Pfalz Nach dem Wetterchaos: Kritik an der Warnung der Behörden

Gerade feststeckende LKW sorgten in den vergangenen Tagen für viele Verzögerungen.
Gerade feststeckende LKW sorgten in den vergangenen Tagen für viele Verzögerungen.

Schnee und Glatteis hatten in den vergangenen Tagen die Menschen in der Pfalz im Griff. Die Lage entspannte sich bis zum Freitag. An der Warnung der Behörden gab es aber auch Kritik.

Nach dem starken Schneefall am Donnerstag gab es vor allem in der Westpfalz große Probleme auf den Straßen. Die A6 und A63 mussten zwischenzeitlich gesperrt werden, da querstehende Lkw die Fahrbahn versperrten. Am Mittag beruhigte sich die Lage und es hielt wieder eine gewisse Normalität Einzug. Nur vereinzelt kam es noch zu Problemen aufgrund des starken Schneefalls. In Teilen des Kreises Kusel war am Donnerstagabend beispielsweise der Strom ausgefallen. Im Donnersbergkreis blieben Straßen wegen Schneebruchgefahr auch am Freitag weiter gesperrt.

Raser trotz Schnee und Eis

Das Polizeipräsidium Rheinpfalz sprach auf RHEINPFALZ-Anfrage von einem ruhigen Abend und einer entspannten Nacht. Das Polizeipräsidium Westpfalz verzeichnete bis Freitagmittag noch sechs witterungsbedingte Verkehrsunfälle. Dabei seien vier Personen leicht verletzt worden. Außerdem berichtet das Polizeipräsidium Westpfalz von zahlreichen Geschwindigkeitsüberschreitungen auf der A6 in den vergangenen Tagen, trotz schlechter Straßenverhältnisse: 452 Fahrer seien zu schnell unterwegs gewesen, einer sogar 67 Kilometer pro Stunde über dem Tempolimit.

Schnee und Eis sorgten auch für mehr Arbeit in einigen Krankenhäusern. Generell sei in den vergangenen drei Tagen im Bereich der Unfallchirurgie ein leichter Anstieg bei der Anzahl der Patienten bemerkbar gewesen, erklärte das Westpfalz-Klinikum auf Anfrage. Anders in Ludwigshafen, das Klinikum dort hatte eigenen Angaben zufolge wegen der Wetterverhältnisse nicht mehr Patienten zu versorgen.

Kritik an der Warnung

An der großflächigen Warnung vor dem Extremwetter war dagegen vereinzelt Kritik aufgekommen. Am Dienstag hatten die Behörden unter anderem das Cell-Broadcast-System genutzt, um die Bevölkerung zu warnen. Nach der Flutkatastrophe im Ahrtal war es angeschafft worden. Bei einer Meldung gibt das Mobiltelefon einen lauten Warnton von sich und zeigt auf dem Bildschirm einen Text an. Dafür braucht es keine App wie „Nina“ oder „Katwarn“, bei denen sich Alarme auch stummschalten lassen, sondern die Meldung wird über die Funkzellen verbreitet und erreicht so alle in dieses Netz eingewählten Geräte. Bei der höchsten Warnstufe, der „extremen Gefahr“, hilft dann auch keine Stummschaltung mehr, das Mobiltelefon macht sich lautstark bemerkbar. Einigen war das zu viel des Guten. In den sozialen Medien war in den vergangenen Tagen über die Warnung diskutiert worden und manche Nutzer hatten diese als übertrieben wahrgenommen.

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