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Samstag, 11. März 2017 Drucken

Sport

Interview mit Ewerton: „Nur mit Arbeit löst man das Problem“

Herr der Lüfte: Abwehrchef Ewerton ist für den FCK Gold wert. ( Foto: KUNZ)

Seit Ende August ist Innenverteidiger Ewerton beim FCK. Die Leihgabe von Sporting Lissabon spielt eine herausragende Rolle.

Der 27-Jährige hat die Defensive des FCK stabilisiert. Wie es mit ihm nach der Saison weitergeht, ist offen.  Die sportliche Lage besorgt den Brasilianer. Ewerton lobt Pollersbeck, Koch und Glatzel. Er traut den jungen Mitspielern eine große Karriere zu.  

Die wichtigste Frage vorweg – wie geht es nach einem halben Jahr in Kaiserslautern dem Menschen Ewerton? Wie läuft es privat? Wohnung? Kontakte? Partnerin?

Ich habe eine schöne Wohnung, alles ist okay. Ich habe Freunde, die mir am Anfang geholfen haben, das hat alles erleichtert. Hier ist das Leben gut, ich bin sehr gut aufgenommen worden, als ich gekommen bin. Die Leute vom Verein haben mich nett empfangen. Ich bin hier mit meiner Frau.

Ihre Frau kommt auch zurecht?

Am Anfang war ich ein bisschen besorgt, dass meine Frau nicht zurechtkommt. Ich dachte, es sei kompliziert für sie hier, aber sie hat sich gut eingelebt. Sie lernt Deutsch und macht auch den Führerschein. Ich hätte nie gedacht, dass das passiert mit dem Führerschein (lächelt).

 

Wie oft waren Sie schon bei Ratinho im Steakhaus?

Ich habe Ratinho einmal besucht, ich war nicht öfter bei ihm, weil ich nicht so viel Zeit habe. Ich gehe meistens nur mit einem Freund aus, Jürgen Bühler, der mir überall hilft, zurechtzukommen.

Stichwort Jürgen Bühler: Wie hilfreich ist Jürgen Bühler, Ihr Freund und Berater, der ja in der Region lebt?

Ja, er ist sehr wichtig für mich, er ist die wichtigste Person hier, er hat mir in allem geholfen, und er hat mir den Einstieg hier erleichtert.

Sie haben sich in Dresden verletzt. Sie haben eine tiefe Fleischwunde. Wie verläuft die Heilung? Können Sie am Sonntag gegen Heidenheim spielen?

Die Wunde wurde mit sechs Stichen genäht und ich bin nach wie vor in Behandlung, ich muss erst einmal Fußballschuhe anziehen und sehen, was überhaupt möglich ist. Ich werde es aber probieren und auf dem Platz schauen, ob es geht. Ich habe diese Woche im Fitness-Studio andere Übungen gemacht, bin viel Fahrrad gefahren.

Sie hatten wiederholt Probleme mit dem Rücken, ist das kuriert?

Der Rücken war kein großes Problem. Hier in Deutschland wird im Training etwas anders gearbeitet, wir haben Gewichte gestemmt, da fing der Rücken an wehzutun, aber das war nichts Gravierendes. Während des Spiels hatte ich anfangs noch Schmerzen, später war es okay.

Wie beurteilen Sie das bisherige Abschneiden des FCK? Schafft die Mannschaft den Klassenerhalt?

Natürlich ist die Situation schwierig, aber ich denke, wenn einem die Situation Sorge bereitet, muss man sie mit Arbeit überwinden. Wir müssen auf die Fehler aufmerksam werden, wir müssen uns mit den Fehlern auseinandersetzen, damit sie nicht wieder passieren. Natürlich gibt es Grund zur Sorge, solange wir nicht genug Punkte geholt haben, aber die Lösung ist Arbeit. Nur mit Arbeit löst man das Problem.

Was fehlt der Mannschaft zum einstelligen Tabellenplatz?

Die ersten 20 Minuten sind oft schwierig, bis wir ins Spiel kommen, dann läuft es. Gegen Hannover war es so, gegen Stuttgart. Die Abwehrarbeit beginnt schon vorne, wir müssen da ausgeglichener agieren und aufmerksamer werden.

Sie haben einen jungen Torwart – Julian Pollersbeck – im Rücken, meist einen jungen Mann – Robin Koch – neben sich. Ihre Meinung?

Robin Koch und Julian Pollersbeck sind Versprechen für die Zukunft. Ich nehme auch Robert Glatzel dazu, der gerade wieder zwei Tore erzielte. Wenn sie fokussiert bleiben, im Kopf klar bleiben, können sie Riesenspieler werden und eine große Karriere vor sich haben.

Wie sind Sie mit dem Trainerwechsel Meier für Korkut umgegangen?

Für mich war das eine Überraschung. Mit Herrn Korkut habe ich Spanisch gesprochen, er hat sich immer mit mir unterhalten. Er gab kein Zeichen, dass er den Verein verlassen wird. Ich habe die Nachricht erfahren, als ich in Brasilien war. Ich konnte es nicht glauben. Aber so ist das Leben. Er soll seinen Weg weitergehen, und ich wünsche, dass er glücklich wird.

Wie klappt es mit Norbert Meier?

Mit Herrn Meier ist es auch gut, auch wenn wir uns spontan nicht ganz so gut verständigen können wegen der Sprachbarriere. Aber auch das ist kein Problem, es gibt im Klub jemanden, der Portugiesisch spricht und übersetzt. Norbert Meier macht Spaß, wenn es angebracht ist. Wenn er uns instruieren muss, dann ist er ernst.

Haben Sie private Kontakte mit Ihren Mannschaftskollegen?

Eher weniger, wir sind zusammen, wenn der Klub ein Event hat oder wenn wir beruflich miteinander zu tun haben, gemeinsam essen. Privat gehe ich meist mit meiner Frau aus.

Der FCK will Sie unbedingt halten. Wie sehen Sie Ihre sportliche Zukunft?

Ich möchte keine Spekulationen hervorrufen. Die Saison dauert noch zwei Monate, ich will mich nur darauf konzentrieren. Ich weiß es im Moment noch nicht, wie es weitergeht.

Können Sie sich vorstellen, zu bleiben?

Es ist für mich eine schöne Saison bisher. Ich habe einen Vertrag bei Sporting. Die Arbeit hier läuft sehr professionell ab, ich habe viele Freundschaften geschlossen, aber ich kann nicht sagen, was sportlich aus mir wird. Aber ja, wenn die Entscheidung so ausfallen sollte, dann bleibe ich, klar.

| Interview: Horst Konzok DOLMETSCHER: UDO SCHÖPFER

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