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Donnerstag, 16. Mai 2019 Drucken

Reise

«Catch Me If You Can»

New York: JFK-Terminal als Luxushotel eröffnet

TWA-Terminal des JFK-Flughafens

Aus Terminal wird Luxushotel - berühmt wurde das Gebäude durch den Hollywood-Film «Catch Me If You Can». Foto: Christina Horsten/dpa/dpa-tmn

TWA-Terminal des JFK-Flughafens

Gäste willkommen: Das TWA-Terminal stand lange still und lebt nun in neuer Funktion weiter - als Luxushotel. Foto: Christina Horsten/dpa/dpa-tmn

TWA-Terminal des JFK-Flughafens

Retro-Design: Die Anzeigetafeln mit ihrem mechanischen Klackern verbinden viele Menschen mit den Flughäfen von früher. Foto: Christina Horsten/dpa/dpa-tmn

TWA-Terminal des JFK-Flughafens

Blick in das TWA-Terminal am New Yorker JFK-Flughafen - künftig ist es die Lobby eines neuen Luxushotels. Foto: Christina Horsten/dpa-tmn

TWA-Terminal des JFK-Flughafens

Das neue Luxushotel im TWA-Terminal des JFK-Flughafens erinnert an die Fliegerei vergangener Zeiten. Foto: Christina Horsten/dpa-tmn

TWA-Terminal des JFK-Flughafens

Design im Flughafen: Der finnische Architekt Eero Saarinen hat das TWA-Terminal einst entworfen. Foto: Christina Horsten/dpa/dpa-tmn

TWA-Terminal des JFK-Flughafens

Architektur-Juwel: das TWA-Terminal am JFK-Flughafen in New York. Foto: Christina Horsten/dpa/dpa-tmn

TWA-Terminal des JFK-Flughafens

Als wäre ein Ufo gelandet: Das TWA-Terminal des JFK-Flughafens sah schon damals futuristisch aus - und heute immer noch. Foto: Christina Horsten/dpa/dpa-tmn

Am TWA-Terminal am New Yorker JFK-Flughafen stiegen einst Passagiere in ihre Flugzeuge. Ein Hollywood-Film machte es berühmt. Lange stand das Architektur-Juwel leer - jetzt ist es ein Luxushotel.

New York (dpa/tmn) - Eine Cocktail-Bar in einem Original-Flugzeug von 1958, ein Pool mit Blick über Lande- und Startbahnen und eine Lounge, durch die das Klicken der Fluganzeigetafeln klingt: Das einstige TWA-Terminal am New Yorker Flughafen JFK hat als Luxushotel wiedereröffnet.

Zur Eröffnung tanzten und sangen sich als Piloten und Flugbegleiter im Stil der 60er Jahre verkleidete Statisten durch das Terminal, bevor Gäste ihre Zimmer beziehen konnten. Sie zahlen knapp 300 Dollar (etwa 270 Euro) pro Nacht.

Architektur-Juwel von 1962

Das vom finnischen Architekten Eero Saarinen entworfene Terminal mit zwei großen Betonflügeln gilt seit seiner Eröffnung 1962 als Architektur-Juwel. Bis heute schreiben Experten ganze Doktorarbeiten über die geschwungenen Kurven, die großen Glasfenster und die Teppiche und Sofas in Chili-rot.

«Die meisten Menschen sind blind», hatte Saarinen gesagt. «Wenn man mit Architektur zu subtil wird, kommen die Menschen rein, laufen herum und bemerken den Unterschied gar nicht.»

In seiner Funktion war das Terminal bereits bei seiner Eröffnung überholt. Noch während der Bauzeit waren große Jumbo Jets entwickelt worden, für die die Kapazitäten des Terminals nicht ausreichten. Also musste immer weiter angebaut werden. Saarinen bekam das alles nicht mehr mit, er starb 1961. Der Flughafen hieß damals noch Idlewild Aiport und war recht klein. Um das Terminal herum war freies Land.

Verkehrsreiche Umgebung

Nach der Pleite der Fluggesellschaft Trans World Airlines (TWA) wurde das Gebäude 2001 ganz geschlossen. Verstaubend und verfallend stand es fast 16 Jahre lang leer, während der Flughafen drumherum immer weiter wuchs. Wie ein abgestürztes Ufo liegt das Gebäude heute eingequetscht zwischen dem Terminal 5, dem Verbindungszug Airtrain und viel befahrenen Straßen.

Mehr als 56 Millionen Menschen kommen inzwischen jedes Jahr am JFK an oder fliegen von dort ab, es ist einer der fünf belebtesten Airports der USA. Als «Kronjuwel der Fliegerei» bezeichnete ihn jüngst New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo.

Das TWA-Terminal wurde 2002 schließlich durch einen Hollywood-Film weltberühmt: Tom Hanks jagte in Steven Spielbergs Erfolgsfilm «Catch Me If You Can» den smarten Leonardo DiCaprio durch die Gänge des Terminals. Wenig später wurde der Bau unter Denkmalschutz gestellt.

Die Hotelgruppe MCR hat das Terminal nun für rund 265 Millionen Dollar (etwa 240 Millionen Euro) umgebaut und weitestgehend in den Originalzustand versetzt.

Terminal wird zur Lobby

«Das TWA-Terminal ist der Star dieses Projekts», sagte Kaunteya Chitnis von MCR während der Bauarbeiten. Rund um das Gebäude sind zwei Hoteltürme mit insgesamt 512 Zimmern und einem Konferenzzentrum entstanden. Das Terminal selbst ist zur Lobby geworden, mit mehr als einem Dutzend Restaurants und Bars unter anderem im früheren Check-in-Bereich. Die Lärmisolierung der Zimmer hat eine deutsche Firma besorgt, eine italienische das Klicken der Anzeigetafeln.

«Von dem Moment an, in dem Gäste und Besucher im TWA Hotel ankommen, werden sie sich in der Atmosphäre der reichen Kultur von 1962 wiederfinden - mit Architektur, Sehenswürdigkeiten, Geräuschen und Ambiente», sagt MCR-Chef Tyler Morse. «Wir haben überall auf die kleinsten Details geachtet, um diesem wunderbaren Denkmal und dieser besonderen Zeit in der Geschichte Amerikas Ehre zu erweisen.»

Ein Flughafenhotel sei natürlich an sich nichts Neues, kommentierte das Wirtschaftsmagazin «Forbes» . In der Welt der Flughafenhotels finde man selten etwas Aufregendes. Das frühere TWA-Terminal aber sei nun «ein Flughafen-Hotel, das selbst zu einem lohnenden Ziel wird».

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