Fußball-EM RHEINPFALZ Plus Artikel Türkische Ultranationalisten: Nutzen die Grauen Wölfe das Turnier für ihre Zwecke?

Merih Demiral jubelt über ein Tor im EM-Achtelfinale gegen Österreich – und zeigt den Wolfsgruß.
Merih Demiral jubelt über ein Tor im EM-Achtelfinale gegen Österreich – und zeigt den Wolfsgruß.

Die Grauen Wölfe setzen sich für ein großtürkisches Reich ein. In Deutschland sind der rechtsextremen Bewegungmehr als 12.000 Personen zuzurechnen. Wird die Fußball-EM zu einer Bühne für die türkischen Ultranationalisten?

Jetzt ist es passiert: Ein türkischer Spieler erzielt bei einem EM-Spiel ein Tor und zeigt beim Jubel über den Treffer den sogenannten Wolfsgruß. Beim 2:1 gegen Österreich hatte Merih Demiral beide Tore geschossen, nach dem zweiten formte er mit beiden Händen das Handzeichen und Symbol der „Grauen Wölfe“. Demiral hatte erklärt, es habe mit seiner „türkischen Identität zu tun“, wie er gefeiert habe. Für die Geste steht er nun massiv in der Kritik. „Seit Jahren bekomme ich von Anhängern der Grauen Wölfe, einer der größten rechtsextremen Gruppen in Deutschland, Morddrohungen. Dass Merih Demiral hier den rechtsextremen Wolfsgruß zeigt, ist eine Verhöhnung der Opfer“, schrieb Menschenrechtsaktivistin Düzen Tekkal bei X. „So bitter für die türkischen Fans.“

Im Juli 2023 sorgt ein Foto in einem Fitnessstudio für Aufregung. Darauf zu sehen ist der ehemalige deutsche Fußballnationalspieler Mesut Özil mit einem Trainingspartner. Özil lächelt, hebt sein T-Shirt hoch und gibt den Blick auf eine Tätowierung frei. Auf seiner Brust sind drei Halbmonde und ein heulender Wolf abgebildet. Es ist die Symbolik der Grauen Wölfe, einer ultranationalistischen türkischen Bewegung, die auch in etlichen europäischen Staaten verwurzelt ist. Mit laut Verfassungsschutz 12.100 Anhängern in Deutschland wird sie als großes rechtsextremes Netzwerk eingestuft.

„Viele Menschen haben erst durch Özil von den Grauen Wölfen erfahren“, sagt Burak Yilmaz. Der Pädagoge erforscht die Ideologie der Grauen Wölfe, ihre Gewaltbereitschaft und Drohungen gegen jene Gruppen, die nicht das Streben nach einem großtürkischen Reich unterstützen. „Der Fußball in Deutschland ist seit Jahrzehnten eine Rekrutierungsplattform für die Grauen Wölfe. Ich gehe davon aus, dass sie diesen Sommer intensiv nutzen werden.“

Bei der Fußball-Europameisterschaft hat die türkische Nationalmannschaft am vergangenen Dienstag in Dortmund gegen Georgien (3:1) ihr erstes Spiel bestritten – im Ruhrgebiet, wo die Grauen Wölfe gut vernetzt sind. Rund um das Stadion waren auch Symbole der Grauen Wölfe zu sehen: T-Shirts mit nationalistischen Symbolen, Flaggen mit den drei Halbmonden, etliche Fans erhoben die Hände zum so genannten „Wolfsgruß“. Auch ihr zweites Gruppenspiel bestreitet die türkische Mannschaft in Dortmund. Burak Yilmaz sagt: „Die Grauen Wölfe könnten aber auch im Stadionumfeld auf Jugendliche zugehen.“ In der Bahn, in Cafés, auf der Straße.

Auch in der Lokalpolitik vernetzt

Für ihn ist das keine Überraschung. In seiner Heimatstadt Duisburg war er Anfang des Jahrtausends als Schiedsrichter aktiv, da war er noch ein Teenager. Bei Jugendspielen beobachtete er Flaggen, Trikots und Banner mit Symbolen der Grauen Wölfe. Mitunter hörte er beim Einlaufen der Mannschaften völkische Marschlieder, die die türkische Nation über alle anderen stellen. „Es herrschte eine martialische Atmosphäre“, sagt Yilmaz. „Trainer und Eltern stachelten die jungen Spieler auf und sprachen von Türkentum – als ginge es um eine Schlacht.“

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