Rheinland-Pfalz „Rheinland-Pfalz-Takt 2015“ geht auf die Zielgerade

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Nieder-Olm. Der Fahrplanwechsel Mitte Dezember bringt für den Rheinland-Pfalz-Takt nicht nur eine deutliche Verbesserung des Zugangebots, sondern auch eine Erneuerung des Fahrzeugparks in einem bisher beispiellosen Umfang. Gestern wurde in Nieder-Olm bei Mainz erstmals eines der neuen Fahrzeuge vom Typ Lint 54 vorgestellt.

Zwei neue Fahrzeugtypen sollen ab Mitte Dezember den Bahnverkehr in Rheinhessen und der Pfalz attraktiver machen. Auf den elektrisch betriebenen Regional-Express-Linien wird der „Flirt“ eingesetzt (Bericht auf der Titelseite). Im Dieselnetz Südwest, zu dem vor allem die Linien von Saarbrücken über Idar-Oberstein, Bad Kreuznach und Mainz nach Frankfurt sowie von Mainz über Alzey nach Kirchheimbolanden gehören, gibt es ab Fahrplanwechsel nicht nur neue Züge, sondern auch einen neuen Betreiber. Hier fahren künftig Triebwagen des Typs „Lint“ unter dem Namen „Vlexx“. Gestern wurde erstmals einer der neuen „Vlexx“-Züge in Nieder-Olm bei Mainz der Öffentlichkeit vorgestellt. Ministerpräsidenten Malu Dreyer (SPD) äußerte sich sehr angetan von dem neuen Fahrzeug und sagte, der Rheinland-Pfalz-Takt sei eine „absolute Erfolgsgeschichte“ und habe seit 1994 zu einer Renaissance des Regionalverkehrs geführt. Das Programm „Rheinland-Pfalz-Takt 2015“ verspreche eine doppelte Erfolgsgeschichte zu werden, weil es das erfolgreiche Konzept weiterentwickle, indem zum einen die Verbindungen zwischen den Oberzentren des Landes deutlich verbessert werden, die Fortschritte aber auch über eine intelligente Verknüpfung in den Knotenbahnhöfen den Regionalbahn-Linien zugute kommen und damit den Anforderungen eines Flächenlandes gerecht werden. Landesverkehrsminister Roger Lewentz (SPD) nannte das Programm „Rheinland-Pfalz-Takt 2015“ einen „Quantensprung aufgesetzt auf hohem Niveau“. Das aktuelle Zugkilometervolumen von 33,5 Millionen pro Jahr solle schrittweise auf rund 40 Millionen Zugkilometer pro Jahr erweitert werden. Ende dieses Jahres werden laut Lewentz rund vier Millionen Zugkilometer hinzukommen, in den folgenden Jahren jeweils rund eine Million Zugkilometer pro Jahr. Unter den Reaktivierungsvorhaben nannte Lewentz besonders prominent „unser großes Ziel Homburg–Zweibrücken“. Die Verlängerung der S-Bahn Rhein-Neckar bis nach Zweibrücken sei ein „landespolitisch sehr wichtiges Projekt“. Zum Fahrplanwechsel im kommenden Dezember wird die Strecke von Heimbach nach Baumholder in den Rheinland-Pfalz-Takt integriert, auf der vor 33 Jahren der Personenverkehr eingestellt worden war. Hier fahren künftig Vlexx-Züge im Stundentakt von Baumholder nach Idar-Oberstein. Kirchheimbolanden bekommt mit dem Vlexx künftig eine stündliche Direktverbindung nach Mainz, morgens fahren sogar zwei Züge bis nach Frankfurt. Auf der Alsenzbahn verkehrt künftig zusätzlich zum fortbestehenden Stundentakt mit Regionalbahn-Zügen ein Vlexx-Zugpaar von Kaiserslautern nach Mainz morgens im Berufsverkehr hin und nachmittags im Berufsverkehr zurück.

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