Fußball
FKP-Niederlage bei TuS Koblenz: Fatale Fehlentscheidungen
Die Landtagswahlen stehen bevor. Also ließ sich Ministerpräsident Alexander Schweitzer beim Oberliga-Duell zweier rheinland-pfälzischer Fußballvereine mit Zweitliga-Vergangenheit sehen. Er erlebte auf der gut gefüllten Haupttribüne des Stadions Oberwerth ein Kampfspiel, in dem der Ball kaum mal über mehr als drei Stationen durch die Reihen einer Mannschaft lief. Das konnte man auf diesem problematischen Untergrund auch nicht erwarten. Der Rasen war vom Februar-Dauerregen tief, immer wieder rissen die 22 Akteure mit ihren Stollenschuhen Rasenstücke heraus. Erst nach einer Platzbegehung am Samstagmorgen um 8 Uhr stand fest, dass Schiedsrichter Luca Schiliro um 14 Uhr anpfeifen wird.
45 Minuten ohne Torchance
Der FKP begann mit Dennis Krob und Silas Gutmann im Angriff, Oberliga-Top-Torjäger Marc Ehrhart gehörte nach seiner Verletzungspause noch nicht zur Startelf. Die Pirmasenser blieben in den ersten 45 Minuten ohne Torchance, standen dafür aber defensiv gut. Die TuS hatte eine Möglichkeit, die allerdings gleich ein echter Hochkaräter war. Igor Blagojevic vergab in der 43. Spielminute kurz hintereinander zweimal in Top-Position.
Die zweite Hälfte begann für den Tabellenzweiten optimal. Silas Gutmann nutzte die erste Pirmasenser Chance gleich zum Führungstor. Nico Wiltz hatte den Ball in den Mittelkreis hoch zu Stürmer Dennis Krob geschlagen, dieser leitete mit dem Kopf perfekt zum durchgestarteten Gutmann weiter, der den deutlich langsameren TuS-Kapitän Daniel von der Bracke abhängte und ins kurze Eck traf. „Es war genauso, wie wir es vorhatten: ein hoher Ball auf den ,Krobber’, und ich gehe dann mit meiner Schnelligkeit den tiefen Weg“, verriet Gutmann hinterher den taktischen Plan auf solch einem Geläuf.
Platzverweis und falsche Ecke
Nun hatte der FKP vor 1132 Zuschauern seine beste Phase und Möglichkeiten zum 2:0. Dann musste Krob raus, weil er unglücklich auf den Arm gefallen war; Ehrhart kam.
Bis zur 77. Minute hielt die Führung, dann glich Koblenz nach zwei fatalen Fehlentscheidungen aus. Erst zeigte Schiedsrichter Schiliro dem Pirmasenser Mittelfeldspieler Luca Eichhorn, der offenkundig nur den Ball spielen wollte, den heranrauschenden Karim Zeghli nicht sah und bei seiner Schussbewegung Zeghli traf, Gelb-Rot (75.). Damir Grgic führte den Freistoß aus und schoss deutlich über die Freistoßmauer, Torhüter Benjamin Reitz und die Latte. Doch Linienrichterin Maria Steinmann-Scholz zeigte Eckball an. Und nach dieser Ecke von Tomoya Kurogi köpfte Luka Hirninger das 1:1.
„Schiedsrichter ist arrogant“
Die 84. Minute: Ein weiter Einwurf von Blagojevic landete kurz vorm FKP-Torraum, Eliakim Kukanda verlängerte ihn unglücklich mit dem Kopf, und Nic Alsbach erzielte das 2:1 für die TuS. Und dabei blieb es.
„Der Schiedsrichter ist arrogant und hat sich vom dauernden Reklamieren der Koblenzer beeinflussen lassen. Den Eckball hat die Linienrichterin exklusiv gesehen“, sagte FKP-Coach Daniel Paulus zum Platzverweis für Eichhorn und zur Entstehung des 1:1. Sein Team sei „in weiteren Umschaltaktionen nach dem 1:0 nicht zielstrebig genug“ gewesen.
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