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Donnerstag, 16. Mai 2019 Drucken

Reise

Inselgruppe im Ladogasee

Eine Kreuzfahrt zum Kloster Walaam

Kathedrale von Walaam

Die Kathedrale von Walaam aus der Luft - für Präsident Putin ein Symbol der Wiedergeburt Russlands. Foto: Ilya Timin/Sputnik

Ladogasee

Beheimatet die Klosterinsel Walaam: Der Ladogasee ist fast so groß wie ganz Sachsen. Foto: Alexei Druzhinin/Sputnik

Anleger der Klosterinsel Walaam

Beliebtes Ausflugsziel: Russische Flusskreuzfahrtschiffe liegen am Anleger der Klosterinsel Walaam. Foto: Friedemann Kohler

Nikolai Paramonow

Nikolai Paramonow ist Kapitän des russischen Flusskreuzfahrtschiffs «Leonid Sobolew» - hier begrüßt er seine Passagiere an Bord. Foto: Friedemann Kohler

Eingangstor zum Hauptkloster

Auf der russischen Klosterinsel Walaam im Ladoga-See: Pilger gehen durch das Eingangstor zum Hauptkloster mit der Verklärungs-Kathedrale. Foto: Friedemann Kohler

Im Inneren der Kirche

Notenständer und Ikonen im Inneren der Kirche der Konjewski-Einsiedelei - sie gehört zum orthodoxen Mönchskloster auf Walaam. Foto: Friedemann Kohler

Patriarch Kirill

Patriarch Kirill besitzt eine Luxusjacht. Foto: Ilya Timin/Sputnik

Jacht «Pallada»

Jacht «Pallada» vor Walaam: Das Boot wird vom Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Patriatrch Kirill, genutzt. Foto: Friedemann Kohler

Verklärungs-Kathedrale

Prachtbauten: Die Kuppeln und der Turm der Verklärungs-Kathedrale, der Hauptkirche des orthodoxen Mönchsklosters auf Walaam, ragen in den Himmel. Foto: Friedemann Kohler

Klosterinsel Walaam

Anreise mit dem Schiff: Die Klosterinsel Walaam liegt im Ladogasee in der russischen Region Karelien. Foto: dpa-infografik

Schiff «Leonid Sobolew»

Warten auf Abfahrt: Die «Leonid Sobolew» und zwei weitere russische Flusskreuzfahrtschiffe im Hafen von St. Petersburg. Foto: Friedemann Kohler

Das weite Russland lässt sich gut vom Schiff aus erkunden. Von St. Petersburg im Norden geht es zu einer entlegenen Insel mit frommen Mönchen - und einem prominenten Gast.

Walaam (dpa/tmn) - Jede Kreuzfahrt beginnt mit der Begrüßung der Passagiere, und so hält es auch Kapitän Nikolai Paramonow in St. Petersburg. Sein Törn zur Klosterinsel Walaam dauert nur zwei Nächte - ein Wochenendausflug zu einem der religiösen und kulturellen Schätze im Norden Russlands.

Der Dampfer «Leonid Sobolew» schiebt sich in der Abendsonne den Fluss Newa hinauf. Gegen Mitternacht erreicht er Europas größten See: Der Ladogasee ist ein beeindruckendes Binnenmeer. Für Pilger und Touristen ist die abgeschiedene Inselgruppe im Ladogasee nur im Sommer mit dem Schiff erreichbar.

Felsinseln und Kiefernwald

Am nächsten Morgen zum Frühstück legt das Schiff schon in Walaam an. Wie aus dem Nichts sind die typisch nördlichen Felsinseln voller Kiefernwald aufgetaucht. Gleich drei Kreuzfahrtschiffe machen nebeneinander fest. Walaam gehört zu den Anlaufstellen auf den klassischen Flussfahrten zwischen Moskau und St. Petersburg.

In geführten Kleingruppen erkunden die Touristen zu Fuß die Insel. Das orthodoxe Mönchskloster Walaam hat seit dem 14. Jahrhundert eine wechselvolle Geschichte erlebt. Es wurde mehrfach zerstört und blühte wieder auf. Nach dem Zerfall des Zarenreiches 1917 gehörte es zu Finnland. Im finnisch-sowjetischen Winterkrieg 1940 flüchteten die letzten Mönche vor der Roten Armee. Sie gründeten nahe der finnischen Stadt Heinävesi das Kloster Uusi Valamo (Neu-Walaam).

1944 kamen die Inseln endgültig wieder zur Sowjetunion. Über Jahrzehnte nutzte die atheistische Staatsmacht die weitläufige Klosteranlage als Lagerhalle, Offizierskasino und Behindertenheim. Erst 1989 kehrten sechs Mönche nach Walaam zurück.

Honig und Käse im Kloster

Heute zählt das wiederaufgebaute Kloster etwa 200 russisch-orthodoxe Mönche. Es gibt leckeren Honig und Käse. Trotz der nördlichen Lage gedeiht Obst gut auf Walaam. Die große Wasserfläche des Ladoga sorgt für ein mildes, wenn auch unbeständiges Klima.

Nachmittags schippert ein Kutter die Touristen vom Kreuzfahrtanleger in die Klosterbucht mit der Hauptkirche. Präsident Putin hat Walaam mehrfach besucht, stets Mitte Juli zum Fest der Heiligen Sergej und German. Deren Gebeine liegen in der Klosterkirche. Der Kremlchef sieht die Wiedergeburt des Klosters als Symbol der neuen Größe Russlands. «Walaam ist verbunden mit der Wiederherstellung des russischen Staates», sagte er in einem Film.

Meditativer Kirchengesang

Zum Hauptgebäude des Klosters steigt man durch einen Apfelgarten einen kleinen Hügel hinauf. In Russland sind Barockkirchen nicht zartgelb bemalt wie in Westeuropa. Die Verklärungs-Kathedrale hat rostrote Wände und reckt ihre hellblauen Kuppeln in den Himmel.

Berühmt ist Walaam auch für seinen Kirchengesang. Meditativ und tief ergreifend klingen die orthodoxen Liturgien. Doch aus diesen Sphären bringt Kapitän Paramonow seine Passagiere schon bis zum nächsten Morgen zurück in die Millionenstadt St. Petersburg.

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