Finanztipp RHEINPFALZ Plus Artikel Fließt zu viel Dividende ins Ausland?

Wenn Ausländer in Dax-Unternehmen investieren, ist das auch ein Vertrauensbeweis.
Wenn Ausländer in Dax-Unternehmen investieren, ist das auch ein Vertrauensbeweis.

Dass deutsche Anleger weltweit investieren und Ausländer auch in Dax-Unternehmen, ist klug.

„Ist es nicht problematisch, dass über die Hälfte der Dax-Dividenden ins Ausland fließen?“

Hartmut Walz ist Finanzprofessor an der Hochschule Ludwigshafen. www.hartmutwalz.de
Hartmut Walz ist Finanzprofessor an der Hochschule Ludwigshafen. www.hartmutwalz.de


Zuerst die Fakten: Deutsche Anleger halten tatsächlich lediglich ein Drittel der Dax-Aktien. Sowohl Anleger aus Nordamerika als auch dem europäischen Ausland besitzen jeweils ein Viertel. Das verbleibende Sechstel verteilt sich auf den Rest der Welt, insbesondere Asien und Nahost. Und da sich die Dividenden proportional zum Aktienbesitz verteilen, ist die einfache Schlussfolgerung, dass Deutsche Aktionäre eben auch ein Drittel der Ausschüttungen der Dax-Unternehmen erhalten.

Nun die Bewertung: Ist das ein Problem? Die Antwort ist ein klares „nein“! Dass deutsche Anleger nicht nur in deutsche Aktien investieren, sondern ihre Finanzanlagen weltweit streuen, ist sehr klug und entspricht der Empfehlung einer möglichst breiten Risikostreuung. Die Beschränkung auf Dax & Co wäre ein völlig unangebrachter Patriotismus und – humorvoll gesagt – ein Rückfall ins finanzielle Mittelalter.

Auch ein Vertrauensbeweis

Wenn wir Dividenden von Unternehmen auf der ganzen Welt gerne nehmen, ist es doch nur konsequent, dass wir aus ausländischen Investoren Dividenden von deutschen Unternehmen überweisen. Zudem ist der hohe Auslandsanteil doch ein Vertrauensbeweis für unser Land und unsere Unternehmen. Hinzu kommt, dass ja gerade bei den DAX-Unternehmen erhebliche Anteile von Umsatz und Gewinn im Ausland erwirtschaftet werden.

Steigerungswürdig ist also nicht der Anteil von deutschen Anlegern an deutschen Unternehmen. Sondern der Aktienanteil in den Vermögensreserven unserer Bürger überhaupt. Nur etwa 20 Prozent der über 14-Jährigen in Deutschland besitzt überhaupt Aktien oder Aktienfonds/ETFs. Es wäre wünschenswert, dass dieser Wert sich bald in Richtung 100 Prozent bewegt.

Sie haben Fragen rund um Ihr Geld? Schreiben Sie uns an ras-hohekante@rheinpfalz.de.

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