1. FC Kaiserslautern „Die Bullen an den Hörnern packen“

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KAISERSLAUTERN (zkk/osp). Für RB Leipzig ist’s ein Endspiel: Bei 43 Punkten geht es heute (20.15 Uhr) im Fritz-Walter-Stadion für das Projektteam von Red-Bull-Macher Dietrich Mateschitz darum, den Rückstand auf den 1. FC Kaiserslautern auf vier Zähler zu verkürzen. Gewinnt Rasen-Ballsport, sind die Sachsen zurück im Rennen um den Aufstieg. Mit einem Heimsieg hätte der FCK drei Punkte mehr als Darmstadt 98, vier Zähler mehr als der Karlsruher SC auf dem Konto.

„Im wahrsten Sinne des Wortes die Bullen an den Hörnern packen“, so lautet das Leitmotiv, das FCK-Coach Kosta Runjaic den Roten Teufeln mit ins Top-Spiel gegen die Roten Bullen gibt. Der Respekt vor dem Gast ist groß. „Leipzig ist eine Mannschaft, die unabhängig vom Standort versucht, ihr Spiel durchzusetzen“, weiß der Trainer um den Offensivgeist und um das „aggressive Pressing“. Dafür steht Torjäger Yussuf Poulsen, den Willi Orban und Dominique Heintz beim Hinspiel-0:0 an die Kette legten. „Sie haben hohe Qualität“, lobt Runjaic den finanzstarken Gast mit dem Ex-Lauterer Rodnei im Abwehrzentrum. In der Winterpause konnte Sportchef Ralf Rangnick noch einmal zehn Millionen Euro für drei Neue investieren. Als es nicht lief, durfte Trainer Alexander Zorniger in bezahlten Urlaub gehen. Interimscoach Achim Beierlorzer ist nach Thomas Tuchels Absage wohl ein Kandidat für eine Festanstellung als Chef. Es sei denn, Rangnick übernimmt selbst. Beim FCK ist nach verbüßter Gelb-Sperre Alexander Ring zurück im Team. Er steht für das Spiel, das Runjaic dem FCK verordnet hat: Mit Laufstärke und Einsatzfreude den Ball erobern, schnell nach vorne spielen, Chancen kreieren, den Abschluss suchen. Das will auch Kerem Demirbay, der nach ausgestandener Knieverletzung heute wieder zum Kader zählt. Die Rückkehr von Ring und Demirbay kostete Mateusz Klich den Kaderplatz, wohl auch, weil er letzten Montag in Düsseldorf keine Sternstunde hatte. „Mit fehlt Spielpraxis, ich brauche Zeit“, sagt der beim FCK als Spielmacher der Zukunft eingeplante Pole. „Düsseldorf darf sich nicht wiederholen, so werden wir nicht noch einmal spielen“, versichert Ring. Gas gibt auch Simon Zoller, der gegen die Fortuna erstmals traf. „Simon hat es ordentlich gemacht“, lobt der Trainer, der spürte, wie sehr das fehlende Erfolgserlebnis an der Kölner Leihgabe nagte. „Das Tor tut gut“, sagt Zoller. Er will mehr. Viel mehr! „Simon hat drei Tore vorbereitet, eins geschossen, das ist nicht schlecht bei sieben Einsätzen. Und läuferisch kommt er dem, was wir uns vorstellen, jetzt schon wieder ganz nahe“, attestiert FCK-Chef Stefan Kuntz. Die Analyse des 1:1 von Düsseldorf war keine angenehme dritte Halbzeit für die Schützlinge von Kosta Runjaic, der als harter, weil sehr offener Kritiker gilt. „Wir waren nicht gut“, gesteht der Coach und fordert Verbesserungen: „Wir müssen mehr investieren, mehr laufen, mehr sprinten, müssen mutiger nach vorne spielen.“ Für couragiertes Spiel steht Jean Zimmer. Heute Abend ist Zimmer, der mutige Kraftwürfel, wieder erste Wahl. Im Trainingsspiel am Samstag demonstrierte der 21-Jährige einmal mehr seine Entschlossenheit beim Abschluss und zimmerte Marius Müller beim Spiel A gegen B zwei wunderbare Distanzschüsse ins Netz. So können die Roten Teufel die Bullen tatsächlich an den Hörnern packen. SO SPIELEN SIE 1. FC Kaiserslautern: Sippel - Schulze, Orban, Heubach, Löwe - Karl -  Matmour, Ring, Stöger, Zimmer  - Zoller  – Ersatz: Müller, Heintz,  Fomitschow, Younes, Demirbay, Jacob, Hofmann  - Es fehlen: Gaus (Aufbautraining), Jenssen (Ermüdungsbruch am Mittelfußknochen) RB Leipzig: Coltorti - Klostermann, Sebastian, Rodnei, Jung -  Kaiser, Kimmich - Forsberg - Teigl, Poulsen, Reyna – Es fehlen: Boyd (Kreuzbandriss), Franke, Khedira (Aufbautraining), Schiedsrichter: Hartmann (Wangen) Hinrunde: 0:0.