Rheinland-Pfalz Kommentar: Unter Druck

Für den künftigen Herrn des Nürburgrings hängt viel an der Formel 1. Ohne Vertrag von einer Einigung zu reden, ist ein Risiko.
Manchmal ist es schon goldig, was Journalisten „ganz im Vertrauen“ erzählt bekommen. Was sei schon die Unterschrift unter einen Vorvertrag gegen den festen Händedruck von Bernie Ecclestone, hieß es gestern aus dem Umfeld von Robertino Wild, dem Käufer des insolventen Nürburgrings. Ausgerechnet der ausgefuchste 83-jährige Brite und Chef über die Formel-1-Rechte soll jeden Vertrag unterzeichnen, der ihm nach einem Handschlag vorgelegt wird? Wer’s glaubt, wird selig! Der Teufel steckt immer im Vertragstext, davon konnten schon Kai Richter und Jörg Lindner ein Lied singen. Die früheren Pächter des Nürburgrings glaubten sich 2013 auch schon handelseinig mit dem Briten, gingen am Ende aber leer aus. Deshalb ist es ein immenses Risiko, das Wild mit dem allzu frühen Frohlocken eingeht: Ecclestone könnte den Preis für die Formel 1 in Höhen treiben, die Wild nicht zahlen kann. Dann sähe er ganz schön alt aus. Denn wenn er nach diesem Aufschlag die Formel 1 nicht in die Eifel bringt, dann ist er in der Region ganz unten durch und die legendäre Rennstrecke verliert an Wert. Riskant ist es vielleicht auch, die Kollegen vom Hockenheimring so vor den Kopf zu stoßen, wie Wild es getan hat.