Fußball
Luxemburgs Trainer Jeff Strasser atmet auf: Zumindest kein Debakel
Es war nicht so, dass Luxemburgs Nationaltrainer Jeff Strasser nicht genau gewusst hätte, was auf seine Mannschaft im Spiel gegen Deutschland zukommt. Vor zehn Jahren absolvierte er zusammen mit Bundestrainer Julian Nagelsmann den Fußballlehrer-Lehrgang. „Julians Mannschaften haben immer eine Handschrift“, stellte der frühere Spieler und Trainer des 1. FC Kaiserslautern fest.
Schlechter Spielbeginn
Am Freitag nach der 0:4-Niederlage gegen Deutschland musste Strasser erkennen: „Wir haben schlecht ins Spiel gefunden. Wir wurden phasenweise sogar erdrückt, geraten in Rückstand, bekommen eine Rote Karte. Eine schwere Entscheidung. Ein Elfmeter war es mit Sicherheit, aber bei der Roten Karte kann man die Frage stellen, ob das unbedingt nötig war“, resümierte Strasser. Seit einigen Wochen ist er nun Trainer von Luxemburg, bezog im dritten Spiel der WM-Qualifikation die dritte Niederlage. Vor allem die Heimniederlage gegen die Slowakei war bitter, denn da kassierte Luxemburg das 0:1 in der 90. Minute. „Nachdem wir zuvor zweimal den Pfosten getroffen haben“, sagte Strasser dieser Zeitung.
„Ich habe die Stärke der deutschen Mannschaft einen Tag vor dem Spiel angesprochen. Die Mannschaft hat das bestätigt. Fast 70 Minuten in Unterzahl, das war dann ein schwieriges Spiel für uns“, führte der Trainer aus. Er fieberte mit seiner Mannschaft, nach einer guten halben Stunde sah er die Gelbe Karte wegen Meckerns.
Nicht einverstanden war Strasser damit, wie seine Mannschaft die Partie begann. Der Plan war, weiter vorne auf dem Platz zu verteidigen, das gelang überhaupt nicht. „Wir haben schlecht ins Spiel gefunden. Wir wollten viel höher stehen, aber die Qualität der deutschen Mannschaft war so hoch, dass wir es nicht hinbekommen haben“, erläuterte Strasser, von 1999 bis 2002 als Spieler beim 1. FC Kaiserslautern, danach noch einmal kurz als Trainer von September 2017 bis Januar 2018. Dann stoppte ihn in der Halbzeitpause des Spiels bei Darmstadt 98 akutes Unwohlsein. Er hatte Herzrhythmusstörungen, die von einer verschleppten Grippe herrührten. Er setzte seine Karriere in Luxemburg bei verschiedenen Klubs fort. Über seine Verbindungen, die Strasser noch zum FCK hat, sprach Strasser vor dem Spiel gegen Deutschland.
Das Beste daraus gemacht
Am Ende der Partie in Sinsheim war Jeff Strasser froh, dass seiner Mannschaft Schadensbegrenzung gelang. „Die Mannschaft hat sich dagegengestellt“, sagte er. „Wir haben zwei, drei Sachen in der Pause angesprochen. Dann gehst du aus der Halbzeit raus und kassierst innerhalb von fünf Minuten zwei Tore. Es hätte vom Resultat anders ausgehen können. Die Mannschaft hat noch das Beste daraus gemacht. Es wurde kein Debakel, das kann man noch aus dem Spiel ziehen“, folgerte Strasser, zufrieden mit der Mentalität, die seine Mannschaft in Unterzahl an den Tag legte. Rund 3000 Fans aus Luxemburg waren dann auch durchaus zufrieden mit dem Auftritt ihrer Mannschaft gegen den großen Favoriten Deutschland. Sie machten sich im Sinsheimer Stadion lautstark bemerkbar. Am Montag geht es in der Slowakei für den Außenseiter weiter.
Eine feste Größe in Luxemburgs Nationalteam ist Florian Bohnert vom französischen Zweitligisten SC Bastia, der in den bisherigen drei WM-Qualifikationsspielen von Luxemburg zur Startelf gehörte. In jungen Jahren war er für den FK Pirmasens in der Regionalliga unter Trainer Peter Tretter aktiv. Bohnert spielte hinten links defensiv und bekam es zumeist mit Karim Adeyemi und Serge Gnabry zu tun. Er wurde kurz nach der Halbzeit ausgewechselt – kurz drauf fiel das dritte Tor der deutschen Mannschaft durch Serge Gnabry. Aber viel mehr ließen die tapferen Luxemburger nicht mehr zu.
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