Rheinland-Pfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Umfrage zur Landtagswahl: Wie stark die Pfälzer Staat und Demokratie vertrauen

Der Beziehungsstatus der Bürger zu Staat und Demokratie und ist vor der Landtagswahl am 22. März kompliziert.
Der Beziehungsstatus der Bürger zu Staat und Demokratie und ist vor der Landtagswahl am 22. März kompliziert.

Es gibt eine Menge, was Bürger an Politik und Staat kritisieren können. Viele Teilnehmer an der RHEINPFALZ-Umfrage sagen: Wir haben wenig Vertrauen in Staat und Demokratie.

Bröckelnde Brücken, sonderurlaubende Staatssekretäre, dunkle Dreckecken, kränkelnde Konjunktur und bizarre Bürokratie: Gründe, mit staatlichem Handeln – oder vielmehr Nichthandeln – und Politik unzufrieden zu sein, finden sich viele. Das Verhältnis zwischen Staat und Bürger ist, seit sich munter Krise an Krise reiht, nicht unbedingt besser geworden. Aber wie ist die Stimmung der Pfälzerinnen und Pfälzer wenige Tage vor der Landtagswahl am 22. März? Wie groß ist ihr Vertrauen in staatliche Institutionen und die Demokratie ganz allgemein? Und wie positiv und zuversichtlich ist ihr Blick in die Zukunft?

Das Mannheimer Meinungsforschungsinstitut CMR hat im Auftrag der RHEINPFALZ 1500 Wahlberechtigte zu den genannten Fragen interviewt. Stark verkürzt lässt sich auch für die Region zwischen Zweibrücken und Ludwigshafen, Nordpfälzer Bergland und Südlicher Weinstraße festhalten: Das Verhältnis zwischen Staat und Bürger, Politik und Bürger ist mindestens kompliziert. Und Anlass zu übergroßem Optimismus sehen die Pfälzer derzeit auch nicht.

„Politisches Spannungsfeld“

Noch hat eine knappe Mehrheit in der Pfalz sehr großes (elf Prozent) oder zumindest eher großes Vertrauen (41 Prozent) in die staatlichen Institutionen in Deutschland. Wie sehr man darauf vertraut, dass in Verwaltungen, Ministerien und anderen Behörden ordentlich gearbeitet wird, hat sehr damit zu tun, welche Partei man unterstützt. „Institutionelles Vertrauen ist ein zentrales politisches Spannungsfeld“, hält CMR-Geschäftsführer Werner Dieing mit Blick auf die Zahlen fest. Und wo die Konfliktlinien verlaufen, ist ziemlich eindeutig: Von den Befragten, die bei der CDU, SPD und Grünen ihr Kreuzchen machen wollen, haben zwischen 70 und 80 Prozent großes oder eher großes Vertrauen in den Staat. Bei der AfD ist es umgekehrt: 77 Prozent ihrer Unterstützer misstrauen den Institutionen. Ähnlich sieht es bei BSW, Linken und Freien Wählern aus.

An dieser Stelle finden Sie Statistiken von 23degrees.

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Auffällig ist nach Ansicht von Meinungsforscher Dieing folgendes Phänomen: „Das Vertrauen in staatliche Institutionen ist deutlich schwächer als das Vertrauen in die Demokratie als System.“ Zumindest für die Gesamtschau auf alle Befragten ist dieser Befund absolut korrekt: 61 Prozent von ihnen haben großes oder eher großes Vertrauen in die Demokratie hierzulande. Auch die Extreme „sehr großes Vertrauen“ und „sehr geringes Vertrauen“ sind hier weniger stark ausgeprägt als bei der Frage nach den staatlichen Institutionen.

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Die jungen Skeptiker

Der genaue Blick auf die Altersverteilung fördert allerdings Besorgniserregendes zutage: Während die Demokratie bei den 50- bis 69-Jährigen und der Generation 70 plus mit 71 beziehungsweise 80 Prozent großem oder eher großem Vertrauen noch hoch im Kurs steht, gilt das bei den 18 bis 29 Jahre alten Befragten exakt für die Hälfte und bei den 30- bis 49-Jährigen nur noch für 41 Prozent.

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Noch schärfer als zwischen den Generationen verlaufen die Brüche aber bei den Parteien. Staatstragend im Sinne großer Unterstützung für das demokratische System sind die Anhänger der CDU mit 84 Prozent, der SPD mit 82 Prozent und der Grünen mit sogar 89 Prozent Vertrauen. Die Unterstützer der AfD wiederum misstrauen zu 75 Prozent der Demokratie in der Bundesrepublik und Rheinland-Pfalz. Leute aus dem Lager der Linken erklären das zu 56 Prozent, beim BSW zu 70 Prozent. Auch in der Gruppe derjenigen, die am 22. März den Freien Wählern die Stimme geben möchten, sind die Skeptiker mit 52 Prozent knapp in der Mehrheit.

Die besorgte Minderheit

Oftmals ist der Blick in die Zukunft geprägt von der politischen Großwetterlage, von der wirtschaftlichen Situation und gewiss auch von persönlichen Lebensumständen. Dennoch sagt die Antwort auf die Frage, wie optimistisch jemand seine Perspektiven für die kommende Zeit einschätzt, einiges darüber, in welcher Stimmung die Leute ihre Entscheidung bei der bevorstehenden Landtagswahl treffen. Und die ist zumindest unter den Befragten mit 64 Prozent mehrheitlich positiv, „aber nicht ungetrübt“, wie CMR-Chef Dieing betont. Seine Interpretation der Zahlen: „Eine relevante Minderheit hat Zukunftssorgen.“ Und sei deshalb „politisch mobilisierbar“. Jeweils etwa die Hälfte der Anhänger von AfD, Linken, BSW, FDP und Freien Wählern bezeichnet sich als sehr pessimistisch oder eher pessimistisch. Der Anteil der „Schwarzseher“ ist bei Unterstützern der CDU (19 Prozent), SPD (21 Prozent) und Grünen (30 Prozent) da doch deutlich geringer.

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Die Umfrage

Das Mannheimer Meinungsforschungsinstitut Communication- & Marketing Research (CMR) hat im Auftrag der RHEINPFALZ-Redaktion Ende Februar/Anfang März für eine Umfrage zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz 1500 Wahlberechtigte ab 18 Jahren telefonisch und online befragt. Die telefonische Stichprobe wurde mittels Zufallsverfahren gezogen. Dabei wurden Unterschiede zwischen kreisfreien Städten und Landkreisen in der Pfalz berücksichtigt sowie die Tatsache, dass nicht alle Haushalte in öffentlichen Telefonverzeichnissen gelistet sind. Befragt wurde jeweils das wahlberechtigte Haushaltsmitglied, das zuletzt Geburtstag hatte. Ergänzend wurden Interviews über ein bestehendes Online-Panel geführt. Die Auswahl der Teilnehmenden erfolgte nach soziodemografischen Kriterien, um eine möglichst vergleichbare Struktur zur telefonischen Stichprobe zu gewährleisten.

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