Beziehungskiste RHEINPFALZ Plus Artikel Verantwortungsgefühl für andere: Wo die Grenzen zur Selbstfürsorge liegen

Die Probleme anderer sollten nicht ständig zu den eigenen gemacht werden.
Die Probleme anderer sollten nicht ständig zu den eigenen gemacht werden.

Ständiges Kümmern um fremde Sorgen kann dazu führen, dass die eigenen Bedürfnisse hinten anstehen.

„Ich fühle mich oft verantwortlich für die Gefühle anderer. Ich weiß nicht, wo meine Verantwortung aufhört. Was soll ich tun?“

Lieber Ratsuchender! Es ehrt Sie, dass Sie sich so viele Gedanken um andere machen. Sie scheinen sehr empathisch und mitfühlend zu sein und reagieren wahrscheinlich sensibel auf die Gefühle anderer Menschen. Im Grunde ist das eine schöne Eigenschaft, die Ihnen sicherlich auch häufig zugutekommt. Jedoch gibt es auch eine Kehrseite der Medaille. Wie Sie schon selbst sagen, wissen Sie nicht, wo Ihre Verantwortung aufhört. Das ist auf lange Sicht weder für Sie noch für andere Menschen förderlich und gesund. Sie dürfen natürlich weiterhin empathisch sein und für andere da sein, aber vergessen Sie dabei sich selbst nicht! Versuchen Sie einmal, in sich hineinzuspüren: Warum ist das bei Ihnen so? Fühlen Sie sich geliebt, wenn Sie anderen etwas Gutes tun? Fühlen Sie sich stärker und einfach „gebraucht“? Manchmal sind es tatsächlich Erfahrungen aus der eigenen Vergangenheit, die erklären, warum man so reagiert oder sich für jeden verantwortlich fühlt. Dazu kann ich Ihnen Folgendes sagen: Sie sind einzig und allein für Ihre eigenen Gefühle verantwortlich. Sie müssen niemanden aus seinen oder ihren Gefühlen „retten“ oder die Verantwortung dafür übernehmen. Das können Sie auch nicht. Versuchen Sie, sich selbst abzugrenzen, und machen Sie sich klar, dass Sie anderen nicht deren Gefühlslage abnehmen sollten. Auf der einen Seite belasten Sie sich mit den Gefühlen der anderen, und auf der anderen Seite hat die betroffene Person gar nicht die Möglichkeit, sich selbst weiterzuentwickeln. Versuchen Sie zu verstehen, wo Ihre Grenzen verschwimmen und Sie immer helfen wollen. Üben Sie sich in innerer Abgrenzung und nehmen Sie sich aus Situationen heraus, die nicht zu Ihrem Leben gehören. Sie müssen nicht der Retter sein, der jeden auffängt. Bleiben Sie bei sich. Ich wünsche Ihnen gutes Gelingen!

Liebe Leser, haben Sie ähnliche Fragen? Dann schicken Sie diese per Post an RHEINPFALZ am SONNTAG, Beziehungskiste; Ostbahnstraße 12, 76829 Landau oder per E-Mail an ras-beziehungskiste@rheinpfalz.de.

Isabel Asaro arbeitet als systemische Therapeutin in Frankenthal. www.Isabel-Schroth.com

Info

Dieser Artikel stammt aus der RHEINPFALZ am SONNTAG, der Wochenzeitung der RHEINPFALZ. Digital lesen Sie die vollständige Ausgabe bereits samstags im E-Paper in der RHEINPFALZ-App (Android, iOS). Sonntags ab 5 Uhr erhalten Sie dort eine aktualisierte Version mit den Nachrichten vom Samstag aus der Pfalz, Deutschland und der Welt sowie besonders ausführlich vom Sport.

Isabel Asaro schreibt alle zwei Wochen eine neue Kolumne in der RHEINPFALZ am SONNTAG.
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