Rheinland-Pfalz Freispruch für Ex-Kreditmanager

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FRANKENTHAL (jüm). Das Landgericht Frankenthal hat einen früheren Kreditmanager des Frankenthaler Unternehmens Tarkett freigesprochen. Der Mann war beschuldigt worden, seinen früheren Arbeitgeber um 1,1 Millionen Euro betrogen zu haben.

Der Fall hat bereits drei pfälzische Gerichte in vier Prozessen beschäftigt, die der Anklage zugrundeliegenden Vorgänge reichen bis in die 90er Jahre zurück (DIE RHEINPFALZ berichtete am 10. Juli 2012). Im Kern geht es um Warenlieferungen des Frankenthaler Unternehmens an einen Kunden in der Türkei, die aber nur sporadisch oder verspätet bezahlt wurden. Schließlich buchte der damalige Tarkett-Kreditmanager die offenen Forderungen seines Arbeitgebers mit der Begründung aus, dass nach einem Erdbeben bei dem türkischen Kunden nichts mehr zu holen sei.

Im Jahre 2010 klagte die Frankenthaler Staatsanwaltschaft den Kreditmanager wegen Betruges an: Die Türken hatten bei Tarkett um weitere Lieferungen gebeten und beteuert, dass alle Rechnungen bezahlt worden seien. Nachforschungen ergaben, dass die Kaufinteressenten auch keineswegs pleite waren und über einen hohen Lagerbestand verfügten. Schließlich tauchten Kopien von Quittungen auf, mit denen der Kreditmanager den Empfang von 1,1 Millionen Euro angeblich bestätigt haben soll.

Nach einem Freispruch vor dem Amtsgericht verurteilte das Landgericht Frankenthal den inzwischen ausgeschiedenen Tarkett-Mitarbeiter wegen Untreue zu einem Jahr Haft. Diese Entscheidung hob das Oberlandesgericht auf und ordnete eine Neuverhandlung vor dem Landgericht an.

Doch wie schon zuvor erschien auch bei dieser Verhandlung der entscheidende türkische Zeuge nicht. Daraufhin entschieden die Frankenthaler Richter im Zweifel für den Angeklagten und sprachen ihn frei. Sein Landauer Verteidiger Bernd Lütz-Binder begrüßte diese Entscheidung:

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