Ökologie RHEINPFALZ Plus Artikel Geburtshilfe für den Maifisch

Maifischlarven in einem Wasserglas.
Maifischlarven in einem Wasserglas.

Zehntausende kleiner Maifischlarven sind in Wiesbaden in den Rhein ausgesetzt worden, um den Wanderfisch bei seiner Wiederansiedlung zu unterstützen.

Ursprünglich war der Maifisch in Westeuropa sehr weit verbreitet – auch in der Pfalz. Darauf deutet auch die Bezeichnung Maifischgraben in Neustadt hin. Nach Angaben des Landesamtes für Umwelt (LUA) war der Verwandte des Herings früher in allen größeren in die Nordsee entwässernden Fließgewässern verbreitet, auch im Rhein und seinen Zuflüssen. Wahrscheinlich um die Wende zum 20. Jahrhundert seien Maifische weitgehend aus dem Flusssystem des Rheins verschwunden. Heute seien die natürlichen Vorkommen bis auf seltene Einzelexemplare erloschen. „In Deutschland ist der Maifisch vom Aussterben bedroht“, so das LUA.

Umweltministerin Christine Schneider (Mitte) war beim Aussetzen der Maifischlarven dabei.
Umweltministerin Christine Schneider (Mitte) war beim Aussetzen der Maifischlarven dabei.

Als Hauptursachen des Bestandsrückganges nennt es die übermäßige Befischung auf den Wanderwegen und im Rheindelta in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, aber auch die zeitweise schlechte Wasserqualität des Rheins und seiner Nebenflüsse, Wasserbaumaßnahmen wie Staudämme, Wellenschlag durch den Schiffsverkehr und Kiesabbau. Turbinen von Wasserkraftwerken stellen für die Fische eine tödliche Gefahr dar, konstatiert des LUA.

Wanderer zwischen Welten

In seinem Lebenszyklus wechselt der Maifisch – wie Aal und Lachs – zwischen Süß- und Salzwasser hin und her. Zur Laichzeit steigen die bis zu 70 Zentimeter langen und bis zu vier Kilogramm schweren Fische in den Flüssen auf – das passiert im März/April, vor allem aber im Mai. Daher der Name. Zur Laichablage benötigen die Fische flache, steinig-kiesige Bereiche mit stärkerer Strömung. Nach dem Ablaichen sterben die ausgewachsenen Tiere. Im Sommer und Herbst wandern die dann zehn bis 15 Zentimeter großen Jungfische zurück ins Meer, wie der Biologe Andreas Scharbert aus Siegburg erläuterte. Erst im Alter von drei bis acht Jahren kehren erwachsene Tiere zum Laichen in die Flüsse zurück.

Ein erstes europäisches Projekt zur Wiederansiedlung startete 2007. „Es funktioniert“, sagte Scharbert. Es seien bereits zahlreiche Rückkehrer festgestellt worden, die sich auch wieder natürlich im Rhein vermehrt hätten. Laut LUA gibt es wieder Maifische am Oberrhein.

Land unterstützt Projekt

An dem länderübergreifenden Projekt für die Wiederansiedlung des Maifischs sind unter anderem Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen beteiligt. Das Aussetzen der Larven, die in Frankreich gewonnen werden, war einer der ersten Termine für die neue Ministerin für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten, Christine Schneider (CDU).

Zur Sache

www.maifischprojekt.de und www.lfu.rlp.de, Stichwort Maifisch.

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