Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel 2:1 gegen Erzgebirge Aue: Waldhofs Wembley-Tor von Terrence Boyd

Triumphator: Terrence Boyd nach seinem umstrittenen Siegtor.
Triumphator: Terrence Boyd nach seinem umstrittenen Siegtor.

Terrence Boyd schießt die Mannheimer zu einem 2:1-Heimsieg gegen den FC Erzgebirge Aue, der in doppelter Hinsicht wohl zu Recht mit dem Schiedsrichter hadert.

Dank eines umstrittenen Treffers von Terrence Boyd in der Schlussminute hat Drittligist SV Waldhof Mannheim den abstiegsbedrohten FC Erzgebirge Aue mit 2:1 (0:1) besiegt. Bei Boyds sattem Schuss aus halbrechter Position flog der Ball an die Unterlatte von Aues Tor und von dort wohl nicht vollumfänglich hinter die Torlinie. Doch Schiedsrichter Timon Schulz zeigte in Richtung Mittelpunkt, und verwandelte damit das Carl-Benz-Stadion in ein Tollhaus. „Ich habe gehofft, dass der Ball drin ist. Es war ja auch ein guter Schuss, aber ich war mir auch nicht so sicher“, sagte der Torschütze und ergänzte: „So ein Ding brauchst Du auch einmal.“

Die Gäste aus Sachsen waren vor fast 9.700 Zuschauern insgesamt das bessere Team und führten zur Pause verdient durch den Treffer von Marvin Stefaniak. „Das war in der ersten Hälfte viel zu wenig von uns. Wir konnten froh sein, nur mit 0:1 in die Kabine zu gehen“, urteilte Waldhofs Trainer Luc Holtz, der vor dem Verbandspokal-Halbfinale am kommenden Samstag beim Verbandsligisten 1. FC Bruchsal vorsorglich auf Oluwaseun Ogbemudia verzichtet hatte. Den Innenverteidiger plagt eine Entzündung am Fuß.

Ferati fehlt

Wie schon bei der 1:4-Niederlage eine Woche zuvor beim VfL Osnabrück zeigte der Waldhof im letzten Drittel deutliche Schwächen. Das Fehlen von Spielgestalter Arianit Ferati, der wegen einer Knieverletzung noch mehrere Wochen ausfallen wird, machte sich erneut bemerkbar. So gab es kaum Mannheimer Chancen in den ersten 45 Minuten.

Nach dem Wechsel drückte der SVW auf den schnellen Ausgleich. Nur 25 Sekunden nach Wiederanpfiff übersah Terrence Boyd den besser postierten Sanoussy Ba und drosch den Ball neben das Tor. Dann nagelte Felix Lohkemper aus sechs Metern eine Hundertprozentige über das Gehäuse (49.). Eine Minute später machte es der eingewechselte Lovis Bierschenk besser und erzielte sein erstes Tor für den Waldhof. Zuvor hatte sich Diego Michel auf der linken Seite stark an der Grundlinie durchgesetzt. „Ich bin überglücklich. Das war ein sehr schöner Moment“, sagte Bierschenk, der sich unter der Woche mit einer Schulterverletzung geplagt hatte und daher zunächst auf der Bank Platz nehmen musste.

Aues Tor zählt nicht

Aue blieb im Spiel, wollte seine wohl letzte Chance im Abstiegskampf noch nutzen und hatte das Pech, dass Schiedsrichter Scholz bei einem Treffer von Marcel Bär eine Abseitsstellung pfiff. Auch das war wohl eher eine Fehlentscheidung, weil Bär auf gleicher Höhe mit Innenverteidiger Nicklas Hoffmann stand (64.). Angesichts dieser Entscheidung und vor allem wegen des Treffers von Boyd zeigte sich Erzgebirges Trainer Christoph Dabrowski angefressen: „Ich bin maximal frustriert. Wenn ich mir das zweite Gegentor anschaue: Das sehe ich von 80 Metern draußen an der Seitenlinie, dass der Ball niemals im Tor ist. Da bin ich fassungslos.“

Da blickte Holtz lieber auf seinen Siegtorschützen. „Terrence kam während des Spiels zu mir und meinte, dass er uns nach seiner Chance in der 46. Minute ein Tor schuldig sei. Er hat Wort gehalten“, erzählte der SVW-Coach. Für ihn sei es schwierig zu erkennen gewesen, ob der Ball komplett hinter der Linie war. „Der Schiedsrichter hat das anerkannt. Wir waren heute am Ende die Glücklicheren“, sagte Holtz und gab seinen Spielern vor dem Verbandspokal-Halbfinale drei Tage trainingsfrei. Schließlich geht es dann darum, nach dem frühzeitig gesicherten Drittliga-Verbleib mit dem Pokalsieg das zweite Saisonziel zu erreichen.

Info

Dieser Artikel stammt aus der RHEINPFALZ am SONNTAG, der Wochenzeitung der RHEINPFALZ. Digital lesen Sie die vollständige Ausgabe bereits samstags im E-Paper in der RHEINPFALZ-App (Android, iOS). Sonntags ab 5 Uhr erhalten Sie dort eine aktualisierte Version mit den Nachrichten vom Samstag aus der Pfalz, Deutschland und der Welt sowie besonders ausführlich vom Sport.

x