Eishockey
2:5 verloren: Der Tabellenletzte macht die Baustellen der Adler Mannheim deutlich
In der mit 13.600 Zuschauern ausverkauften SAP-Arena waren vorwiegend die 600 Fans aus Dresden zu hören. Die waren mit dem Sonderzug nach Mannheim angereist und dürften nach dem 5:2 (1:2, 1:2, 0:1)-Sieg eine überaus fröhliche Heimfahrt erlebt haben. In den 60 Minuten auf dem Mannheimer Eis war nicht zu sehen, welche Mannschaft in der Spitzengruppe der Liga steht und welche mit deutlichem Abstand die rote Laterne schwenkt. „Wir waren zu Beginn zu langsam“, kommentierte Adler-Trainer Dallas Eakins das Offensichtliche.
Die Eislöwen waren mit enorm viel Schwung aus der Kabine gekommen, liefen den Gastgebern einfach davon, setzten die Adler unter Druck, zwangen die Verteidigung zu Ungenauigkeiten und Fehlern. Einen davon nutzte David Suvanto (8.) zur hochverdienten Gästeführung aus. Ein Musterbeispiel auch der erneute Führungstreffer der Gäste. Brendan O’Donnel ließ sich den Puck an der blauen Linie klauen, drei Dresdner schalteten blitzschnell um, Colin Schlenker hatte Pech bei der Rettungsaktion, und Johan Mattsson im Tor war erneut geschlagen. Es war die Blaupause des Konters für eine Auswärtsmannschaft, und C.J. Suess war letztlich erfolgreich (19.).
Wenige Höhepunkte aus Sicht der Adler
Dass es auch anders geht, wussten die Adler selbst. „Wir müssen mehr Druck auf ihre Deckung machen“, forderte Zach Solow nach dem ersten Durchgang. „Wir wissen, dass wir sie dann in Schwierigkeiten bringen können.“ Und auch er selbst war mit gutem Beispiel vorangegangen, stand am Ende des perfekten Spielzuges in Überzahl und vollendete die Vorarbeit von Matthias Plachta und Anthony Greco (12.) zum zwischenzeitlichen Ausgleich. Es war einer der wenigen Höhepunkte aus Sicht der Adler zum Jahresanfang. „Uns hat definitiv die Leichtigkeit gefehlt“, gab sich auch Routinier Plachta selbstkritisch.
Zumindest bis zu diesem Punkt war Eakins mit dem Rekordtorschützen der Adler einig. In einem weiteren Punkt wollte er Plachta aber nicht zustimmen. Der hatte vom „Druck“ gesprochen, unter den sich die Spieler selbst zu sehr gesetzt hatten. „Druck haben die Menschen in der Ukraine“, sagte der Coach. Eishockeyspieler sollten hingegen lieber dankbar sein für das Privileg, vor so vielen Zuschauern spielen zu dürfen.
Noch längst keine gefestigte Mannschaft
Der fehlende Rhythmus seiner Mannschaft war aber auch dem Trainer nicht entgangen. Die kam zwar im zweiten Abschnitt deutlich wacher aus der Kabine und Greco, dieses Mal auf Solows Zuspiel, erzielte prompt den erneuten Ausgleich (22.), aber wirklich in die Spur fanden die Adler an diesem Abend nicht mehr. Alec McCrea (23.) und Rourke Chartier (38.) brachten Dresden wieder nach vorne und Travis Turnbull besorgte den Endstand ins leere Tor.
Deutlich wurde damit vor allem, dass die Adler, trotz einiger stabiler Leistungen in dieser Spielzeit, längst noch keine gefestigte Mannschaft sind. Ungeplantes wirft das Konstrukt noch zu sehr aus der Bahn und vor allem Tom Kühnhackls Ausfall, der mit seiner Klasse und Routine noch einige Wochen fehlen wird, hat die Mannschaft noch nicht verkraftet – wie auch bei den wackligen Auftritten in Nürnberg und Augsburg trotz der Siege dort deutlich wurde.
Große Aufgaben warten
Gegen Dresden gab es nun weitere Rückschläge. „Wir waren in dieser Spielzeit bislang von großem Verletzungspech verschont“, bilanzierte Eakins. „Aber heute mussten wir kurzfristig reagieren.“ Neben Torhüter Max Franzreb fehlten auch die erkrankten Verteidiger Hayden Shaw und Tobias Fohrler – offensichtlich schon zu viel für das sensible Adler-Konstrukt.
Leichter werden die Aufgaben für die Mannheimer indes nicht. Am Sonntag, 16.30 Uhr, treten sie beim EHC Red Bull München und am Dienstag, 19 Uhr, bei den Straubing Tigers an, ehe am Freitag das immer brisante Derby bei den Löwen Frankfurt wartet.
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