Fußball
SV Waldhof ist bloß ein Sparringspartner für den Spitzenreiter
Der VfL Osnabrück hat am Samstag dem SV Waldhof Mannheim in der Dritten Liga deutlich die Grenzen aufgezeigt. Beim 1:4 (0:1) an der mit 14.743 Zuschauern ausverkauften Bremer Brücke waren die Kurpfälzer auch spielerisch dem Tabellenführer klar unterlegen. Waldhofs Trainer Luc Holtz sprach von einer fehlenden Reife seiner Mannschaft, um gegen die Top-Teams der Liga mithalten zu können.
Die Vorzeichen waren für den Waldhof denkbar ungünstig. Holtz musste zahlreiche verletzte Spieler ersetzen, dazu war Terrence Boyd noch gesperrt. Am Samstag meldete sich auch noch Janne Sietan krank ab. Für ihn kam Denis Kryeziu auf der Doppel-Sechs neben Julian Rieckmann zu seinem Startelfdebüt bei den Blau-Schwarzen. Das verlief für den Youngster denkbar unglücklich.
An zwei Gegentoren beteiligt
Schon in den ersten Minuten leitete er zwei Großchancen mit Ballverlusten im Mittelfeld ein. Vor dem frühen Rückstand durch David Kopacz (12.) verlor der 19-Jährige dann den Ball leichtfertig an Lars Kehl, der mit einem tückischen Aufsetzer Waldhofs Torhüter Thijmen Nijhuis prüfte. Den Ball konnte der Niederländer indes nur abklatschen lassen. Samuel Abifade und Oluwaseun Ogbemudia kamen gegen Kopacz zu spät, der den Ball ins Mannheimer Tor drosch. Beim 0:2 durch Robin Meißner (54.) fälschte Kryeziu zu allem Überfluss noch so ungünstig ab, dass Nijhuis keine Abwehrchance hatte.
Es lag aber sicherlich nicht an Kryeziu allein, dass der Waldhof bei den abgeklärten Niedersachsen, die in diesem Jahr aus den zehn Partien stolze 26 von 30 möglichen Punkten geholt haben, chancenlos war. „Bei den ersten drei Toren hatten wir jedes Mal im Umschaltspiel einen Ballverlust. Das hat der Gegner gut gemacht“, analysierte Holtz die einseitige Partie, in der noch einmal Meißner (69.) und Robin Fabinski (84.) die weiteren Treffer erzielten. Der Waldhof-Trainer attestierte seiner Mannschaft, das Spiel bis zum letzten Drittel ordentlich geführt zu haben: „Dann waren wir nicht zielstrebig genug oder haben nicht sauber gespielt.“
Bis zur Nachspielzeit keine klare Chance
Man kann es auch so sagen: Bis zum Ehrentreffer zum 1:4 durch den 14. Saisontreffer von Felix Lohkemper in der letzten Aktion des Spiels (90.+4) verzeichnete Mannheim keine klare Chance. Osnabrücks Torhüter Lukas Jonsson verlebte einen ruhigen Tag, obgleich der Waldhof mehr Ballbesitz verzeichnete. Deutlich machte sich das Fehlen von Arianit Ferati bemerkbar, dessen kreative Impulse für das Waldhof-Spiel weder von Diego Michel noch von Lovis Bierschenk übernommen werden konnten. Ein Schüsschen von Abifade deutlich über das Tor war da noch die beste Chance (11.).
„Nach oben gibt es stärkere Mannschaften als uns. Das hat sich heute wieder bestätigt. Wir sind nicht reif und zielstrebig genug, um gegen solche Gegner auch mal Punkte zu holen. Das geht vielleicht mal an einem sehr guten Tag“, betonte Holtz.
Zu schwach gegen die Spitzenteams
Mit der deutlichen Niederlage erlosch beim Tabellenneunte der letzte Hoffnungsschimmer, doch noch ein Wörtchen im Aufstiegsrennen mitreden zu können. Neun Spieltage vor Rundenende beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz nun zehn Punkte. Überhaupt hat der Waldhof in den Spielen gegen die über ihm platzierten Mannschaften nur acht Punkte eingefahren. Die im Schnitt 0,6 Punkte in diesem Partien zeugen auch nicht von der Leistung, um ernsthaft über den Aufstieg nachdenken zu dürfen.
Da der Vorsprung auf die Abstiegsplätze nach wie vor riesig ist, kann der Waldhof weiterhin beruhigt auf den Saisonendspurt blicken. Am Samstag kommt Erzgebirge Aue.
Info
Dieser Artikel stammt aus der RHEINPFALZ am SONNTAG, der Wochenzeitung der RHEINPFALZ. Digital lesen Sie die vollständige Ausgabe bereits samstags im E-Paper in der RHEINPFALZ-App (Android, iOS). Sonntags ab 5 Uhr erhalten Sie dort eine aktualisierte Version mit den Nachrichten vom Samstag aus der Pfalz, Deutschland und der Welt sowie besonders ausführlich vom Sport.