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Brettspiele

Spiel, Spannung und Bildung

„Luther – Das Spiel“: Dem Reformator den Weg bereiten

Von Christian Treptow

Porträts von Luthers Weggefährten zu sammeln, bringt Punkte.

Porträts von Luthers Weggefährten zu sammeln, bringt Punkte. ( Foto: Estelmann)

Das Jubiläum „500 Jahre Reformation“ beherrscht in diesem Jahr die Kalender. Martin Luther begegnet man überall. Da ist es nur logisch, dass der große Reformator auch ein eigenes Spiel bekommt. Und das ist den Autoren Erika und Martin Schlegel durchaus gelungen.

Zugegeben, wir waren zuerst etwas skeptisch: Braucht man ein Spiel über Luther? Kann das was werden? Und kann man das auch verstehen, wenn man nicht evangelisch ist? Nach dem Testlauf können diese Fragen allesamt getrost und guten Gewissens mit „ja“ beantwortet werden.

Die Spieler wandeln auf den Spuren Luthers. Besser: Sie bereisen die Orte, wo er gewirkt und Spuren hinterlassen hat – zum Beispiel Wittenberg, Leipzig, Worms und Augsburg. Auf dieser Reise muss man Erfahrungspunkte sammeln. Wer am Ende die meisten hat, gewinnt. Erfahrungspunkte bekommt man unter anderem, indem man möglichst viele Porträts von Luthers Weggefährten sammelt – Katharina von Bora, Friedrich dem Weisen, Philipp Melanchthon, Karl V., Lucas Cranach und Johann Tetzel. Die Bildchen werden in den diversen Städten ausgelegt.

In diese gelangt man natürlich nicht einfach so. Man muss sich schon kräftig stärken, um die einzelnen Strecken hinter sich zu bringen. Hier muss man nicht würfeln. Stattdessen werden Proviantkarten – Brot, Käse und Dünnbier abgegeben. Diese Karten haben unterschiedliche Werte, die die Anzahl der Tagesreisen angeben, die man mit ihnen machen kann. Bis zu drei Orte darf man in einem Zug ansteuern. Die Hälfte der zurückgelegten Tagesreisen erhält der Spieler als Erfahrungspunkte. Etwas Pfeffer ins Spiel bringen Ereignis-, Luther- und Vorteilskarten. Beendet ist das Spiel, wenn das wohl berühmteste Luther-Gemälde von Lucas Cranach komplett zu sehen ist. Das Bild ist zunächst mit Cranach-malt-Plättchen bedeckt. Nach jeder Runde wird eines aus dem Spiel, sprich: vom Gemälde genommen. Außer der Reihe kann man mit den Lutherkarten zusätzlich Plättchen entfernen.

Das klingt nach Deutschlandreise mit ein bisschen Bonusprogramm. Ist es auch. Aber das Spiel funktioniert trotzdem. Langweilig wird’s nie, weil man auch mögliche Züge seiner Gegner im Blick haben muss. Dazu gibt es noch allerlei Wissenswertes rund um Martin Luther in einem Begleitheft zu erfahren. Spiel, Spannung und etwas Bildung in einer einzigen Schachtel …

Die Gestaltung ist sehr schön geworden – mit dem Cranach-Gemälde als echtem Blickfang. Standard beim Kosmos-Verlag, aber immer wieder erwähnenswert: die sehr hilfreichen Übersichtskarten, damit man während der Runde nicht die Orientierung verliert.

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