Freizeit
Die Wandertipps zum Pfälzer Blüten-Hype
Sie wollen sich ins Pfälzer Meer der Mandelblüten stürzen? Wir haben da ein sechs Vorschläge für Sie. Kleiner Tipp dazu: Für die Orientierung empfiehlt es sich auf allen sechs Touren (inklusive unserem Geheimtipp), zusätzliches Kartenmaterial oder den GPX-Track dabei zu haben. Die Outdooractive-Karte samt Informationen finden Sie jeweils in der Tourenbeschreibung. Und nicht vergessen! Auch An- und Abreise sollten gut geplant sein, zumal in den Mandelblüten-Ballungszentren Edenkoben und Gimmeldingen. Vergessen Sie also nicht das Bargeld für die Einkehr und denken Sie an der Witterung entsprechende Ausstattung und Kleidung!
Rund um Edenkoben & Rhodt: Herrliche Ausblicke
Auf einer Runde von elf Kilometern (220 Höhenmeter) geht es über die Mandelmeile Edenkoben – ein Mandelblüten-Hotspot in der Pfalz. Startpunkt ist beim Parkplatz unterhalb der Villa Ludwigshöhe, wobei zu Zeiten der Mandelmeile ein alternativer Einstieg ratsam ist. Es geht hinauf zur Villastraße, ein Weinlehrpfad begleitet die ersten Schritte. Vorbei am Luitpold-Denkmal und den Traubenpressen folgt man dem „Mandelpfad-Rundweg Drei“ durch Weinberge in Richtung Edesheim. Die L 506 wird überquert und entlang des Modenbachs wandert man aus dem Ort hinaus, vorbei an Ölmühle und Weingut Erlenmühle, bis man den Weinstraßen-Radweg erreicht.
Unterwegs öffnen sich immer wieder herrliche Blicke auf die Haardt-Höhen: Rietburg, Friedensdenkmal, Hambacher Schloss und die Villa Ludwigshöhe sind ständig sichtbar. In Rhodt unter Rietburg führt der Weg durch die Theresienstraße, eine der schönsten Gassen in der Südpfalz. Nach dem Ortsdurchgang geht es vorbei an der historischen Weinkelter, dem Hotel „Alte Rebschule“ und dem Schlossbergbrunnen zur Rietania-Hütte, einer Einkehrmöglichkeit. Danach führt die Route zurück zur Villa Ludwigshöhe, die bereits sichtbar im Rebenmeer liegt.
Wer weniger Kilometer machen möchte, findet in einen Spaziergang von knapp fünf Kilometern eine gute Möglichkeit. Dafür geht es am Ortseingang von Rhodt los und man folgt dem „Rundweg Nummer Eins“.
Mit einem geländetauglichen Kinderwagen ist die Strecke, die außer zur Mandelmeile auch durch die Theresienstraße führt, durchaus machbar. Auch hier bieten sich die Ausblicke.
Die Bewertung: ****4 von 5 Mandelblüten. Eine variantenreiche Strecke, die sich sowohl für eine sportliche Tour oder einen gemütlichen Familienausflug eignet. Auf der Mandelmeile Edenkoben und auch in Rhodt ist viel los. Hier geht’s zum Tour-Link.
Rund um Gleiszellen-Gleishorbach: Klein, aber fein
Der Ausspruch „klein, aber fein“ passt zum Mandelblütenfest, das am 28. und 29. März in Gleiszellen-Gleishorbach gefeiert wird. Wer den Besuch mit einer Wanderung von zehn Kilometern (250 Höhenmeter) verbinden will, startet an der Bushaltestelle in Gleiszellen. Über einen Wirtschaftsweg gelangt man ins Dorf und in die historische Winzergasse mit ihren Fachwerkhäusern. Am Ende der Gasse führt der Weg in die Bergstraße und weiter auf den Pfälzer Weinsteig (rot-weiß markiert). Der Fernwanderweg von Bockenheim bis Schweigen-Rechtenbach ist 180 Kilometer lang, doch auf dieser Etappe bleibt der Anstieg moderat. Nach einem kurzen Aufstieg zum Hatzelbergbrunnen verläuft die Strecke angenehm durch den Wald.
Über die Wegspinne „Am Seicheneck“, vorbei an Tennisplatz und Rastplatz, erreicht man die Abzweigung oberhalb der historischen Wappenschmiede. Von dort folgt man einem linken Wegstück weiter. Nach kurzer Zeit stößt man auf die Markierung des Wanderwegs „Deutsche Weinstraße“ (grüne Traube). Der Weg führt am Winzerdorf Pleisweiler vorbei, dann durch Wald und entlang von Weinbergen Richtung Gleishorbach. Durch Schlemmergasse und Lettengasse gelangt man zur St. Dionysius-Kapelle, einem barocken Bau aus dem 18. Jahrhundert inmitten der Weinberge zwischen beiden Ortsteilen. Hier und in der Winzergasse steigt das Mandelblütenfest. Ebenfalls bei der Kapelle beginnt der Muskatellerweg: ein Spaziergang von nur 2,5 Kilometern.
Die Bewertung: ***3 von 5 Mandelblüten. Auf der Rundtour zwischen Gleiszellen-Gleishorbach und Pleisweiler-Oberhofen gibt es keine Mandelblütenallee wie in Edenkoben oder Gimmeldingen. Es sprenkelt vereinzelt. Beim Mandelblütenfest wird das Dorf rosa illuminiert.
Rund um Gimmeldingen: Auf ins Getümmel!
Die Wanderung beginnt am Sportplatz in Gimmeldingen, wobei zu Zeiten des Mandelblütenfests dringend andere Einstiege geprüft werden sollten. Der Weg führt zunächst vorbei an der Sportgaststätte und den letzten Häusern des Ortes, bevor es in den Wald geht. Man läuft entweder über einen Grasweg oder die Straße „Im Tal“ – beide Varianten treffen schnell wieder zusammen. An der Ludwigsruhe beginnt der markierte Aufstieg: Ein steiler Pfad mit der rot-weißen Balkenmarkierung führt bergauf. Wanderstöcke sind hilfreich. Der wurzelige Weg verläuft durch lichten Kiefernwald und vorbei an Felsen bis zur „Sängerklause“. Weiter geht es zum höchsten Punkt der Tour: dem Aussichtsturm auf dem Stabenberg. Der 1904 errichtete Turm ist das älteste Bauwerk des Pfälzerwald-Vereins. Über schmale Stufen erreicht man die Plattform, von wo die Aussicht weit über die Region hinaus reicht. Ab jetzt geht es nur noch bergab. Zunächst folgt man dem Hauptweg, dann dem Eselsweg, der zusätzlich markiert ist. Dieser historische Pfad verläuft unter anderem am in den Fels gehauenen „Hohlen Fels“ vorbei, einer früheren Schutzhütte.
Der Name „Eselsweg“ erinnert daran, dass bis 1794 eine Zollgrenze den Transport von Getreide und Mehl in der Region erschwerte. Um Zölle zu umgehen, wurden Waren auf dem Rücken von Eseln durch den Wald transportiert. Nach etwa drei Kilometern erreicht man das Forsthaus Benjental und folgt der Zufahrtsstraße weiter. Unterhalb des Forsthauses „Alte Looganlage“ verläuft der Weg dann am Mußbach entlang in Richtung Talmühle und Gimmeldingen. Vorbei an der 1737 erbauten Talmühle gelangt man zurück in den Ort. Ohne weitere Steigung führt der idyllische Waldweg zum Ausgangspunkt am Sportplatz zurück. Wer möchte, kann von hier ins Zentrum von Gimmeldingen weitergehen und das Mandelblüten-Spektakel genießen.
Die Bewertung: ****4 von 5 Mandelblüten. Im Mandelblüten-Mekka Gimmeldingen herrscht Hochbetrieb. Der Rest der sportlichen Wanderung verläuft ruhiger, auch mit weniger rosa Blüten.
Rund um Bockenheim: Der Geheimtipp
Der Sänger-Wanderweg zwischen Bockenheim und Kindenheim ist rund neun Kilometer (200 Höhenmeter) lang und führt durch Weinberge zu Sehenswürdigkeiten wie einem Trullo, dem Patricia-Wingert und dem jüdischen Friedhof. Zurzeit sorgen vereinzelt rosa blühende Mandelbäume am Wegesrand für Frühlingsstimmung. Startpunkt ist das Haus der Deutschen Weinstraße, das zugleich den nördlichen Beginn der Weinstraße markiert. Bockenheim gilt als Geheimtipp für die Mandelblüte: Die Blütenpracht ist hier zwar weniger dicht als in Gimmeldingen oder Edenkoben, dafür bleibt der große Besucherandrang bisher aus. Am Startpunkt zücken dennoch viele Ausflügler ihre Smartphones, um das Natur-Spektakel festzuhalten.
Der Einstieg in die Tour ist wegen Bauarbeiten etwas versteckt und beginnt in der Bugostraße. Der Rundweg ist mit einem Notenschlüssel markiert, allerdings nicht immer zuverlässig. Zunächst führt die Route durch Burgunder- und Römerstraße sowie am Oberen Graben an der mittelalterlichen Lambertskirche vorbei. Erst in der Stiegelgasse öffnet sich der Blick in die Landschaft: Weinberge, eine mächtige Kastanie und erste rosa Sprenkel prägen das Bild.
Bald taucht ein Trullo auf, eines der typischen historischen Weinbergshäuschen aus Trockenstein, das früher Winzern als Unterstand diente. Weiter geht es zur Heiligenkirche, einer kleinen Feldkapelle. Über den Katzenstein, eine alte Kult- und Opferstätte, erreicht man schließlich den Patricia-Wingert mit schöner Aussicht. An Wochenenden ab Ende März gibt es hier einen Ausschank. Der weitere Weg verläuft über Feld- und Graswege, am Horizont drehen sich Windräder, bis man Kindenheim erreicht. Nach der Überquerung der Hauptstraße lohnt ein Abstecher zum jüdischen Friedhof aus dem 17. Jahrhundert. Von dort führt der Weg zurück zum Haus der Deutschen Weinstraße.
Die Bewertung: ***3 von 5 Mandelblüten. Anders als in Edenkoben oder Gimmeldingen gibt es keine Alleen, die Bäume tauchen vereinzelt auf. Unabhängig von der Blüte, eine spannende Wanderung mit tollem Ausschank beim Patricia-Wingert.
Rund um Bad Dürkheim: Start am Wurstmarktplatz
Die Wanderung von elf Kilometern (200 Höhenmeter) beginnt auf dem Wurstmarkt-Parkplatz am Dürkheimer Riesenfass. Ziel ist zunächst die Kapelle auf dem Michaelsberg. Über die Sachsenhütter Straße und den Wanderweg „Deutsche Weinstraße“ führt die Route in Bogen durch die Weinberge bergauf oder man wählt den direkten Aufstieg über Stufen. Bereits im Mittelalter stand hier eine Kirche, zu der viele Wallfahrer pilgerten. Aus deren Versorgung entwickelte sich der heutige Bad Dürkheimer Wurstmarkt, der als größtes Volksfest der Welt gilt. Zurück zur Kreuzung führt der Geo-Erlebnispfad vorbei an steilen Terrassenweinbergen zum römischen Gutshof, der mitten im von Mandelbäumen gesprenkelten Rebenmeer liegt und schon von weitem sichtbar ist. Nach der Besichtigung geht es weiter Richtung Landstraße, die überquert wird, und in Richtung Annaberg. Dort befindet sich ein ehemaliges Weingut, heute ein Hotel-Restaurant.
Weiter geht es vorbei am „Bärbelhof“ nach Leistadt. Nach dem Ortsausgang folgt man dem roten Balken in südlicher Richtung. Der Weg steigt teils kräftig an, führt an der Siedlung „Leistadt Lochacker“ vorbei bis zum Forsthaus Weilach. In der Nähe liegt zudem die PWV-Hütte „In der Weilach“ (Dürkheimer Hütte). Vom Forsthaus verläuft die Route durch den Wald zur Schießanlage und weiter zur Waldgaststätte „Zum Schützenhaus“. Anschließend marschiert man durch das Gebiet „Am Schlamberg“ hinab in die Stadt. Nach der Überquerung der Leistadter Straße ist man zurück beim Wurstmarkt-Parkplatz.
Die Bewertung: ****4 von 5 Mandelblüten. abwechslungsreiche Runde mit vielen Einkehrmöglichkeit. Die Mandelbäume sind vereinzelt zu sehen.
Rund um Frankweiler: Rebenmeer und Kalkgrube
Ein etwa fünf Kilometer langer Spaziergang führt um Frankweiler in der Südpfalz herum. Die Tour kann mit einem geländegängigen Kinderwagen und etwas Schubkraft begangen werden. Vereinzelt säumen rosa blühende Mandelbäume den Weg, jedoch nicht durchgehend. Startpunkt ist am Friedhof am Ortsausgang von Frankweiler. Der Weg führt über die Weinstraße in den Ort. Entlang der Markierung des Pfälzer Mandelpfads geht es vorbei an Fachwerkhäusern und frühlingshaft gestalteten Innenhöfen. Über die Trifelsstraße verlässt man den Ort und folgt dem Abzweig Richtung Mandelhain. Bei Blüte entsteht hier ein eindrucksvolles Blütendach, ein schöner Platz für eine Pause.
Nach der Querung der Landstraße führt ein Wiesenweg durch die Weinberge zurück zur Weinstraße. Von dort ist der Geilweilerhof zu sehen. Der Weg verläuft weiter durch die Rebenlandschaft, bevor erneut die Straße überquert wird. Nun folgt man der Markierung des Wanderwegs „Deutsche Weinstraße“ (weiß-grün). Es geht zunächst bergauf, was mit Kinderwagen Kraft erfordert. Oben besteht die Möglichkeit eines Abstechers zur Ringelsberghütte – allerdings nur ohne Kinderwagen. Diese zusätzliche Strecke verlängert die Tour um etwa drei Kilometer. Zurück auf der Hauptroute führt einer der schönsten Abschnitte zwischen Wald und Weinberge vorbei an der Kalkgrube mit weiten Ausblicken. Über die Ringelsbergstraße gelangt man wieder in den Ort. Von dort führt die Route über die Frankenburgstraße zurück zum Ausgangspunkt am Friedhof.
Die Bewertung: ****4 von 5 Mandelblüten. Unaufgeregter Spaziergang mit optionaler Einkehr in der Ringelsberghütte. Vereinzelt stehen Mandelbäume am Wegesrand. Schönes Pausenplätzchen am Mandelhain.
Info
Dieser Artikel stammt aus der RHEINPFALZ am SONNTAG, der Wochenzeitung der RHEINPFALZ. Digital lesen Sie die vollständige Ausgabe bereits samstags im E-Paper in der RHEINPFALZ-App (Android, iOS). Sonntags ab 5 Uhr erhalten Sie dort eine aktualisierte Version mit den Nachrichten vom Samstag aus der Pfalz, Deutschland und der Welt sowie besonders ausführlich vom Sport.
