Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel FK Pirmasens: Wenn alle Torjäger einen ganz schlechten Tag haben

Das Tor des Tages: Felix Schlüsselburg (Nummer 25) köpft nach einer Ecke das 1:0 für Rot-Weiß Koblenz. Der ihm zugeteilte FKP-Sp
Das Tor des Tages: Felix Schlüsselburg (Nummer 25) köpft nach einer Ecke das 1:0 für Rot-Weiß Koblenz. Der ihm zugeteilte FKP-Spieler Marc Ehrhart (Nummer 11) ist zu weit weg, der auf der Linie verharrende Torhüter Benjamin Reitz kann nicht mehr parieren. Der luxemburgische Fifa-Schiedsrichter Jasmin Sabotic, die Pirmasenser Mike Andreas und Yannick Grieß (6) sowie der Koblenzer Inas Islamovic beobachten die Szene.

Von den 19 Oberliga-Spielen vor der Winterpause hat der FKP nur eines verloren, in den ersten zwei Partien danach setzte es zwei Niederlagen. Die Gründe für den Fehlstart.

Auf das 1:2 bei der TuS Koblenz folgte am Samstag ein 0:1 (0:1) zu Hause gegen den FC Rot-Weiß Koblenz. „Wir waren zu schlecht“, beschönigte FKP-Spieler Luka Dimitrijevic nach dem Abpfiff nichts. Die zweite Niederlage im zweiten Punktspiel nach der Winterpause könnte für den Tabellenzweiten ein vielleicht schon entscheidender Rückschlag im Titelrennen sein. Der Druck vor dem Gipfeltreffen am kommenden Freitag, 19 Uhr, auf dem Betzenberg bei Spitzenreiter 1. FC Kaiserslautern II ist gewachsen.

Dimitrijevic, eigentlich Stürmer, musste mal wieder den rechten Schienenspieler geben, zu viele Spieler sind derzeit beim FKP verletzt. Und ihm gelang auf dieser Position an diesem vermaledeiten Tag ganz wenig. Seine beste Szene hatte er in der 84. Minute – da war er gerade in den Angriff gerückt –, als er Stürmer Dennis Krob perfekt bediente, doch dieser köpfte aus drei Metern direkt in die Arme des Koblenzer Torhüters Julius Hamm. Krob hatte zuvor schon zwei Riesenchancen kläglich vergeben. Und auch der Top-Torjäger der Liga, Marc Ehrhart, blieb bei seinen Einschussmöglichkeiten erfolglos. „Normalerweise sind wir effizienter. Wir waren heute zu unsauber und zu unkontrolliert beim Abschluss“, konstatierte Kapitän Yannick Grieß. Der Innenverteidiger hatte selbst in der 38. Minute eine Mega-Chance nach einer Ecke von Nico Wiltz versemmelt und räumte zerknirscht ein: „Den muss ich machen.“ Die Ecke resultierte aus einem Klasse-Freistoß von Grieß, den Rot-Weiß-Keeper Hamm nicht weniger stark parierte.

Die Kritikpunkte des Trainers

Die sonstige Top-Offensive – Ehrhart, Dimitrijevic und Krob haben diese Runde zusammen schon 43 Tore erzielt – versagte in dieser Partie gegen den bisherigen Tabellenelften, gegen den es trotz mäßiger Leistung genügend Chancen für zwei, drei Treffer gab. Ein zweiter Grund für die unerwartete Schlappe vor 634 Zuschauern im Framas-Stadion war die Fortsetzung der neuen Schwäche bei gegnerischen Standards. Bei der 1:2-Niederlage bei Verfolger TuS Koblenz führten ein weiter Einwurf und eine Ecke, die kurz vor das Tor des in solchen Situationen meist auf seiner Linie verharrenden Keepers Benjamin Reitz geschlagen wurden, zu den Gegentreffern, dieses Mal war es eine Rechtsecke an den Fünfmeterraum. „Weil das Rausgehen nicht ,Bennys’ Kernkompetenz ist, haben wir klare Zuordnungen. Hier aber hat Marc Ehrhart gepennt“, kommentierte FKP-Coach Daniel Paulus das Tor des Tages durch einen Kopfball von Felix Schlüsselburg (12.), der ehemals mit Borussia Dortmund deutscher B-Juniorenmeister war, im U17-Nationalteam spielte und im Winter vom Regionalligisten Hessen Kassel zu Rot-Weiß kam. Generell beklagte Paulus, dass es seiner „eigentlich charakterstarken Mannschaft“ am „absoluten Siegeswillen gemangelt“ habe. Und er sehnt sich nach den Top-Standards des verletzten Kevin Büchler.

Käpt’n Grieß fand trotz der Enttäuschung gleich nach dem Spiel wieder kämpferische Worte: „Wir brauchen nächsten Freitag keine Angst vor dem FCK II zu haben, den wir im Hinspiel 3:0 besiegt haben. Da werden wir ein anderes Gesicht zeigen.“

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