Südwest Auswärtiges Amt unterstützt Aufarbeitung im Fall Dillinger

Aufarbeitung sexueller Missbrauch
Jürgen Brauer (r) von der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im Bistum Trier stellt den Abschlussbericht zur Causa Dillinger vor. Der Ende 2022 verstorbene Priester Edmund Dillinger aus dem Saarland soll 19 Opfer zwischen 1961 und 2018 sexuell missbraucht haben.

Ex-Top-Staatsanwälte hatten im Missbrauchsfall eines katholischen Priesters mangelnde Unterstützung des Auswärtigen Amtes bei der Aufklärung kritisiert. Nun hat das Amt reagiert.

Berlin/Trier (dpa/lrs) - Das Auswärtige Amt will nun doch der Aufarbeitungskommission im Bistum Trier bei Untersuchungen im Missbrauchsfall des Ende 2022 gestorbenen Priesters Edmund Dillinger helfen. «Das Auswärtige Amt unterstützt das Ziel der rechtlichen Aufarbeitung von Sexualdelikten deutscher Staatsbürger an Minderjährigen auch im Ausland, wo wir können, ausdrücklich», teilte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Mittwoch in Berlin mit. Zuvor hatte der Saarländische Rundfunk (SR) darüber berichtet.

Da kein Ermittlungs- oder Strafverfahren gegen den verstorbenen Priester aus Friedrichsthal im Saarland vorliege, könne kein Rechtshilfeersuchen gestellt werden, teilte der Sprecher des Auswärtigen Amtes weiter mit. «Wir prüfen, welche Möglichkeiten es gibt, die Anliegen der Untersuchungskommission anderweitig zu unterstützen.»

Im Auftrag der unabhängigen Aufarbeitungskommission suchen zwei Sonderermittler auch nach möglichen Opfern des katholischen Geistlichen in afrikanischen Ländern. Dillinger war von 1972 bis 2005 Vorsitzender der von ihm gegründeten CV-Afrika-Hilfe - und nach einer Studie oft in Afrika.

Bei der Vorstellung ihres Berichts vor gut einer Woche hatten der ehemalige Koblenzer Generalstaatsanwalt Jürgen Brauer und der frühere Vizechef der Staatsanwaltschaft Trier, Ingo Hromada, auch Kritik am Auswärtigen Amt geäußert. Bitten und Auskunft um Unterstützung in dem Fall seien dort «völlig ignoriert» worden, sagten sie.

Die Autoren kamen nach einjähriger Untersuchung zu dem Ergebnis, dass Dillinger in Deutschland 19 Opfer zwischen 1961 und 2018 sexuell missbraucht hat. Elf Betroffene seien namentlich bekannt. Zudem seien «sehr viele, nach ihrer Anzahl aber nicht annähernd zu beziffernde Personen von sexuell motiviertem Verhalten» Dillingers betroffen gewesen. Meist handelte es sich um männliche Jugendliche.

Mit Blick auf mögliche weitere Opfer in afrikanischen Ländern ist die Tätigkeit der Sonderermittler laut Kommission gerade um ein Jahr verlängert worden.

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