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Dienstag, 31. Juli 2018 Drucken

FCK

„Der FCK kommt unter die ersten drei“

Sport-Plauderei: Christian Hirsch leitet das AWO-Fanprojekt in Kaiserslautern

Christian Hirsch (links) im Gespräch mit Sven Holler.

Christian Hirsch (links) im Gespräch mit Sven Holler. ( Foto: View)

«KAISERSLAUTERN.» In der Kolumne Sport-Plauderei stellen wir Menschen vor, die sich hinter den Kulissen bewegen. Heute: Christian Hirsch. Der 39-Jährige ist der Leiter des AWO-Fanprojekts in Kaiserslautern. Er ist überzeugt: Der FCK spielt diese Saison um den Aufstieg mit.

Herr Hirsch, was glauben Sie, wie der FCK in dieser Saison abschneidet?

Ich bin fest davon überzeugt, dass der FCK unter die ersten drei kommen wird.

 

Woran machen Sie das fest?

Die Verantwortlichen haben ein gutes Team zusammengestellt, wie ich finde. Abwehrspieler Kevin Krauss hat mir in Heidenheim gut gefallen. Ich finde es klasse, dass Hendrick Zuck zurück und Mads Albaek geblieben ist – das ist ein starker Spieler, nicht nur für die Dritte Liga.

 

Sie tragen selbst Sportkleidung. Sind Sie unterwegs zum Kicken?

Ja, das Awo-Fanprojekt bietet montags „Kicken mit dem Fanprojekt“ an. Im Winter spielen wir im Schulzentrum Süd und im Sommer auf der Fläche hinterm Warmfreibad. Meist sind wir fünf bis zehn Leute.

 

Können Sie erklären, was Sinn und Zweck des Fanprojekts ist?

Unser Beruf ist Soziale Arbeit mit Fußballfans zwischen 14 und 27 Jahren. Regelmäßigen Kontakt haben wir aktuell mit zirka 250 Jugendlichen aus der FCK-Fanszene. Wir unterstützen und beraten sie bei Problemen. Dazu organisieren wir Angebote und bieten offene Sprechstunden an. Unsere Arbeit basiert auf Vertraulichkeit und hoher Verlässlichkeit.

Und bei den Problemen geht’s ausschließlich um Fußball?

Nein, wir begleiten die Fangruppe(n) zwar zu den FCK-Spielen und treten dort als Vermittler auf. Zum Beispiel, wenn Ordner monieren, dass die Zaunfahne zu lang ist und nicht mit ins Stadion genommen werden darf. Aber wir begleiten und beraten auch Klienten, die Probleme im Elternhaus, im Studium oder bei der Jobsuche haben. Durch die niedrigschwelligen Angebote außerhalb der Spieltage war es uns möglich, aufkommende Problemlagen der Jugendlichen früh zu erkennen und Hilfe anzubieten.

 

Zuletzt wurde oft über denn Begriff Fankultur diskutiert. Stellen Sie da eine Verrohung fest, wenn es beispielsweise um Transfers geht?

Verrohung würde ich es nicht nennen. Es gab beim Sforza-Wechsel 1995 zum FC Bayern auch eine Polarisierung. Nur die Kritik, die früher am Stammtisch geäußert wurde, steht heute öffentlich im Netz. Es ist aber wohl auch so, dass sich die Spieler nicht mehr so mit ihrem Verein identifizieren – das ist dem Fan besonders wichtig. Das Beispiel Gerry Ehrmann, der seit 34 Jahren beim FCK ist, wird es nicht allzu oft geben.

 

Aber ist es nicht legitim, dass junge Spieler versuchen, in einer zeitlich begrenzten Karriere, Geld zu verdienen?

Das ist legitim. Aber dem Fan geht der Verein über alles, da wird die Kritik laut, wenn ein Spieler diesem den Rücken kehrt. Im Fußball geht’s um Emotionen, manchmal ist es auch zu viel des Guten.

 

Hatten Sie auch schon mit rassistischen Anfeindungen zu tun?

Ja, es gibt in jedem Stadion wohl rechtsoffene Anhänger. Wir versuchen mit dem Tribüne-ohne-Grenzen-Preis gegenzusteuern. Den vergeben wir an Initiativen und Fangruppen, die sich gegen Diskriminierung im Stadion einsetzen.

 

Sie sprechen mit viel Leidenschaft über den FCK. Schlägt Ihr Fußballerherz auch für ein anderes Team?

Im Profifußball nicht. Privat bin ich Mitglied beim FV Viktoria Bruchmühlbach.

 

Spielen Sie selbst noch und wenn ja, auf welcher Position?

Ich kicke in der AH, meist im defensiven Mittelfeld oder als Verteidiger.

 

Haben Sie Idole?

Mittlerweile eifere ich auf dem Platz niemandem mehr nach. Früher waren es Miroslav Kadlec und Ciriaco Sforza vom FCK. | Interview: Sven Holler

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