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Donnerstag, 25. Januar 2018 Drucken

Games

Perfekte Inszenierung, aber ...

Star Wars Battlefront 2 sieht wunderschön aus und punktet mit der Atmosphäre – Leider nicht mit dem Gameplay

Von Benjamin Ginkel

( Screenshot: Electronic Arts/frei)

So atmosphärisch und so schön war schon lange kein Star-Wars-Spiel mehr: „Star Wars: Battlefront 2“ von den schwedischen Spieleentwicklern Dice hätte ein echter Knaller werden können. Allerdings triumphiert offenbar die dunkle Seite der Macht (Profitgier) über die helle Seite (zufriedene Spieler-Gemeinschaft).

Wahnsinn! Wer in der Rolle eines imperialen Sturmsoldaten oder eines Rebellen das Unterholz durchstreift und plötzlich Lasersalven um die Ohren geschossen bekommt, der duckt sich instinktiv am PC oder der Konsole weg: Die Präsentation von „Star Wars: Battlefront 2“ ist äußerst gut gelungen – von der Grafik über die Soundeffekte bis hin zum orchestralen und bekannten Soundtrack. Das passt einfach zusammen und saugt den Spieler förmlich ein. Die Messlatte in Sachen Präsentation von Mehrspieler-Games ist damit wieder ein gutes Stück nach oben gelegt worden.

Klingt ziemlich gut, nicht wahr? Leider schaffen es die erfahrenen Battlefield-Entwickler von Dice nicht, das Niveau auch in Sachen Spielspaß zu halten – und die wortreich angekündigte Einzelspielerkampagnen, eine Neuerung in der jungen „Battlefront“-Historie, lässt leider ebenfalls zu viel Potenzial ungenutzt: Der Spieler schlüpft darin in die Haut der imperialen Agentin Iden Versio. Nach der bekannten Zerstörung des zweiten Todessterns und dem Tod des Imperators im sechsten Star-Wars-Film sinnt die Fanatikerin auf Rache und will Jagd auf Rebellen machen. Doch schon recht bald nach dem Start der Kampagne kommt der vorhersehbare Wechsel hin zur guten Seite und den Rebellen. Zudem ist der Einzelspielerspaß ziemlich schnell vorbei. Mehr als eine nette Dreingabe ist die Kampagne also nicht.

Aber wer hätte das bei einem waschechten Multiplayer-Shooter auch erwartet? Der große Reiz ist schließlich, in die Haut von Rebellen oder Imperialen zu schlüpfen und in großangelegten Massenschlachten Momente aus den Star-Wars-Filmen nachzuerleben. Die Gefechte machen Spaß, außerdem haben die Entwickler mehr Karten mitgeliefert, als noch im ersten Teil.

Leider hat die Aussicht auf das schnelle Geld dem Spiel geschadet: Etliche Gegenstände und Spielfiguren lassen sich als sogenannte Sternenkarten nur in digitalen Lootboxen finden; also Kisten in denen zufällig zusammengewürfelt wird, was drin steckt. Diese Boxen lassen sich zwar mit viel Spielzeit erspielen, aber noch leichter mit echtem Geld kaufen. Wer also beispielsweise in die Haut eines Luke Skywalker schlüpfen will, und sich als Held mit Lichtschwert über die Mehrspielerkarten schnetzeln will, muss entweder viel, viel Spielen; extrem viel Glück haben oder seine Chancen auf den Held mit dem zukaufen weiterer Lootboxen erhöhen. Da die Spieler heftig protestiert haben, ist der Kauf von Lootboxen deaktiviert worden. Wie lange, das weiß niemand. Dem Spiel hat’s jedenfalls massiv geschadet, ebenso dem Ansehen der schwedischen Spieleentwickler ...