1. FC Kaiserslautern
Drei Eier für das Osternest: FCK bezwingt Düsseldorf
Ganz am Ende wurde es sogar noch ein bisschen emotional. Als Daniel Hanslik, einer der wenigen verbliebenen Profis, die mit dem 1. FC Kaiserslautern schon durch die harten Jahre in der Dritten Liga gegangen waren, in der sechsten Minute der Nachspielzeit zum 3:0 (0:0)-Endstand gegen Fortuna Düsseldorf traf, tobten die Fans in der Westkurve. Das versöhnliche Ende eines Zweitliga-Nachmittags am Karsamstag, der zunächst fußballerisch viele Wünsche offengelassen hatte, aber aus FCK-Sicht mit einem erfreulichen Ergebnis und dem zehnten Heimsieg der Saison endete. Vor Hanslik hatten Jacob Rasmussen (62.) und Semih Sahin (76.) die Roten Teufel mit 2:0 in Führung gebracht.
Die Lauterer taten sich trotz der frühen Roten Karte für Düsseldorfs Sima Sumo wegen einer Notbremse gegen Norman Bassette (22.) lange sehr schwer gegen das Team von Markus Anfang, der am Betzenberg vor ziemlich genau einem Jahr beurlaubt worden war. „Es war kein einfaches Spiel, weil die Erwartung nach dem Nürnberg-Spiel und dann noch in Überzahl groß war. Wir brauchten eine gewisse Ruhe und Geduld. Eine Standardsituation war der Dosenöffner. Wir brauchen auch einmal diesen Moment“, analysierte Lauterns Trainer Torsten Lieberknecht hinterher. „Es war ein verdienter, aber kein einfacher Sieg. Es lief nicht alles reibungslos. Mich freut, dass die Wiedergutmachung geklappt hat.“
Rote Karte erbost die Düsseldorfer
Der FCK-Trainer hatte die beiden Länderspielreisenden Naatan Skyttä (mit Finnland in Neuseeland) und Ji-soo Kim (Südkorea) erst einmal auf die Bank gesetzt. Bassette und Jacob Rasmussen begannen stattdessen. Der aktive Bassette verzeichnete mit seinem Schuss, der einen halben Meter neben das Düsseldorfer Tor ging (12.), auch die erste passable Lauterer Gelegenheit.
Zehn Minuten danach schickte Luca Sirch den belgischen U21-Nationalstürmer mit einem präzisen Steckpass auf die Reise, Düsseldorfs letzter Mann Sima Sumo brachte Bassette mit einem leichten Zupfer aus dem Tritt – und sah von Schiedsrichter Daniel Schlager sofort Rot wegen Notbremse (22.). Eine harte Entscheidung, über die sich die Düsseldorfer Bank mächtig aufregte. Der Gefoulte fand die Entscheidung jedoch richtig. „Ich kann alleine auf das Düsseldorfer Tor stürmen. Ich weiß nicht, ob er mich nur ein bisschen oder viel berührt hat, aber ich kam ins Straucheln und kann kein Tor erzielen. Für mich war es Rot“, sagte Bassette.
Zähe Zweitliga-Kost vor der Pause
Der FCK konnte mit seiner Überzahl im Rest der ersten Halbzeit allerdings nicht viel Vernünftiges anfangen. Die Roten Teufel hatten zwar zu 65 Prozent den Ball, aber keine Ideen. Die beste Gelegenheit entstand aus einer Ecke, die Maxwell Gyamfi per Kopf knapp über die Latte beförderte (42.). Auf der Gegenseite verwandelte Düsseldorfs Florent Muslija einen Eckball fast direkt – Torhüter Julian Krahl rettete in höchster Not (45.+3).
Insgesamt war es aber sehr zähe Zweitliga-Kost, die den 47.778 Zuschauern auf dem fast ausverkauften Betzenberg in der ersten Halbzeit aufgetischt wurde. Aus der Pause kamen die Lauterer mit neuer Energie, benötigten aber eine Standardsituation, um den Düsseldorfer Riegel zu durchbrechen. Der eingewechselte Skyttä brachte eine Ecke nach innen, den abgewehrten Ball flankte Ritter zurück in den Strafraum, wo Winterzugang Rasmussen einköpfte (62.).
Auch beim Führungstor Fortuna-Proteste
„Es ist lustig, wenn die Leute sagen, wir müssen 8:0 gewinnen, weil der Gegner eine Rote Karte gesehen hat. So läuft es nicht im Fußball“, erklärte der Däne die Probleme in Überzahl später. Fortuna-Trainer Anfang wiederum reklamierte in der Entstehung des Tores ein Aufstützen von Rasmussen gegen Elias Egouli. „Wenn du die Rote Karte gibst, musst du das auch pfeifen“, meinte der frühere Lauterer Coach.
Der FCK brach den Düsseldorfer Widerstand spätestens mit dem 2:0, als Sahin von Berisha auf dem linken Flügel bedient wurde und humorlos einschoss (76.). Vier Minuten später bot sich Sahin die Chance die Doppelpack, als er nach einem haarsträubenden Ballverlust der Fortuna zusammen mit Skyttä allein aufs gegnerische Tor zurannte, aber an Torhüter Florian Kastenmaier scheiterte. Den Vorwurf des Egoismus wollte Lieberknecht nur bedingt zulassen. „Natürlich sagt jeder, er muss ihn auf Naatan querlegen, aber Naatan bietet auch nicht den perfekten Laufweg an“, sagte der FCK-Coach.
Stattdessen legte Sahin in der Nachspielzeit mit einem Außenristpass Hanslik das 3:0 auf – ein Ergebnis, mit dem alle beim FCK entspannt Osten feiern können.
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