Fußball
Waldhof Mannheim verliert in Stuttgart: Zu zaghaft und zu weit weg
Felix Lohkemper nahm seine Mannschaft nach der enttäuschenden 1:3 (0:3)-Niederlage am Freitagabend beim VfB Stuttgart II in die Pflicht. „Egal gegen welchen Gegner: Wenn wir so auftreten wie in der ersten Hälfte, gewinnen wir kein Spiel in der dritten Liga“, sagte der Stürmer des SV Waldhof Mannheim, der aus stark abseitsverdächtiger Position seinen zehnten Saisontreffer erzielt hatte (73.).
Der Waldhof kam in der Tat ganz schwach in die Partie.
Das hatte durchaus einen Grund: Zu den gesperrten Niklas Hoffmann (Rot-Sperre), Janne Sietan (Gelb-Rot), Lukas Klünter und Terrence Boyd (beide die fünfte Gelbe Karte) trug sich auch noch Tim Sechelmann verletzt kurzfristig in die Liste der fehlenden Spieler ein. Allerdings stellt sich fast auch schon die Charakterfrage des Teams, wenn der VfB in den ersten 45 Minuten nahezu nach Belieben schalten und walten konnte.
„Die erste Hälfte war nicht ausreichend“
Vor den beiden Toren von Noah Darvich (19. und 44.) war Ersatz-Innenverteidiger Julian Rieckmann viel zu zaghaft und zu weit weg von seinem Gegenspieler. Eine Körpertäuschung und er war ausgespielt. Beim 2:0 musste Jeremy Arevalo seinen Fuß nur in einen abgefälschten Ball halten und Torhüter Thijmen Nijhuis, der kurz vor der Pause umknickte und in der Kabine bleiben musste, hatte das Nachsehen (41.). „Die erste Hälfte war nicht ausreichend, und wir hatten zu viele Spieler, die überhaupt nicht auf dem Platz waren“, sagte Waldhofs Trainer Luc Holtz.
In der zweiten Hälfte wurde das Spiel der Mannheimer vor 2600 Zuschauern, davon die Mehrzahl aus der Kurpfalz, zwar besser. Das lag aber auch daran, weil der VfB das Ergebnis immer mehr verwaltete. Bis zur 60. Minute hätte Stuttgart die Gäste mit einem Debakel nach Hause schicken können. So wurde das Tor von Mansour Ouro-Tagba wegen Abseits nicht anerkannt (50.). Darvich hatte zudem mehrfach seinen dritten Treffer des Abends erzielen können. „Sie waren schneller als wir, und wir hatten zu große Probleme. Wir waren beim Umschaltspiel zu langsam und hatten zu wenig Körperlichkeit“, kritisierte Holtz.
Bemüht, aber ohne Chance
Durchsetzungsvermögen zeigte indes Oluwaseun Ogbemudia vor dem Treffer von Lohkemper. Er tankte sich im Strafraum durch, passte nach innen und Stuttgarts Alexander Groiß lenkte den Ball an die Hüfte des Waldhof-Stürmers. Von dort ging der Ball ins Tor. Eine richtige Initialzündung war der Treffer aber nicht. Der Waldhof war zwar bemüht, klare Chancen auf den Anschlusstreffer blieben jedoch Mangelware. „Wir haben es mit dem Ehrentreffer noch einmal probiert. Aber wenn man ehrlich ist, hätte der VfB heute das Spiel viel früher zumachen können“, sagte Lohkemper.
Mit der dritten Niederlage in diesem Jahr steht wohl so ziemlich fest: Der Waldhof wird mit dem Aufstieg nichts mehr zu tun haben, nach unten ist der Abstand sehr groß. Drei Siege in den verbleibenden 13 Spielen sollten für den Klassenerhalt ausreichen. Damit kann er am kommenden Sonntag gegen Alemannia Aachen (13.30 Uhr) beginnen.
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