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Mittwoch, 16. Mai 2018 Drucken

Kaiserslautern

Der FCK und die Stadionmiete

VON HANS-JOACHIM REDZIMSKI

Der Stadtrat stimmte am 13. März für eine Minderung der FCK-Stadionmiete (2,4 Millionen Euro in der Zweiten Liga, 425.000 Euro in der Dritten Liga, statt bisher 3,2 Millionen Euro) und dafür, den Mietausfall der Stadiongesellschaft durch die Stadt auszugleichen.

Der Stadtrat stimmte am 13. März für eine Minderung der FCK-Stadionmiete (2,4 Millionen Euro in der Zweiten Liga, 425.000 Euro in der Dritten Liga, statt bisher 3,2 Millionen Euro) und dafür, den Mietausfall der Stadiongesellschaft durch die Stadt auszugleichen. ( Foto: VIEW)

Für die Stadt Kaiserslautern bedeutet der Abstieg des 1. FCK in die Dritte Liga, dass sie tief in den Haushalt greifen muss. Mit 2,8 Millionen Euro muss sie ihre Stadiongesellschaft alimentieren. Die Stadiongesellschaft erhält jetzt deutlich weniger Miete für das Stadion.

Wenn es um die Frage geht, welche Auswirkungen der Abstieg des 1. FC Kaiserslautern in die Dritte Fußball-Bundesliga in der Stadt und Region hat, ist vieles Spekulation und Einschätzung. Vieles bleibt vage. Auf Heller und Pfennig lässt sich einzig und allein beziffern, was der Abstieg des Vereins in die Drittklassigkeit für den städtischen Haushalt und somit für den Steuerzahler bedeutet. Der Abstieg kostet die Stadt pro Spielzeit knapp 2,8 Millionen Euro.

Geld gleicht den Mietausfall aus

 

Wie das? Das Geld gleicht den Mietausfall aus, den die städtische Fritz-Walter-Stadiongesellschaft durch die geringere Stadionmiete in der Dritten Liga erleidet. Statt einer bisherigen Mindestpacht von 3,2 Millionen Euro zahlt der Verein für die Nutzung der Arena auf dem Betzenberg nur noch 425.000 Euro, plus Betrieb und Unterhaltung, für die er selbst zu sorgen hat. Die Stadiongesellschaft braucht aber weiterhin eine Einnahme im bisherigen Umfang. Allein 2,951 Millionen Euro gehen davon auf die Zinsverpflichtungen, die die Stadiongesellschaft für einen Kredit in Höhe von 65 Millionen Euro zu leisten hat.

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Politisch wurde schwer gerungen um die Unterstützung der Stadiongesellschaft und die Hilfe für den 1. FCK. Bis zuletzt hielt sich die Politik an der Hoffnung fest, dass der 1. FCK noch die Zweite Liga halten kann. In Liga zwei hätte der Verein 2,4 Millionen Euro an Stadionpacht bezahlt. Der Stadiongesellschaft hätten damit nur 800.000 Euro zur berechneten Mindestpacht von 3,2 Millionen Euro gefehlt, die Stadt wäre bei der Kapitalzuführung zur Stadiongesellschaft damit weniger beansprucht worden.

Emotional geladenes Thema

Für Oberbürgermeister Klaus Weichel (SPD) war die Diskussion um die Stadionmiete eines der kompliziertesten und emotional geladensten Themen, das er in seiner Amtszeit als Oberbürgermeister erlebt hat. Weichel zeigt Verständnis dafür, dass die Wogen hoch gegangen sind. Die Unterstützung für den 1. FCK und die Stadiongesellschaft konkurriere mit anderen Leistungen der Stadt. Die 2,8 Millionen Euro seien zwar nicht Teil der freiwilligen Leistungen der Stadt, aber 2,8 Millionen Euro seien halt 2,8 Millionen Euro.

Gleichwohl räumt der Oberbürgermeister mit der Annahme auf, dass das Geld, wenn es für den 1. FCK nicht ausgegeben würde, dann für andere Zwecke zur Verfügung stünde. Das Geld sei physisch überhaupt nicht da, es werde im Haushalt kreditfinanziert. Die Aufsichtsbehörde ADD habe der Stadt die Erlaubnis gegeben, auf diese Art und Weise der Stadiongesellschaft Kapital zuzuschießen. Eine Diskussion, was man mit dem Geld sonst hätte Sinnvolles und Gutes anfangen können, ist für Weichel somit unzulässig. Solange die Stadt ein strukturelles Defizit in ihrem Haushalt habe, sei eine solche Diskussion absurd.

"FCK ist Imageträger der Stadt"

Dass die ADD die Unterstützung der Stadiongesellschaft ohne Erhöhung der Grundsteuer oder der Gewerbesteuer erlaubte, lag nach den Worten des Oberbürgermeisters an der verbesserten wirtschaftlichen Situation der Stadt. Höhere Gewerbesteuereinnahmen, eine Erhöhung der Vergnügungssteuer ab 2019, zu erwartende höhere Zuweisungen vom Land über eine neue Schlüsselzuweisung, die Soziallasten der Stadt abfedern soll, gaben die Möglichkeit, um die Mehrbelastung von 2,8 Millionen Euro im Haushalt verkraften zu können. Weichel ist froh, wie die Diskussion zur Stadionmiete ausgegangen ist. Er gibt zu bedenken, die Aufsichtsbehörde hätte sich auch auf den Standpunkt stellen können, die Stadt sollte zur Unterstützung der Stadiongesellschaft die Realsteuern erhöhen.

Der Rathauschef hofft, dass der 1. FCK nunmehr die Lizenz für die Dritte Liga bekommt. „Der FCK ist auch in der Dritten Liga ein Imageträger der Stadt.“ Der Verein hat noch Auflagen und Bedingungen zu erfüllen, die sich aus der Lizenzerteilung für die Dritte Liga ergeben. Zufrieden ist Weichel damit, wie der Kontakt mit der neuen Vereinsführung mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Patrick Banf an der Spitze läuft. Die Stadt stehe in einem engen Verhältnis mit dem Verein.

Der nächste Teil des RHEINPFALZ-Reports:

Was sich mit der Dritten Liga für den FCK selbst ändert.

 

Auf der folgenden RHEINFPALZ-Seite findet ihr alle Informationen zum 1. FC Kaiserslautern.

 

 

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