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Dienstag, 23. Juli 2019 Drucken

FCK

Fan-Club-Vorsitzender: „Ich weiß nicht mehr, was ich von meinem FCK halten soll“

Interview: Lea Ochßner

Lutz Braunschweig im Gespräch mit Lea Ochßner.

Lutz Braunschweig im Gespräch mit Lea Ochßner. ( Foto: VIEW)

Lutz Braunschweig von Eddie's 1. FCK Fan Club fordert einen besseren Umgang mit den Anhängern.

Lutz Braunschweig ist Vorsitzender von Eddie`s 1. FCK Fan Club Sambach. Dass der Verein vom Betzenberg seine große Liebe ist, zeigt nicht nur sein Trikot, sondern auch eine goldene Kette mit dem Teufel-Maskottchen „Betzi“. Dass der FCK nur noch Dritte Liga spielt, kümmert den 62-Jährigen wenig. Schlimm findet er, wie der FCK im Moment mit seinen Fans umgehe.

 

Herr Braunschweig, was war Ihr schönstes Erlebnis mit dem FCK?

1991 die Meisterschaft in Köln. Da waren wir mit 50 Leuten dabei. Da geht nix drüber. Allein schon die Anfahrt war unbeschreiblich, die ganze Autobahn war Rot-Weiß.

Wie sind Sie FCK-Fan geworden?

Da wird man ja eigentlich hineingeboren. Ich bin FCK-Fan seit ich denken kann. Anfang der 70er Jahre habe ich mein erstes Spiel gesehen und wurde vom Virus gepackt. Seit über 40 Jahren habe ich nun eine Dauerkarte.

Wie wurde der Fanclub gegründet?

In Bundesligazeiten sind wir immer nach den FCK-Spielen in eine Kneipe nach Sambach gegangen, haben Sportschau geschaut und am Stammtisch etwas gefachsimpelt. 1979 hatte der FCK bis knapp vor Schluss die Chance, Meister zu werden, am Ende waren wir Dritter. Das war trotzdem toll. Und weil wir uns am Stammtisch und auch im Stadion immer wieder getroffen haben, haben wir gesagt, dann können wir auch einen Fanclub machen. Da waren wir zehn Leute. Mittlerweile sind wir bei 150. Der Fan Club besteht jetzt genau seit 40 Jahren. Eddie ist der Wirt von unserer Stammkneipe in Sambach und war auch unser erster Vorstand.

Am 28. Juni hat Eddie`s 1. FCK Fan Club Sambach seinen 40. Geburtstag gefeiert und dazu auch Offizielle vom FCK eingeladen. Aber das ging schief…

Angefragt habe ich beim neuen FCK-Fanbeauftragten. Von dem wurde uns per Mail der kaufmännische Geschäftsleiter Michael Klatt angekündigt. Am Tag der Feier kam um 18 Uhr der Anruf an mich vom Fanbeauftragten, dass sich Herr Klatt verfahren hätte. Ich habe ihm dann den Weg erklärt und auch meine Handynummer weitergegeben. Eine halbe Stunde später kam dann jedoch die Absage – wieder vom Fan-Beauftragten. Herr Klatt hätte leider noch einen anschließenden Termin und könne uns deswegen nicht besuchen. Und das in Zeiten des Navigationssystems.

Wie ging es weiter?

Der FCK hat sich danach nicht mehr gemeldet. Ich habe eine Mail geschrieben, in der ich dieses Verhalten bemängele. Damit das vielleicht irgendwann mal Klick macht, aber bis heute keine Antwort erhalten. Das ist etwas, was ich vom FCK nicht kenne.

Also kümmert sich der FCK nicht mehr genug um seine Fans?

So sieht es aus. Die Fans sind praktisch nur noch Beiwerk, man muss sie fast als „Zahlvieh“ betiteln. Denn es wurden ja wieder vor der Saison Spenden gesammelt, wegen der Lizenz – und trotzdem ist die Fan-Nähe irgendwo weg. Ich weiß nicht mehr, was ich von meinem FCK momentan halten soll. Das ist ganz schlimm.

Von der Festveranstaltung gibt es jedoch auch Gutes zu berichten ...

Genau, wir haben auch Hauptsponsor Harald Layenberger eingeladen – der uns auch gefunden hat. Herr Layenberger hat uns – und dafür danken wir ihm herzlich – spontan für das Heimspiel gegen Unterhaching 50 Karten für seine Loge spendiert. Das war ein tolles Erlebnis, auch wenn das Spiel nicht ganz nach Wunsch verlief.

Was wünschen Sie sich jetzt vom FCK?

Dass er endlich mal einen Sponsor bekommt, einen Investor, der seine Versprechen auch einhält. Ich wünsche mir, dass der FCK offener wird und die Öffentlichkeitsarbeit verbessert. Das nicht immer nur ein paar Infos weitergegeben werden, sondern auch mal Tacheles geredet wird.

Bleiben Sie mit dem Fanclub trotzdem dabei?

Ja, klar. Farbe bekennen für den FCK, ist unser Motto. Egal, wo unser Verein spielt. Im schlimmsten Fall existieren wir länger als der FCK.

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