Landtagswahl 2026 RHEINPFALZ Plus Artikel 14 von 18 Pfälzer Wahlkreisen gewinnt die CDU

In Ludwigshafen hat die SPD ihre Hochburg verloren.
In Ludwigshafen hat die SPD ihre Hochburg verloren.

Nach der Landtagswahl ist die CDU deutlich in der Überzahl: Sie stellt 14 von 18 direktgewählten Abgeordneten. Auch die Pfälzer AfD wird im Parlament stark vertreten sein.

Um 20.19 Uhr stand mit Raymond Höptner der erste Pfälzer Wahlkreissieger fest: Großen Jubel und Blumen gab es da für den CDU-Direktkandidaten im Wahlkreis Ludwigshafen I im Wilhelm-Hack-Museum. „Ich bin baff“, sagte der Politikwissenschaftler im Interview mit dieser Zeitung, der erstmals angetreten war. Der 36-jährige Höptner war bei den Kommunalwahlen jüngster Ortsvorsteher in Ludwigshafen geworden – und zieht jetzt in den Landtag ein. Er setzte sich gegen die Juso-Landesvorsitzende Beatrice Wiesner durch.

Raymond Höptner (CDU)
Raymond Höptner (CDU)

Besorgt zeigte er sich über das Abschneiden der AfD. Die hatte in seinem Wahlkreis 22,1 Prozent der Landesstimmen auf sich vereinen können. Vier Prozentpunkte mehr – nämlich 26,1 Prozent – hat die Partei im Wahlkreis Kaiserslautern I geholt, sie lag damit bei den Zweitstimmen sogar vor der SPD (25,5 Prozent). Schon bei der Bundestagswahl vor einem Jahr hatte die AfD im Wahlkreis Kaiserslautern die meisten Zweitstimmen geholt – Bundestagswahlkreise sind jedoch größer als Landtagswahlkreise und damit nicht 1:1 vergleichbar: Neben der Stadt Kaiserslautern, gehören auch die Kreise Kusel und Donnersbergkreis sowie drei Verbandsgemeinden im Kreis Kaiserslautern dazu.

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Wo die AfD auch diesmal stark abschneidet

Auch in der Stadt Germersheim ist das Ergebnis der AfD fast schon traditionell stark: Dort hatte die Partei bei der Bundestagswahl mit 34,6 Prozent landesweit ihr bestes Zweitstimmen-Ergebnis unter allen Städten eingefahren, schon in den 1990er Jahren waren die Republikaner dort relativ stark. Bei der Landtagswahl wählten 26,3 Prozent der Wahlberechtigten im Wahlkreis Germersheim die Blauen – damit lag die Partei nur knapp hinter der SPD (27 Prozent) auf Platz zwei. Dass der hohe Ausländeranteil in Germersheim ein Grund für die hohen AfD-Ergebnisse sein könnte, hört man in der Stadt am Rhein öfter: „Man sieht keine Deutschen mehr in der Stadt.“ Rund 6600 Ausländer leben in der knapp 22.000 Einwohner zählenden Kreisstadt.

Marion Schneid (CDU)
Marion Schneid (CDU)

Auch Pirmasens ist eine AfD-Hochburg – und nicht erst seit Sonntag. 31,9 Prozent der Wahlberechtigten in der Schuhstadt haben schon bei der Bundestagswahl vor einem Jahr bei der AfD ihr Kreuz gemacht – in keiner kreisfreien Stadt in Rheinland-Pfalz waren es seinerzeit prozentual mehr bei den Zweitstimmen. Und auch bei der Landtagswahl im Jahr 2026 haben in der Stadt Pirmasens 33,4 Prozent der Wähler ihre Zweitstimme der AfD gegeben. In einigen kleineren Ortschaften wie Mertesheim (Kreis Bad Dürkheim) oder Obernheim-Kirchenarnbach (Kreis Zweibrücken) hat die AfD fast doppelt so gut abgeschnitten im Landesdurchschnitt: In Mertesheim bekam die Partei, die dort schon seit längerer Zeit stark ist, 38 Prozent. In Obernheim-Kirchenarnbach 39,1 Prozent (plus 21,4 Prozent im Vergleich zur letzten Landtagswahl) der Landesstimmen.

Wo die SPD ihre Hochburg verliert

Wenngleich die AfD kräftig zulegte – zu einem Direktmandat hat es in keinem Wahlkreis gereicht. Die SPD hat vielerorts verloren. In Ludwigshafen verloren die Sozialdemokraten ihre einstige Hochburg. Bei der Landtagswahl vor fünf Jahren hatten sie noch in beiden Ludwigshafener Wahlkreisen die Direktmandate haushoch vor der CDU gewonnen. Diesmal gab es im zweiten Ludwigshafener Wahlkreis 37 ein Herzschlagfinale: Zwischenzeitlich lag Gregory Scholz, der Generalsekretär der SPD Rheinland-Pfalz, mit 14 Stimmen vor der CDU-Kandidatin Marion Schneid. Am Ende siegte Schneid mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,1 Prozentpunkten: Sie gewann mit 28,8 Prozent.

Florian Maier (SPD)
Florian Maier (SPD)

Von den 18 Pfälzer Wahlkreisen konnte die SPD lediglich vier für sich verbuchen, fünf weniger als noch im März 2021. Vielfach lieferten sich Sozialdemokraten und Christdemokraten ein Kopf-an-Kopf-Rennen, wie etwa im Wahlkreis Landau, wo auf Florian Maier (SPD, 30,0 Prozent) mit einem Prozentpunkt Abstand Konkurrentin Claudia Braun (CDU) folgte.

Tobias Baumgärtner (CDU)
Tobias Baumgärtner (CDU)

Ähnlich eng, aber mit umgekehrtem Ausgang ging es im Wahlkreis Germersheim zu, wo Tobias Baumgärtner (CDU) mit 28,6 Prozent knapp vor Markus Kropfreiter (SPD) lag.

N. Herhammer (CDU)
N. Herhammer (CDU)

Oder im Wahlkreis Kaiserslautern II: Dort gewann Norbert Herhammer (CDU) mit 26 Prozent der Stimmen – und damit 0,2 Prozentpunkten Vorsprung vor Dennis Matheis (SPD).

Christian Baldauf (CDU)
Christian Baldauf (CDU)

Ganz knapp dahinter erzielte AfD-Kandidat Dirk Bisanz 25,1 Prozent der Stimmen. In den Landtag kommt er aber trotzdem. Denn weil die AfD 24 Sitze im neuen Landtag haben wird, aber landesweit keinen Wahlkreis direkt gewonnen hat, ziehen voraussichtlich die ersten 24 der Liste in das neue Parlament ein, darunter die Pfälzer Damian Lohr (Wahlkreis Donnersberg), Eugen Ziegler (Südliche Weinstraße), Catalina Monzon (Kusel), Benjamin Haupt (Speyer), Dirk Bisanz (Kaiserslautern), Albert Breininger (Germersheim) und Ferdinand Weber (Pirmasens).

FDP auch in Hochburg schwach

Die Grünen sind in der Pfalz traditionell in der Uni-Stadt Landau stark, so auch diesmal: Sie schafften es auf 11,4 Prozent der Landes- und 13,4 Prozent der Wahlkreisstimmen.

Die Freien Wähler (FW), die den Wiedereinzug in den Landtag verpasst haben, holten in der Pfalz ihre stärksten Ergebnisse mit 5,8 Prozent der Zweitstimmen im Wahlkreis Kaiserslautern II und in Kusel (5,5 Prozent) – in Hüfler im Landkreis Kusel ist Helge Schwab zu Hause, der Vorsitzende der FW-Gruppe im Landtag. Die FDP, die ebenfalls nicht mehr im Landtag vertreten ist, hat auch in der Pfalz schlecht abgeschnitten. Selbst in Dudenhofen (Rhein-Pfalz-Kreis), wo es mit dem ehemaligen Europa-Abgeordneten Jürgen Creutzmann noch einen bekannten Pfälzer FDP-Politiker gibt und die Partei mit ihren jährlichen Spargelessen immer wieder auch prominente FDP-Politiker in die Vorderpfalz-Gemeinde geholt hat, ist die Partei lediglich auf 2,4 Prozent der Zweitstimmen gekommen.

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Der Spitzenkandidat der CDU bei der Landtagswahl 2021, der Frankenthaler Christian Baldauf (CDU), hat zum fünften Mal hintereinander seinen Platz im rheinland-pfälzischen Landtag verteidigt und das Direktmandat im Wahlkreis Frankenthal geholt. 36,3 Prozent der abgegebenen Erststimmen entfielen auf den CDU-Politiker.

Baldauf mit großen Erwartungen

Klar ist jetzt schon, dass Baldauf im neuen Landtag zu besonderen Ehren kommen wird: Als dienstältestes Mitglied wird er die konstituierende Sitzung des Landesparlaments eröffnen, dem er seit 2001 angehört. Der amtierende Vizepräsident Matthias Lammert (CDU, Diez/Nassau) ist zwar genauso lange Abgeordneter wie sein Parteikollege, aber drei Monate jünger.

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Zu seiner eigenen Zukunft hält Baldauf sich weiter bedeckt. Er spekuliert auf einen Posten im Kabinett des designierten Ministerpräsidenten Gordon Schnieder. Am Wahlabend sagt er dazu nur so viel: „Ich werde an die Stelle rücken, die er mir vorschlagen wird, und er wird mir etwas vorschlagen.“

Bei den Ergebnissen der Kandidaten in den Wahlkreisen Wörth, Kusel und Bad Dürkheim handelt es sich um vorläufige Ergebnisse, da zum Redaktionsschluss um 23.30 Uhr die End-Zahlen noch nicht vorlagen.

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