Pfalz
Pfälzerwald-Verein: Besondere Ehre für einen Wanderer aus Winzeln
Armin Obenauer hat seine Sache gut gemacht: Der Vorsitzende der Ortsgruppe Neuhemsbach (Kreis Kaiserslautern) des Pfälzerwald-Vereins hat am Samstag derart charmant für Weck und Wurst geworben, dass am Ende der Mitgliederversammlung des Hauptvereins alle 210 Würstchen verkauft waren. Der 71-Jährige war mit seiner Ortsgruppe Gastgeber des Delegierten-Treffens, zu dem 225 Mitglieder aus 105 Ortsgruppen in die Alsenzhalle nach Alsenborn gekommen waren.
Alle Delegierten mussten dabei an einem Mann vorbei, der die „Eintrittskärtchen“ entgegennahm – und der das Ende der Veranstaltung einigermaßen „geschockt“ erlebte, im positiven Sinn: Denn Thomas Schimmel aus Pirmasens-Winzeln ist zum Ehrenmitglied des Pfälzerwald-Vereins (PWV) ernannt worden. Der 60-Jährige ist seit 1981 im Verein, hatte verschiedene Funktionen inne und ist seit 2006 Bezirksobmann Südwest. Sein „Herzensweg“, so erzählt er nach der Versammlung, ist der Premiumwanderweg Hexenklamm, der liegt quasi vor der Haustür. Aber auch die beiden anderen Premiumwanderwege „Felsenwald“ und „Teufelspfad“ empfiehlt Schimmel, der bei der Wasgau-Metzgerei in Pirmasens als Abteilungsleiter Versand arbeitet.
Ortsgruppe Hambach mit vielen Aktivitäten
Von Pirmasens wandern wir an die Haardt: Dort ist die Ortsgruppe Neustadt-Hambach beheimatet, die an diesem Tag ebenfalls ausgezeichnet wird. Denn sie hat innerhalb eines Jahres 177 neue Mitglieder gewonnen und ist mit 1570 Mitgliedern die größte der 170 Ortsgruppen. Vorsitzender Peter Saling erzählt nach der Versammlung, man müsse „drei, vier Jahre vorausdenken“, von selbst entwickle sich nichts. Der PWV Hambach, der die Hohe-Loog-Hütte bewirtet (250 Hüttendienstler), bietet ein Kulturprogramm („Weite Loog“), organisiert ein Waldfest und bietet Mitgliedern die Möglichkeit, im Basecamp hinter der Hütte zu übernachten.
Der Hauptverein führt in seiner Statistik 31.725 Mitglieder, eigentlich sind noch mehr Leute dabei: Denn 13 Ortsgruppen haben ihre Daten nicht für das neue digitale Mitgliederverzeichnis gemeldet, wie Hauptvorsitzender Martin Brandl bedauert. Den Wegewarten dankt er für die Markierung der Wanderwege. Die geplante Umsetzung des Wanderwege-Konzepts mit dem Bezirksverband der Pfalz und dem Biosphärenreservat, das eine Straffung des Wegenetzes beinhaltet, bezeichnet er als „großen Erfolg“, ebenso wie vor ihm der stellvertretende Bezirkstagsvorsitzende Klaus Weichel. Der hatte als ehemaliger Oberbürgermeister von Kaiserslautern auch einen Vorschlag, wo die 125-Jahr-Feier des PWV im Jahr 2027 stattfinden könnte, nachdem die Landesgartenschau in Neustadt um ein Jahr verschoben wurde und deshalb als Feier-Ort ausscheidet: auf dem Gartenschau-Gelände in Kaiserslautern. Weitere Ideen werden gesucht.
Neuer Geschäftsführer stellt sich vor
Der neue Geschäftsführer Valentin Heyl erzählt in Alsenborn, dass ihm erst richtig bewusst geworden sei, was der Pfälzerwald-Verein für so viele Pfälzer bedeutet, als ihm sein Deidesheimer Nachbar ein Zimmer in seinem Haus gezeigt habe, das mit Erinnerungsstücken aus vielen Jahrzehnten Pfälzerwald-Verein gestaltet ist.
Auch Hauptwegewart Gerhard Bohl (Linden, Kreis Kaiserslautern), Manfred Schelletter (Bezirksobmann Haardt-Nord aus Laumersheim, Kreis Bad Dürkheim) und Rudi Krämer (Bezirkswegewart Wasgau-Nord aus Burrweiler, Kreis Südliche Weinstraße) bekommen an diesem Tag eine Erinnerung: Ihnen wird die Silberne Ehrennadel verliehen.
Sophie Neckel (PWV Erlenbach, Stadtteil von Kaiserslautern) wirbt bei den Delegierten für ein Andenken ganz anderer Art: Sie sollen doch Werbung machen für die Fahrten und Aktionen der Deutschen Wanderjugend im Pfälzerwald-Verein, sagt die Hauptjugendwartin. Wäre schade, wenn wieder welche abgesagt werden müssten, weil zu wenige Kinder und Jugendliche teilnehmen.
Haushalt wird einstimmig verabschiedet
Einstimmig verabschiedet haben die Delegierten den Haushaltsplan für 2026. Geplant sind Ausgaben in Höhe von 468.600 Euro, der größte Posten sind die Personalkosten für die Geschäftsstelle. Auf der Einnahmen-Seite stehen 471.250 Euro, davon kommen 350.000 Euro aus den Mitgliedsbeiträgen. Apropos: Nicht nur die Gruppe aus Hambach wird wegen des Mitglieder-Zuwachses ausgezeichnet: auch die Ortsgruppen Bad Dürkheim, Seebach (Kreis Bad Dürkheim), Landstuhl (Kreis Kaiserslautern), Birkenhördt (Südliche Weinstraße), Leimen (Südwestpfalz) und Rülzheim (Kreis Germersheim) haben viele neue Mitglieder gewonnen.
Armin Obenauer, der Chef der 130 Mitglieder zählenden Gastgeber-Gruppe Neuhemsbach ist an diesem Tag zwar nicht unter den Geehrten, aber dass er nicht nur Werbung für Wegzehrung machen kann, hat er dennoch bewiesen: Die Ortsgruppe war vor einigen Jahren kurz vor der Auflösung, erzählt er. Das wollte er nicht zulassen: „Der Pfälzerwald-Verein ist für mich Kulturgut.“ Im vergangenen Jahr habe er deshalb 55 neue Mitglieder für seine Ortsgruppe gewonnen. Wie das? „Ich bin von Haus zu Haus gegangen.“
