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Montag, 06. Mai 2019 Drucken

FCK

FCK: Littig gewinnt Machtkampf – Becca ist weg

Von Hans-Joachim Redzimski & Horst Konzok

FCK-Aufsichtsratsvorsitzender Michael Littig am Abend beim Betreten der FCK-Geschäftsstelle auf dem Betzenberg vor Beginn der Sitzung. (Foto: View)

Mit 3:2-Stimmen hat sich Michael Littig am Montagabend im Beirat des FCK durchgesetzt. Er bleibt im Amt. Der luxemburgische Milliardär Flavio Becca steigt nicht ein. Mit dem Rücktritt des Beiratsvorsitzenden Patrick Banf, Littigs Intimfeind, wird gerechnet. Sportchef Martin Bader, schon vor einer Woche auf die Lichtung gestellt, steht so wohl vor dem Aus.

Michael Littig hat den Machtkampf auf dem Betzenberg gewonnen. Er behält seine Ämter beim 1. FC Kaiserslautern. Er hat den vom potenziellen Investor Flavio Becca geforderten Rücktritt abgelehnt. Littigs Entscheidung basierte „unter anderem auf dem positiven Votum der Vereinsgremien Vereinsrat, Ehrenrat, Rechnungsprüfer und Vorstand“. Sie hatten Littig den Rücken gestärkt. Von der Mehrheit positiv begrüßt wurde das Angebot einer regionalen Investorengruppe, Eigenkapital in Höhe von drei Millionen Euro einzubringen, auf der Basis eines zehnprozentigen Aktienanteils und einem Sitz im Beirat. „Weitere Investitionen werden in Abhängigkeit eines Bewertungsverfahrens in Aussicht gestellt, das laut Angebot in der Zweiten Liga von 130 Millionen bis 190 Millionen und in der ersten Liga bis 250 Millionen reichen kann“, heißt es in einer Pressemitteilung, die der FCK herausgab. Und: „Weitere Vertragsdetails werden in den nächsten Tagen geklärt. Damit ist das Angebot von Herrn Flavio Becca nicht mehr existent.“

Auf der folgenden RHEINPFALZ-Seite findet Ihr alle Informationen zum 1. FC Kaiserslautern.

„Ich habe Flavio Becca nach der Entscheidung informiert. Für ihn ist damit klar: Er ist raus! Er ist da klar und konsequent“, erklärte Patrick Banf, der Vorsitzende des Beirats der FCK-Kapitalgesellschaft des FCK. „Ich glaube, der FCK hat eine Riesenchance vertan und verspielt“, sagte Banf, der in Becca den lange gesuchten Anker-Investor sah. „Jetzt hat sich eine Gruppe von sechs Leuten, die namentlich nicht bekannt sind, den Verein für 30 Millionen gekauft. Unterhaching wird mit 42 Millionen bewertet, der FCK mit 120“, sagte Banf. Er fürchtet massiv um die Lizenz, sollte Geldgeber Quattrix Zusagen zurückziehen. 

5-Punkte-Erklärung

Nach RHEINPFALZ-Informationen beinhaltete die Absichtserklärung zwischen Becca und dem FCK, ausgehandelt von Banf und den Geschäftsführern Bader und Klatt, vier Punkte, ein fünfter folgte.

  1. Becca sorgt mit einem „Vorschuss“ von 2,6 Millionen Euro für die Absicherung der Lizenz.
  2. Mittelfristig steuert Becca 25 Millionen Euro bei, um die Mannschaft zu verstärken und aufzusteigen. Fernziel ist die Bundesliga.
  3. Martin Bader und Michael Klatt bleiben in ihren Funktionen, um das Investment abzusichern.
  4. Sollte Michael Littig weiter für Unruhe im Verein sorgen, sollte man ihm den Rücktritt nahelegen.
  5. Für den Fall, dass Hauptsponsor Harald Layenberger abspringt, hat Becca nach RHEINPFALZ-Informationen zugesichert einzuspringen.

Angebot kam am Montagnachmittag

Das Angebot der regionalen Investorengruppe kam am Nachmittag. Es soll sich dabei um eine Gruppe handeln, die dem FCK helfen und die Region motivieren will.

Die Sitzung von Mitgliedern des Aufsichtsrats, Vorstands, Ehrenrats und der Geschäftsführung war schwierig und lang. Sie ging erst kurz vor Mitternacht zu Ende.

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