Südwest «Lydia» will helfen: Neue Stelle für Opfer häuslicher Gewalt

Junge Frau
Eine junge Frau hält ein Smartphone in der Hand.

Die Tante von Diana König wurde einst von deren Ehemann erschossen. Der Tod des geliebten Menschen wurde für die 49-Jährige zum Impuls für ehrenamtliches Engagement.

Ludwigshafen (dpa/lrs) - Für Opfer häuslicher Gewalt und ihre Angehörigen will in Rheinland-Pfalz künftig «Lydia» da sein. Die Selbsthilfegruppe mit dem einprägsamen Namen nahm vor Kurzem in Ludwigshafen ihre Arbeit auf. Hintergrund: Fast jeden dritten Tag wird in Deutschland statistisch gesehen eine Frau durch ihren Partner oder Ex-Partner getötet. Gewaltverbrechen, bei denen Frauen aufgrund ihres Geschlechts ihr Leben verlieren, werden als Femizide bezeichnet - im deutschen Recht ist dies kein eigener Straftatbestand.

«Ich bin selbst Hinterbliebene eines Femizidopfers und weiß, dass es schwer ist, eine passende Hilfestellung zu finden», sagt Diana König in der zweitgrößten Stadt des Bundeslandes. Ihre 66 Jahre alte Tante wurde einst von deren Ehemann erschossen. «Sie hieß Lydia - daher der Name der Gruppe», erklärt die 49-Jährige. Um ein Trauma zu verarbeiten, sei es notwendig, schnell einen Therapieplatz zu erhalten, meint König. «In der Regel dauert das aber. Manchmal erhält der Täter diese Hilfe schneller als das Opfer.»

Vernetzung wichtig

König engagiert sich ehrenamtlich. «Um über meine Selbsthilfegruppe zu informieren, habe ich Plakate in der Verwaltung aufgehängt und bin in sozialen Medien aktiv», erzählt sie. Wichtig sei auch die Vernetzung mit Institutionen, die sich mit häuslicher Gewalt auseinandersetzten. «Ich habe Kontakt zu anderen Frauen, die Selbsthilfegruppen leiten und selbst betroffen waren - etwa in Ostfriesland und in Aachen.» Angehörige müssten verstehen lernen, warum der geliebte Mensch es so lange in einer quälenden Beziehung ausgehalten habe, bevor er sich getraut habe, zu gehen.

Persönliche Treffen in Ludwigshafen finden alle zwei Wochen montags in Räumen des AWO-Quartierbüros statt. Nur gemeinsam könne man etwas bewegen, betont König. «Deshalb werde ich laut sein und meine Stimme für Betroffene von häuslicher Gewalt erheben, die es entweder noch nicht können - oder die nicht mehr sprechen können.»

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