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Samstag, 17. Februar 2018 Drucken

Brettspiele

Das Geheimnis um Hotelzimmer 1904

„Safe House“: Sebastian Fitzek liefert Idee zu einem kooperativen Krimi-Spiel – Großer Wurf aus dem Moses-Verlag

Von Christian Treptow

Ein wichtiger Zeuge des Verbrechens muss in das Safe House gebracht werden: Zeitdruck und Verfolger sitzen den Spielern dabei im Nacken.

Ein wichtiger Zeuge des Verbrechens muss in das Safe House gebracht werden: Zeitdruck und Verfolger sitzen den Spielern dabei im Nacken. ( Foto: Verlag/Frei)

Was ist in Hotelzimmer 1904 passiert? Dieser Frage müssen zwei bis vier Spieler bei „Safe House“ nach einer Idee des Thriller-Autors Sebastian Fitzek nachgehen. Herausgekommen ist ein sehr gutes kooperatives Spiel mit hohem Suchtfaktor. Vor allem, wenn das Spiel zu oft gewinnt, weil man die Aufgabe nicht löst …

Wer schon einmal einen Thriller von Sebastian Fitzek in der Hand hatte, wird den nicht so schnell wieder zur Seite gelegt haben. Ähnliches Suchtpotenzial kann man auch dem Spiel „Safe House“ zuschreiben, das Autor Marco Teubner mit Unterstützung von Fitzek und Jörn Stollmann (auch Illustration) kreiert hat. Die Ausgangslage ist relativ simpel: Die Spieler müssen herausfinden, was in Hotelzimmer 1904 passiert ist. Doch nicht nur das. Ein wichtiger Zeuge muss sicher ins Safe House gebracht werden. Das ist nicht ohne. Denn ein Verfolger sitzt dem Beobachter des Verbrechens im Nacken.

Diese Herausforderung müssen die zwei bis vier Spieler gemeinsam lösen. Der Flüchtende muss sich über fünf Spielpläne ins sichere Haus kämpfen. Die Spielpläne sind – wie könnte es bei Fitzek anders sein – als Buch konzipiert. Wenn man eine Ebene geschafft hat, heißt es umblättern. Zu guter Letzt faltet sich dann sogar das Safe House auf, was optisch Pluspunkte verdient.

Damit der wichtige Zeuge schnell vom Fleck kommt, müssen die Spieler verschiedene Aufgaben bewältigen. Mit Fluchtkarten müssen die in den einzelnen Kapiteln vorgesehenen Farbkombinationen auf den jeweiligen Kapitelkarten erarbeitet werden. Erschwert wird das durch die Zahlenwerte auf den Karten. Denn die höheren Karten blockieren automatisch die Karten mit niedrigeren Werten. Da ist viel Kommunikation gefragt.

Alternativ kann man mit den Fluchtkarten auch Ermittlungschips umdrehen und so das Verbrechen in Hotelzimmer 1904 lösen. Hier gilt es, den richtigen Mittelweg zu finden. In der leichtesten der drei Spielvarianten fällt die Ermittlung weg.

Zusätzlich Schwung in die Sache und am Anfang eine gewisse Portion Hektik bringt der Zeitdruck. Denn nur 30 Minuten hat man, um den Zeugen ins Safe House zu bringen und das Verbrechen aufzuklären. Und alle zwei Minuten rückt der Verfolger ein Feld näher. Das tut er auch, wenn die entsprechenden Verfolgerkarten gezogen werden. Die zwei Minuten kann man übrigens per Sanduhr ablaufen lassen, oder man lädt sich per QR-Code auf dem Spielbrett die Original-Musik der Sebastian-Fitzek-Jubiläumsshow aufs Smartphone. Letzteres hat sich als praktisch erwiesen, da ein Signalton alle zwei Minuten daran erinnert, den Verfolger vorzuziehen. Die Sanduhr umzudrehen, vergisst man im Eifer des Gefechts schon mal.

Mit „Safe House“ ist dem Moses-Verlag ein großer Wurf gelungen. Die Regeln sind – anders als das Verbrechen – leicht zu durchschauen. Langeweile kommt aufgrund der zeitlichen Begrenzung nie auf. Hinzu kommt die sehr ansprechende Optik. Das führt dazu, dass das Spiel einen schnell in seinen Bann zieht. Da wird im Handumdrehen eine abend- oder nachmittagfüllende Veranstaltung draus. Vor allem, wenn das Spiel ein ums andere Mal gewinnt …