Ludwigshafen / Rheinland-Pfalz Reizgasvorfälle an der Karolina Burger: „Da hört der Spaß auf“

Notarzt und Polizei an der Karolina-Burger-Realschule Ludwigshafen: Nach den Reizgasvorfällen kamen sieben Personen ins Krankenh
Notarzt und Polizei an der Karolina-Burger-Realschule Ludwigshafen: Nach den Reizgasvorfällen kamen sieben Personen ins Krankenhaus. Die Polizei ist nun ständig vor Ort.

Gegen zwei Schüler der Realschule in Ludwigshafen wird ermittelt: einen 15-Jährigen und einen 14-Jährigen. Der Ältere ist polizeibekannt. Es gibt einen weiteren Verdächtigen.

Nachdem Schüler an der Karolina-Burger-Realschule plus in Ludwigshafen-Mundenheim in dieser Woche drei Mal Reizgas versprüht haben sollen, ermittelt die Polizei eigenen Angaben nach gegen zwei Jugendliche: einen 15-jährigen Deutschen und einen 14-jährigen Italiener. Der Ältere sei bereits wegen anderer Straftaten polizeibekannt.

Das Polizeipräsidium Rheinpfalz in Ludwigshafen kündigt nun ebenfalls „null Toleranz“ an und verspricht, „konsequent gegen Straftäter“ vorzugehen – das Motto hatten vergangene Woche bereits das Bildungs- und das Innenministerium in Mainz nach früheren Vorfällen an der Schule und Beschwerden aus dem Kollegium angekündigt. Die Polizei ermittelt gegen die beiden Jugendlichen wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung. Einen weiteren Vorfall, sagt der Pressesprecher des Präsidiums, Thorsten Mischler, habe man verhindern können. „Das sind Straftaten, keine Dumme-Jungen-Streiche. Da hört der Spaß auf.“ Sieben Personen waren im Krankenhaus behandelt worden.

Zwei jugendliche Tatverdächtige geschnappt

Der 15-Jährige sei am Mittwoch auf eine Dienststelle gebracht und dort vernommen worden. In der Schule „verhielt er sich gegenüber den Polizeikräften aggressiv und musste gefesselt werden“, sagt die Polizei. Der junge Deutsche sei zuvor unter anderem wegen Gewaltdelikten, Sachbeschädigung und Diebstahl in Erscheinung getreten – die Frage, ob diese Taten alle an der Schule verübt wurden, konnte Mischler nicht beantworten. Nach einer Gefährderansprache und einer erkennungsdienstlichen Behandlung sei er seinen Erziehungsberechtigten übergeben worden.

Einen Tag später sei dann der 14-jährige italienische Schüler vernommen worden. Auch für ihn gab es demnach eine polizeiliche Warnung, und nachdem er unter anderem Fingerabdrücke abgeben musste, wurde er zu Hause abgeliefert. Die Polizei prüft, ob ein 13-Jähriger auch an den drei Reizgas-Vorfällen beteiligt war. Bei ihm wurde am Donnerstag nach Hinweisen aus der Schule eine Dose Reizgas gefunden und diese beschlagnahmt. Geprüft werde, ob die Verantwortlichen für die Kosten der Polizeieinsätze aufkommen müssen. Nicht auszuschließen sei, so Mischler, dass die Berichterstattung über den ersten Fall das „Geltungsbedürfnis der Jugendlichen“ geweckt und sie so weiter motiviert habe.

Von nun ab täglich zwei Polizeibeamte an Schule

Seit Donnerstag ist die Polizei jeden Tag mit zwei Beamten auf dem Pausenhof und im Schulgebäude der „Karolina Burger“: von Unterrichtsbeginn bis gegen Mittag und in Dienstuniform. Dazu gehören auch die Dienstwaffe und der Schlagstock. Diese Beamten seien erfahren im Bereich der Jugendkriminalität.

Ob die beiden Schüler derzeit vom Unterricht suspendiert sind oder von der Schule verwiesen werden, ist nicht bekannt. Das Bildungsministerium wollte sich auf eine Anfrage dieser Zeitung nicht äußern: „Es handelt sich hierbei um Schulinterna, zu denen wir uns nicht äußern“, schrieb die Pressestelle des Ministeriums. Der Schulträger, die Stadt Ludwigshafen, antwortete auf eine Anfrage am Nachmittag bislang noch nicht.

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