sagte Bader, der in den nächsten Wochen noch vier bis fünf Spieler verpflichten möchte, vor allem für die Innenverteidigung und den Angriff.

 

FCK-Aufsichtsratschef Patrick Banf, ein gut vorbereiteter, sachlicher Versammlungsleiter, und Vorstandsvorsitzender Michael Klatt machten deutlich, dass sie in der Ausgliederung den besten, weil wohl einzigen Weg sehen, den Verein wieder flottzukriegen. Der FCK ist sportlich und wirtschaftlich stark angeschlagen. Zumal nach dem Abstieg in die Dritte Liga. Er kostet den Traditionsklub einen zweistelligen Millionenbetrag.

 

In der neuen Struktur des FCK gibt es weiter den eingetragenen Verein mit Vorstand und Aufsichtsrat. Zudem wird nun in den nächsten Wochen eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) mit einer geschäftsführenden Management-GmbH, der sogenannten persönlich haftenden Gesellschafterin, gegründet. Nur an der KGaA können sich Investoren beteiligen. Die geschäftsführende Management-GmbH gehört zu 100 Prozent dem Verein. Der mächtige Beirat der FCK-Management-GmbH soll, wie es der Klub seinen rund 18.000 Mitgliedern vorgeschlagen hat, fünf Sitze haben. Mindestens drei davon sind für die von den Mitgliedern gewählten fünf Aufsichtsräte des Vereins reserviert. Sie sollen so in jedem Fall die Mehrheit der Stimmen im Beirat haben.

Wertpapier-Prospekt geplant

Zunächst werde jetzt die Unternehmensberatung Roland Berger den Wert des FCK ermitteln, sagte Klatt. Danach sollen Markttests in Form von Gesprächen Hinweise darauf bringen, wie viele Anteile in welcher Stückelung an Investoren verkauft werden könnten. Firmen sollen in einigen Wochen FCK-Anteile kaufen können, Fans erst gegen Ende des Jahres, wenn ein Wertpapier-Prospekt erstellt ist. Der Verkauf läuft außerbörslich.

 

„Wir können jetzt langfristig planen“, sagte Banf. „Jetzt müssen wir unsere Hausaufgaben machen und Investoren finden.“ Der Aufsichtsratschef sagte: „Wir wollen binnen fünf Jahren 50 bis 60 Millionen Euro Eigenkapital einsammeln.“ Kurzfristig braucht der hoch verschuldete FCK dringend Geld, um die am 1. August 2019 fälligen 6,7 Millionen Euro aus der 2013 aufgelegten Fan-Anleihe zurückzuzahlen. Nur so wird er eine Lizenz für die Saison 2019/20 bekommen. Die für 2018/19 ist er dank erneuter Kreditaufnahme sicher, zu erhalten. Der Bescheid des DFB wird in diesen Tagen erwartet. „Die Finanzierung für 2019/20 sichern, in einem zweiten Schritt in den Profikader und dann in den Nachwuchs investieren“, so skizzierte Banf die Marschroute.

Ehrgeizige Ziele

Am Ende der fünf Jahre will der 53-Jährige den FCK in etwa auf einer Ebene mit Werder Bremen sehen. „Am liebsten in der Bundesliga oder in der Spitze der Zweiten Liga.“ Dafür muss die gestern genehmigte neue Hülle des FCK nun mit Geld gefüllt werden.

 

Dazu sagte der Wirtschaftsanwalt und Ex-FCK-Aufsichtsrat Martin Sester der RHEINPFALZ: „Ich gehe immer noch davon aus, dass der FCK auch deutschlandweit noch genug Freunde hat, auch vermögende Privatleute, die sich aus ideellem Interesse beteiligen, weil sie Freude daran haben, wenn es dem FCK wieder gutgeht.“

 

Dabei mithelfen, dass es den Roten Teufeln zumindest wieder bessergeht, will auch Mittelfeldmann Albaek. Wenn der Ball ab 27. Juli wieder rollt, wird am „Betze“ nicht nur die Nordtribüne gefüllt sein.

Auf der folgenden RHEINPFALZ-Seite findet Ihr alle Informationen zum 1. FC Kaiserslautern.

 

 

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