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Samstag, 11. August 2018 Drucken

FCK

Die Wochenend-Kolumne: Ich bin der Meinung, ...

Horst Konzok

Horst Konzok ( )

Jan Ullrich war ein grandioser Sportler. Ein Held auf zwei Rädern. Doping brachte auch ihn in Verruf. Den Übergang ins wirkliche Leben nach dem Karriereende hat er nicht geschafft. Ein tiefer Fall. Er füllt wieder Zeitungsseiten – „Bild“ ist live dabei beim Niedergang einer Ikone. Er hat den ebenfalls gestrandeten einstigen Tennis-Heros Boris Becker auf die hinteren Seiten, in die Klatschspalten, verdrängt. Wünschen wir beiden, dass sie ihr Leben in Griff bekommen. Wünschen wir Jan Ullrich, dass er die schlimmste Krise seines Lebens meistert, dass er die Kraft hat, seine Krankheit, mutmaßlich eine Sucht, zu besiegen. Er hat Königsetappen gewonnen, Gipfel gestürmt. Damals, als er in Gelb die Tour fuhr und gewann, hatte der Kapitän Helfer und Wasserträger. Die schwerste aller Etappen liegt jetzt vor ihm. Freunde in der Not sind gefragt!

 

Mesut Özil startet morgen mit dem FC Arsenal gegen Meister Manchester City in die neue Saison. Es ist das Jahr eins nach Arsène Wenger. Angeblich streben die DFB-Spitzen eine Aussprache mit dem aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zurückgetretenen Mittelfeldspieler an. Das Gespräch kommt spät, viel zu spät. Reinhard Grindel, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), und Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff hatten wenige Tage nach dem blamablen WM-Aus in Özil den Schuldigen ausgemacht und prügelten via Medien verbal auf ihn ein. Ohne mit ihm gesprochen zu haben. Das war feige. Schlechter Stil, zwei schlechte Verlierer!

 

Heute betritt Miroslav Klose neues Terrain: Als Trainer der Bundesliga-U17 des FC Bayern München erlebt er beim Spiel gegen den SV Wehen Wiesbaden seine Premiere. Klose, Weltmeister 2014, plant die zweite Karriere sorgsam. „Step by Step – so wie ich es als Spieler gemacht habe“ will der 40-Jährige die Trainerlaufbahn meistern – und erfolgreich sein. Er sieht sich in einem Lernprozess. So hat er bei der Nationalmannschaft als Stürmertrainer mitgearbeitet. Für die Zeit ist Klose dem Bundestrainer dankbar. Manko dabei: Es gab fast keine Stürmer, die Klose wirklich hätte trainieren können. Er hat die Jugend-Elitelizenz – und trainiert nun erstmals eine eigene Mannschaft. „Ich will Bundesligatrainer werden“, hat Klose 2017 in einem RHEINPFALZ-Interview sein Ziel eindeutig formuliert. Dafür lernt er. So wie er das als Spieler getan hat. Von Blaubach bis nach Rio. Ein Weltklassestürmer wie er, der der Nationalelf 13 Jahre diente, fehlt Joachim Löw. Mit „falscher Neun“ gewinnt man Spiele, aber keine Turniere. Vielleicht findet Miro ja einen „neuen“ Klose. Freuen wir uns auf den Trainer Klose. Er kann ein richtig guter werden.

 

Einen Stürmer wie er ihn einst mit Miro Klose hatte, könnte auch der 1. FC Kaiserslautern gebrauchen. Die Abschlussschwäche – drei Tore in drei Spielen – hat einen besseren Start in die Dritte Liga verhindert. Klar, 15 neue Spieler müssen integriert werden, die Abstimmung muss perfektioniert werden. Das braucht Zeit. Zeit, die der zum Erfolg verdammte FCK nicht hat. Heute beim Halleschen FC wartet die nächste Herausforderung. Kampfgeist und Leidenschaft sind gefragt!

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