1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel FCK verliert 0:1 gegen Hertha BSC: Ein Pfälzer setzt die Pfälzer matt

Die Choreo der Fans des 1. FC Kaiserslautern war einmal mehr spektakulär: Im Schnelldurchlauf durch die Klubhistorie.
Die Choreo der Fans des 1. FC Kaiserslautern war einmal mehr spektakulär: Im Schnelldurchlauf durch die Klubhistorie.

Der 1. FC Kaiserslautern kassiert gegen Hertha BSC die erste Heimniederlage der Saison. Der vermeintliche Ausgleich zählt doch nicht. Ein Lauterer hat besonders viel Pech.

. Es kann nie gut sein, wenn ein Fußballspiel die erfreulichsten Augenblicke für die Heimfans schon vor dem Anpfiff bereithält. Denn einem emotionalen Moment mit der Ernennung von Hans-Peter Briegel zum FCK-Ehrenspielführer und einer fantastischen Choreografie im gesamten Stadion folgte am Samstagabend eine 0:1-Heimniederlage des Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern gegen Hertha BSC. Der FCK verpasste damit den Anschluss an die Spitzengruppe – auch weil Ivan Prtajins vermeintlicher Ausgleich in der Nachspielzeit nicht anerkannt wurde.

Sicher: Der FCK war von Beginn an engagiert. Doch er tat sich sehr schwer gegen eine Hertha-Mannschaft, die nach vier Siegen in den vergangenen fünf Ligaspielen selbstbewusst in die Pfalz gereist war – und dies auf dem Platz auch umgehend zeigte. „Wir haben über 60 Minuten hinweg ein tolles, erwachsenes, reifes Auswärtsspiel gezeigt“, lobte Berlins Trainer Stefan Leitl seine Jungs.

Drei Spieler stachen dabei heraus: Torwart Tjark Ernst, der mehrfach toll parierte. Toni Leistner, der sich früh bei einem Zusammenprall mit Daniel Hanslik am Kopf verletzte, die erste Halbzeit mit Turban bestritt und – in der Pause unauffälliger verpflastert – sich in Halbzeit zwei in alles warf, was der FCK vors Tor brachte. Herausragend seine Rettungstat vor der Linie gegen Naatan Skyttäs Chipball, als Torwart Ernst tatsächlich einmal bereits geschlagen war (70.).

Das goldene Tor beim Ausflug in die Heimat

Und dann war da noch Luca Schuler. In Neustadt geboren, beim FCK zehn Jahre lang ausgebildet, ist der Betzenberg inzwischen offenbar zur Spielwiese des Stürmers in Berliner Diensten geworden. Vergangene Saison hatte er bereits das erste Hertha-Tor beim 4:3 in Kaiserslautern erzielt. Am Samstagabend machte er das goldene Tor in der 20. Minute. Maxwell Gyamfi hatte eine Flanke von Marten Winkler verpasst, Schuler sich den Ball passend zurechtgelegt und mit Links am chancenlosen FCK-Torhüter Julian Krahl ins Tor bugsiert. „Es macht immer Spaß, hier zu spielen, die Stimmung ist überragend“, freute er sich nicht nur wegen seines Siegtreffers über den Ausflug in die Heimat.

Ungut ist es nur, wenn ein Heimspiel die erfreulichsten Augenblicke schon vor dem Anpfiff bereithält. Der Pfälzer Luca Schuler e
Ungut ist es nur, wenn ein Heimspiel die erfreulichsten Augenblicke schon vor dem Anpfiff bereithält. Der Pfälzer Luca Schuler erzielt das Tor des Abends für die Hertha. Rückkehrer Julian Krahl hat das Nachsehen.

Und der FCK? Der tat sich sehr lange sehr schwer mit den Berlinern, die geschickt die Räume zustellten und, wenn die Lauterer doch einmal gefährlich vor das Hertha-Tor kamen, irgendwie Zählbares verhinderten. Immer wieder, sagte Fabian Kunze, einer der Besten in Rot, habe ein Herthaner ein Bein dazwischen bekommen.

So blieb vor allem in der ersten Halbzeit vieles Stückwerk – auch weil es Abspielfehler hagelte. Und kam doch mal einer durch, wie Mika Haas mit einem fulminanten Schuss Richtung Dreieck unmittelbar nach dem Führungstreffer der Gäste, dann war doch wieder Torwart Ernst da. Tatsächlich hatten die Lauterer sogar Glück, nur mit einem Tor Rückstand in die Pause gehen zu dürfen. Nochmals Schuler und Kapitän Fabian Reese hatten die Gelegenheit.

Torwart Krahl rettet in höchster Not

Und auch nach der Pause hätte Hertha nachlegen können, nein: nachlegen müssen. Doch zuerst verunglückte dem völlig freien Michael Cuisance ein Kopfball aus kurzer Distanz (52.), dann rettete Torwart Julian Krahl in höchster Not gegen den schön freigespielten Reese (55.). Krahl war nach krankheitsbedingter Pause wieder in die Startelf zurückgekehrt – die einzige Veränderung, die Trainer Torsten Lieberknecht in seiner ersten Elf gegenüber dem 1:1 in Düsseldorf vorgenommen hatte.

Allerdings: Zum ersten Mal seit Wochen stand der zunächst formschwache, dann grantelnde Mahir Emreli wieder im Kader. Und der durfte sogar ran. Kurz nach seiner Einwechslung in der 62. Minute setzte er erste Duftmarken – die deutlichste nach Skyttäs Chance, als er den Nachschuss über den Kasten setzte.

Der andere Rückkehrer im Team, Mahir Emreli, wird erst ein-, und dann verletzt wieder ausgewechselt.
Der andere Rückkehrer im Team, Mahir Emreli, wird erst ein-, und dann verletzt wieder ausgewechselt.

Doch Emrelis Freude über die Wiederberücksichtigung endete bereits nach 15 Minuten. Er musste verletzt und mit Tränen in den Augen wieder vom Platz. „Er hat es sich erarbeitet, wieder dabei zu sein“, sagte Lieberknecht. Und: „Dass es so schnell wieder für ihn vorbei war, ist natürlich ganz unglücklich. Wir hoffen, dass wir ihn bald wieder sehen.“ Kapitän Marlon Ritter drückte es deutlicher aus. „Das ist eine Scheißsituation für ihn.“

So verpasste Emreli die dramatische Schlussphase, in der der FCK endlich mal richtig Druck machte – auch weil die Berliner nachließen. Der eingewechselte Richmond Tachie (79.) und erneut Haas (89. und 90.+2) brachten Ernst ins Schwitzen. Und dann war da noch die dritte Minute der Nachspielzeit, als Ivan Prtajin den vermeintlichen Ausgleich erzielte. Noch während die Spieler und die Fans lautstark jubelten, nahm Schiedsrichter Tobias Welz den Treffer nach Rücksprache mit dem VAR zurück. Der Lauterer Torjäger hatte im Abseits gestanden. Abpfiff. Niederlage. „Uns hat das Quäntchen Glück gefehlt“, resümierte Kunze.

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