Rheinland-Pfalz Heilig-Geist-Hospital in Bingen vor zweiter Insolvenz

Wie geht es weiter für kleine Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz?
Wie geht es weiter für kleine Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz?

Das Bingener Heilig-Geist-Hospital steckt erneut in finanzieller Schieflage. Das teilten die Stadt Bingen und der Kreis Mainz-Bingen in einer gemeinsamen Erklärung mit.

Bereits 2024 musste der damalige Träger – die Marienhaus-Gruppe – nach jahrelangem Defizit Insolvenz anmelden. Die Stadt Bingen und der Kreis Mainz-Bingen hatten im selben Jahr die Trägerschaft des Krankenhauses übernommen und einen Millionenbetrag in die finanzielle Sanierung gesteckt. 15,8 Millionen Euro, die Stadt und Landkreis als Gesellschafter gemeinsam für die Stabilisierung des Hauses bis 2028 beschlossen hatten, seien jedoch schon jetzt nahezu vollständig aufgebraucht, heißt es in der Erklärung weiter. Es sei absehbar, dass Stadt und Kreis zusätzlich benötigte Millionenbeträge nicht aufbringen können, ohne die eigene Haushaltsstabilität nachhaltig zu gefährden. Man habe deshalb ein geordnetes Insolvenzverfahren eingeleitet.

Die Kommunen sparen in ihrer Mitteilung nicht an Kritik. Was sich in Bingen abspiele, sei kein Einzelfall. Sie stünden selbst finanziell mit dem Rücken zur Wand. Gleichzeitig sei die finanzielle Verantwortung für die Krankenhausversorgung faktisch auf die Kommunen abgewälzt worden.

Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) sprach von einer „bitteren Nachricht für die Menschen vor Ort“. Er kündigte an, alle Beteiligten an einen Runden Tisch zu bringen, um die nächsten Schritte zu beraten und tragfähige Perspektiven für den Standort zu entwickeln.

Das Heilig-Geist-Hospital verfügt über 132 Planbetten, beschäftigt 300 Mitarbeiter und gilt damit als kleines Haus im Gegensatz etwa zu Maximalversorgern wie dem Klinikum Ludwigshafen (1010 Betten) oder dem Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern (1400 Betten). Vor allem kleine Krankenhäuser gerieten in den vergangenen Jahren immer häufiger in finanzielle Schieflage und mussten mehrfach den Betrieb einstellen. Aber auch große Institutionen wie das Westpfalz-Klinikum mussten durch eine Finanzspritze von über 80 Millionen Euro vor der Insolvenz bewahrt werden. Dort ist man durch einen Sanierungsplan inzwischen auf einem besseren Weg.

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