Pfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Kooperation: Familienforschung leicht gemacht

Bruce M. King auf der FamilySearch-Website: Am 28. Februar gibt es auch Schulungen.
Bruce M. King auf der FamilySearch-Website: Am 28. Februar gibt es auch Schulungen.

Der erste „Internationale Tag der Familiengeschichte“ steht allen offen, die ihren Stammbaum erforschen wollen. Was Interessierte dabei erwartet.

Die familiären Wurzeln erforschen hat auch in Deutschland Konjunktur. Hilfestellung will dabei eine besondere Veranstaltung geben, an der sich auch drei Organisationen aus der Pfalz beteiligen.

Im Recherchieren von Daten hat Bruce M. King jede Menge Erfahrung. Bevor er 1995 das US-Militär verließ, war er unter anderem als Intelligence Officer beim Obersten Hauptquartier der Alliierten Streitkräfte in Europa (SHAPE) in Belgien stationiert. Nach dem Mauerfall musste er das Weiße Haus in Washington, D. C., täglich über aktuelle Entwicklungen im Bosnienkrieg informieren. In Bosnien selbst war er nie, will das jedoch in diesem Jahr nachholen. Als US-Tourist, der seit drei Jahren in der Westpfalz lebt – erst in Hütschenhausen, jetzt in Schrollbach, beides Gemeinden im Kreis Kaiserslautern.

Nah bei der Tochter

In die Westpfalz kam er der Familie wegen. Zusammen mit seiner Frau Kathy hat er fünf Kinder, eine Tochter ist mit einem Zahnarzt verheiratet, der für die US-Militärgemeinde Kaiserslautern arbeitet. Um nahe bei ihrer Familie und den drei Enkeln zu sein, brach das Ehepaar King 2023 seine Zelte in den USA ab, verkaufte sein Haus, lagerte vieles ein und machte sich auf die Reise über den großen Teich. „Ein Jahr wollten wir bleiben, jetzt sind es schon drei“, sagt der 73-Jährige und lacht. Das Ehepaar fühlt sich wohl in der Westpfalz, reist viel, hat zwischenzeitlich 29 Länder vor allem in Europa besucht und 2026 unter anderem Bosnien auf dem Schirm.

Der Pfälzer Historiker und Familienkundler Roland Paul (1951-2023).
Der Pfälzer Historiker und Familienkundler Roland Paul (1951-2023).

Familie ist für Bruce M. King wichtig – was auch mit seiner Zugehörigkeit zur Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage zu tun hat. „Menschen, die wissen, wo sie herkommen, wissen auch, wer sie sind“, sagt er und ergänzt: „Die Verbindung zur Familie macht uns stärker.“ 80 Millionen US-Amerikaner hätten deutsche Wurzeln – er selbst hat Vorfahren aus ganz Europa, vor allem aus Baden-Württemberg, der Vorderpfalz, der Schweiz und Großbritannien. Dass der Pfälzer Historiker und Familienkundler Roland Paul (1951-2023) starb, bevor er ihn kennenlernen konnte, bedauert er sehr. „Sein Name fällt immer, wenn man über Familienforschung spricht“, so King.

In vielen Sprachen

Paul war bis zu seinem Ruhestand Direktor des Instituts für Pfälzische Geschichte und Volkskunde in Kaiserslautern. Zusammen mit der Pfalzbibliothek ist das Institut eine Einrichtung des Bezirksverbands Pfalz und beide sind dabei, wenn am 28. Februar in Ramstein-Miesenbach der erste „Internationale Tag der Familiengeschichte“ veranstaltet wird. Dritter im Bunde ist der Verein für Pfälzisch-Rheinische Familienkunde mit Sitz in Ludwigshafen. Auf Deutsch, Englisch und vielen weiteren Sprachen soll es dann einen Tag lang darum gehen, wie man am besten seinen Stammbaum erforscht.

Neben Workshops, Vorträgen und Ausstellungen ist die Internetseite FamilySearch ein Schwerpunkt, die weltweit größte kostenlose Datenbank für Familienaufzeichnungen. Aufgebaut von der Glaubensgemeinschaft, ist sie der größte Anbieter im Bereich der Genealogie mit Nutzern aus weit über 200 Ländern. Unter anderem wurde eine Vielzahl an historischen Dokumenten systematisch erfasst. Jeder, der sich dort anmeldet, erweitert die Datensammlung, bei der der Zugriff aber nur bei Angaben zu bereits verstorbenen Familienmitgliedern frei zugänglich ist.

Auch Einzelschulungen

Auch Bruce M. King hat seine Angaben bei FamilySearch ausgebaut, bevor er nach Deutschland reiste. Mehr Bilder, mehr Urkunden, mehr Lebensstationen sind dort nun zu finden. Damit sei alles für seine Familie gesichert, sagt er, und auch für ihn selbst zum Beispiel für den Fall, dass der in den USA gelagerte Hausstand einem Brand zum Opfer fallen sollte. Jedem, der will, aber am 28. Februar nicht kann, bietet King auch eine persönliche Schulung zu FamilySearch an. Die Sache ist ihm wichtig – und er hofft, auch junge Leute zu erreichen. „Wer übernimmt diese Forschung, wenn wir Alten nicht mehr da sind?“, ist eine Frage, mit der er sich oft befasst.

Vor zwei Jahren eröffnet: das Gemeindezentrum in Ramstein, wo sich die Familienforscher treffen werden
Vor zwei Jahren eröffnet: das Gemeindezentrum in Ramstein, wo sich die Familienforscher treffen werden

Sorge, dass der „Internationale Tage der Familiengeschichte“ überlaufen sein könnte, immerhin ist keine Anmeldung notwendig und alles kostenlos, hat der US-Amerikaner nicht. „Besser zu viele Interessierte als zu wenig“, sagt er. Im Fall des Falles biete das moderne Kirchen- und Gemeindezentrum in Ramstein auch genug Platz, um Gruppen zu teilen.

Info

Internationaler Tag der Familiengeschichte, Samstag, 28. Februar, 10.30 bis 15 Uhr, Ludwig-Erhard-Straße in Ramstein-Miesenbach, weitere Informationen unter Telefon 0152 2699 0859 oder per E-Mail an bking191@gmail.com.

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