Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Derbysieg mit Beigeschmack: 1. FC Saarbrücken schlägt Waldhof und verscheucht Abstiegsängste

Der Panzer schlägt zu: Kai Brünker erweist sich auch gegen den SV Waldhof als treffsicher. Beim Führungstor des Saarbrücker „Pan
Der Panzer schlägt zu: Kai Brünker erweist sich auch gegen den SV Waldhof als treffsicher. Beim Führungstor des Saarbrücker »Panzers« schauen neben seinem Teamkamerad Florian Pick die Mannheimer Oluwaseun Ogbemudia, Maximilian Thalhammer und Lukas Klünter (von links) zu.

Auch notorische Schwarzseher in Blau-Schwarz atmen auf: Mit einem 2:0 über harmlose Waldhöfer beseitigt der 1. FC Saarbrücken auch die letzten Zweifel am Ligaverbleib.

Einen Panzer aus der Spur schubsen: Dafür gibt’s in Liga drei schon mal die Gelbe Karte – und einen Elfer obendrein. Zumindest können solche Strafen blühen, wenn Lukas Benen die Pfeife schwingt. Der Unparteiische aus Nordhorn ist mutmaßlich der einzige, der in Minute 54 des Südwestderbys ein Vergehen von Oluwaseun Ogbemudia gesehen hat. Die Szene hatte das Zeug zum großen Aufreger – so richtig gejuckt hat’s aber kaum einen. Der Ärger der Gäste ist wohl rasch verflogen. Denn: Der 1. FC Saarbrücken hat die Partie gegen den Waldhof derart verdient gewonnen, dass die Schlüsselszene vorm zweiten FCS-Treffer keine große Diskussion wert schien. Mit dem 2:0 (1:0)-Sieg hat der Drittligist von der Saar am Samstag auch die bis dato rechnerisch noch bestehende Minichance beseitigt, noch absteigen zu müssen.

Der Panzer jubelt: Kai Brünker schreit die Erleichterung heraus. Ligaverbleib gesichert.
Der Panzer jubelt: Kai Brünker schreit die Erleichterung heraus. Ligaverbleib gesichert.

Ogbemudia soll in besagtem Moment FCS-Sturmtank Kai Brünker zu Fall gebracht haben. Wie er das bewerkstelligt haben soll, das hat sich allerdings beim Studium der bewegten Bilder auch im fünften, sechsten Anlauf nicht offenbart. Der Panzer tobte am Abwehrmann vorbei – und fiel der Länge nach hin. Dass Brünker mit dem Gesicht voraus in Ogbemudias Hand gerannt ist, mag weh getan haben. Wenn der Abwehrmann – hinten nicht mit Augen ausgestattet – die Arme ausbreitet, um seinem Keeper ungestörtes Ballfangen zu ermöglichen, ist das nicht verwerflich.

„Ich habe mich gefragt: Wo bin ich hier gelandet?“, konnte SVW-Coach Luc Holtz nach Spielschluss nicht so recht fassen, was seiner Elf da an der Saar mit dem Elfer für den Rivalen widerfahren war. Holtz hätte eher ein Stürmerfoul vermutet – und lag damit keineswegs falsch. Den Strafstoß verwandelte Florian Pick geradezu traumwandlerisch sicher – Krönung einer starken Vorstellung des Wirbelwinds aus Wittlich.

Lufthoheit: Waldhof-Stürmer Terrence Boyd steigt in dieser Szene am höchsten. Robin Bormuth (vor ihm) zieht den Kopf ein, Philip
Lufthoheit: Waldhof-Stürmer Terrence Boyd steigt in dieser Szene am höchsten. Robin Bormuth (vor ihm) zieht den Kopf ein, Philip Fahrner wahrt respektvoll Distanz.

Mit Blick auf Pick wirft sich unweigerlich die Frage auf: Wo stünde der FCS, hätte er nicht den 30-Jährigen von Münster weg an Land gezogen? Der ehemalige FCK-Profi hat alle Saisonpartien bestritten, stets in der Startelf gestanden, 14 Tore erzielt und deren neun vorbereitet. Ohne ihn wären die Saarländer womöglich schon längst über den Abgrund hinaus getorkelt, in den sie eine Weile geblickt hatten. Dass es letztlich noch mal gut gehen wird, daran gibt’s keinerlei Zweifel mehr, woran auch Brünker einen schönen Anteil hält. „Es war wohl heute nicht mein bestes Spiel“, sagte der „Panzer“, verlegen grinsend womöglich ob der Darbietung des Sterbenden Schwans vorm Witz-Elfer.

In solchen Fällen gibt eben erst eine Etage höher ein Videoassistent seinen Senf dazu. Dorthin – zu Plätzen, auf die der Kölner Keller blickt – wollen ja eigentlich sowohl Saarbrücker wie Waldhöfer gerne zurück. Der FCS hatte den Aufstieg sogar unverhohlen als Ziel ausgegeben. Nun haben am drittletzten Spieltag der Saison die 15.600 Zuschauer im Ludwigsparkstadion aber deutlich gesehen: Von diesen beiden Teams hat momentan keines in Liga zwei etwas verloren.

Alles Kopfsache: Oluwaseun Ogbemudia vom SV Waldhof Mannheim (weißes Trikot) stoppt den Besten im Dress des 1. FC Saarbrücken. T
Alles Kopfsache: Oluwaseun Ogbemudia vom SV Waldhof Mannheim (weißes Trikot) stoppt den Besten im Dress des 1. FC Saarbrücken. Tim Civeja sprühte im Derby vor Spielfreude.

Saarbrückens Kreativkicker Tim Civeja sprach nach der nicht hochklassigen, aber immerhin recht unterhaltsamen Partie von den Leiden, denen sein Team jüngst und gegen Waldhof erneut habe trotzen müssen. Na ja, Sonnenschein und 25 Grad sowie ein Mittwoch-Spaziergang ins Verbandspokal-Endspiel dürften einen Titelanwärter der Dritten Liga nun nicht überfordern. Aber genau davon ist das Team von Trainer Argirios Giannikis eben weit entfernt.

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