Reise RHEINPFALZ Plus Artikel Lapplands Schatzsuche: Auf den Spuren der funkelnden Steine

Volle Konzentration: es könnten sich wertvolle Steine finden lassen.
Volle Konzentration: es könnten sich wertvolle Steine finden lassen.

In Pyhä-Luosto in Nordfinnland finden Kinder in einer Amethyst-Mine ihr lila Glück.

Von Geraldine Friedrich

Mit der Hand fischt Tim ein verschlammtes Etwas aus einem metallenen Salatsieb. „Ich hab’ einen“, strahlt er. Es ist ein Amethyst. Die Mine befindet sich inmitten des Nationalparks Pyhä-Luosto in Finnisch-Lappland und ist fast ganzjährig geöffnet.

Hauptsaison im finnischen Norden ist eigentlich die kalte Jahreszeit. Die Touristen strömen nach Lappland, um noch echte Winter mit meterhohem Schnee zu erleben. Der Sommer zählt dagegen noch zur Nebensaison. Genau dann dreht sich in Pyhä-Luosto alles um den violett-funkelnden Protagonisten: Es gibt einen Amethyst-Shop, ein Hotel mit Amethyst-Spa und eben eine Amethyst-Mine. Einst wurde dort ein 650 Kilogramm schwerer Kristall gefunden. Er steht heute noch im sehenswerten Arktikum in Rovaniemi.

Den schönsten Stein darf man behalten

Gerade für Kinder und manchen Teenager ist es spannend, den eigenen Edelstein auszubuddeln. Die Erfolgschancen auf einen schönen Fund sind besonders im Juni und Juli gut, wenn die Geröllhalden frisch sind, weiß Pascal Buinier, der aus Besançon stammt, aber seit 17 Jahren in Finnland lebt. Der Archäologe verrät, welche Steine eine besondere Qualität haben, wacht aber auch streng darüber, dass Besucher nicht länger als 30 Minuten buddeln und jeder nur einen Amethyst einsteckt. Jeder darf nur sein schönstes Exemplar einpacken, sofern man es mit der eigenen Faust umschließen kann.

Die restlichen Steine werden je nach Qualität zu Schmuck verarbeitet. Ein cleveres Geschäftsmodell: Besucher bezahlen Eintritt, die Mine lässt sie auch für sich buddeln und bezahlt sie mit einem Stein, den sie selbst gefunden haben.

Tatsächlich findet sich ein dreifarbiger Amethyst in Schwarz, Weiß und Lila. „Den würde ich mitnehmen“, rät Buinier, „wir nennen solche Amethyste Schamanensteine. Für die Sami haben sie zudem eine spirituelle Bedeutung.“ Der dunkle Teil stehe für die Unterwelt, der weiße Teil für das Diesseits und der lilafarbene Teil für den Ort, wo die Seelen der Sami nach ihrem Tod hinwandern.

Dazu kommt noch, dass Pyhä übersetzt „heilig“ bedeutet und Luosto für „weißer Fleck im Rentierfell“ steht.

Finnalnd

Anreise
Mit Finnair über Helsinki nach Rovaniemi, ab dort 1,5 Stunden mit einem Mietwagen weiter, www.finnair.com/ch-de.

Unterkunft
Schickes, kinderfreundliches Hotel in Luosto mit Spa und Amethyst-Sauna, Haustiere möglich, Doppelzimmer/Frühstück ab 126 Euro,www.laplandhotels.com.
Blockhaus „Kepako“ im Wald ab etwa 750 Euro sowie 25 Euro pro Person für Bettwäsche und Handtücher, https://pyha-luostomatkailu.fi.

Essen & Trinken
Sehr gutes Restaurant im Laphandhotel in Luosto. Tipp: Der Salat mit geräucherter Forelle!
Leckere Burger mit Rentierfleisch und Hecht gibt es direkt gegenüber im Restaurant Punakettu, https://punakettu.fi.

Aktivitäten
Der Eintritt in die Amethystmine kostet für Erwachsene 27 Euro, Kinder bis 15 Jahre zahlen 13 Euro, www.amethystmine.fi.
E-Fatbike-Tour ab Luosto inklusive Amethystmine, https://blissadventure.fi/activity/
electric-fatbike-tour-to-the-amethyst-mine-in-luosto-lapland.
Tages-Angeltour (6 Stunden) auf dem Pyhäjärvi mit Antti Siltala von Outdoor Artisans, https://outdoorartisans.fi.
Gratis: Nationalpark und Besucherzentrum, www.luontoon.fi/en.

Allgemein
www.visitfinland.de.
www.pyha.fi/en.

Info

Dieser Artikel stammt aus der RHEINPFALZ am SONNTAG, der Wochenzeitung der RHEINPFALZ. Digital lesen Sie die vollständige Ausgabe bereits samstags im E-Paper in der RHEINPFALZ-App (Android, iOS). Sonntags ab 5 Uhr erhalten Sie dort eine aktualisierte Version mit den Nachrichten vom Samstag aus der Pfalz, Deutschland und der Welt sowie besonders ausführlich vom Sport.
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