Familie RHEINPFALZ Plus Artikel Tipps: Wie Eltern bei KI mithalten können

Viele Jugendliche nutzen inzwischen KI-Chatbots im Alltag. Etwa für ihre Hausaufgaben.
Viele Jugendliche nutzen inzwischen KI-Chatbots im Alltag. Etwa für ihre Hausaufgaben.

Eltern stehen oft hilflos dem Medienkonsum ihrer Kinder gegenüber. Inzwischen zieht auch KI ins Kinderzimmer ein. Wie Eltern ihre Kinder dabei begleiten können.

Wie Junge KI anwenden

ChatGPT war 2025 nach der JIM-Jugendstudie die mit Abstand wichtigste KI-Anwendung unter den Zwölf- bis 19-Jährigen: 84 Prozent haben das Tool schon mal verwendet – 2024 waren es 57 Prozent. Inzwischen arbeitet die Hälfte der Jugendlichen mehrmals pro Woche mit ChatGPT. Mit deutlichem Abstand folgen die KI-Tools Google Gemini und Meta AI – jeweils rund ein Drittel greift zumindest selten darauf zurück. DeepL, Microsoft Copilot und My AI von Snapchat kommen auf etwa ein Fünftel, DALL-E auf sechs Prozent. Bei den Zwölf- bis 13-Jährigen haben 69 Prozent ChatGPT ausprobiert, in den höheren Altersgruppen sind es jeweils knapp 90 Prozent. Insgesamt hat sich KI zu einem Alltagswerkzeug entwickelt, das vor allem im schulischen Kontext an Gewicht gewinnt.

Wie Eltern unterstützen können:

Tipps für Eltern geben unter anderem die EU-Initiative „Klick Safe“ und die Medienanstalt Rheinland-Pfalz in ihrer Broschüre „Mein Kind und KI“.

Eltern sollten ihre Kinder beim Umgang mit KI begleiten.
Eltern sollten ihre Kinder beim Umgang mit KI begleiten.

Folgende Ratschläge haben Experten:

1. Informieren Sie sich zu KI-Chatbots und KI-Begleitern: Wo liegen Potenziale? Wo Probleme?

2. Probieren Sie mit Ihrem Kind KI-Chatbots und KI-Begleiter aus. So können Gesprächsverläufe gut nachvollzogen sowie mögliche Chancen und Risiken erkannt und besprochen werden.

3. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, was ein KI-Bot kann und was nicht. Überlegen Sie gemeinsam, für welche Situationen und Themen solche Dienste hilfreich sein können, wo es Grenzen gibt und wann ihre Inhalte problematisch werden.

4. Reden Sie offen über Risiken von KI-Chatbots und KI-Begleitern. Auch wenn solche Dienste möglicherweise Vorteile bieten, sollte Ihr Kind die Risiken kennen. Sprechen Sie über ungeeignete Inhalte, Falschinformationen, emotionale Bindung.

5. Sensibilisieren Sie Ihr Kind dafür, keine persönlichen Daten preiszugeben. Denn: KI-Bots können alles speichern, was man ihnen schreibt – auch Name, Adresse, Fotos oder Informationen zur Gesundheit. Machen Sie Ihrem Kind klar, wie wichtig Datenschutz beim Umgang mit KI-Diensten ist.

6. Seien Sie verlässliche Ansprechperson für Ihr Kind. Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass es sich bei allen Unsicherheiten, Überforderungen und Ängsten jederzeit an Sie wenden kann. Respektieren Sie aber auch, wenn es sich Ihnen – vor allem im Teenageralter – nicht öffnen möchte. Hier kann es helfen, alternative Ansprechpersonen aufzuzeigen.

7. Sprechen Sie darüber, dass eine KI keine echte Beziehung ersetzen kann. KI-Chatbots sind jederzeit verfügbar, freundlich und aufmerksam. Möglicherweise sind das Eigenschaften, die im Alltag Ihres Kindes gerade zu kurz kommen oder fehlen. Vielleicht sucht es dort nach Trost, Bestätigung oder einem konfliktfreien Austausch. Erklären Sie, dass KI-Chatbots trainierte Programme sind, die dazu neigen, die Sichtweise der Nutzenden zu bestätigen. Daher sollten die Unterschiede zwischen menschlicher Nähe und künstlich erzeugter Interaktion klar benannt werden. Es ist wichtig, dass das Kind versteht, dass der Umgang mit Meinungsvielfalt grundlegend für echte Beziehungen ist. Denn so erlernt es Kompromissbereitschaft und das Aushalten anderer Meinungen.

8. Achten Sie auf eine ausgewogene KI-Nutzung und fördern Sie regelmäßige Aktivitäten mit Freunden. Aktivitäten wie Spielen, Ausflüge, Sport oder Treffen mit Freunden fördern die Entwicklung zentraler sozialer Fähigkeiten.

9. Vereinbaren Sie klare Regeln zu Nutzungsdauer, Datenschutz und Umgang mit KI-Antworten. Halten Sie diese in einem Mediennutzungsvertrag fest.

10. Nehmen Sie Jugendschutzeinstellungen vor. Wenn Ihr Kind einen KI-Chatbot verwenden möchte, prüfen Sie, ob es das Mindestalter erfüllt. Ergänzend können Sie technische Sicherheitseinstellungen vornehmen. Konkrete Anleitungen finden Sie auf www.medien-kindersicher.de.

Info

Dieser Artikel stammt aus der RHEINPFALZ am SONNTAG, der Wochenzeitung der RHEINPFALZ. Digital lesen Sie die vollständige Ausgabe bereits samstags im E-Paper in der RHEINPFALZ-App (Android, iOS). Sonntags ab 5 Uhr erhalten Sie dort eine aktualisierte Version mit den Nachrichten vom Samstag aus der Pfalz, Deutschland und der Welt sowie besonders ausführlich vom Sport.

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