Multimedia Grenznahes Telefonieren kann teuer werden

Touristen mit Smartphone
Wählt sich das Smartphone in Grenzregionen in Nicht-EU-Netze ein, kann dies hohe Kosten verursachen.

Innerhalb des EU-Auslandes fallen keine Roaming-Gebühren an, wenn man mit seinem Handy ein anderes Netz nutzt. Doch je nachdem, wo man sich gerade befindet, kann es dennoch Kostenfallen geben.

Berlin/München (dpa/tmn) - Moderne Smartphones wählen sich in das beste verfügbare Netz ein. Das kann Telefonierende in Grenzregionen zu einem Nicht-EU-Land laut dem Vergleichsportal Verivox teuer zu stehen kommen.

Sendet dort das Nachbarnetz stärkere Signale, wählt sich das Gerät entsprechend darin ein. Telefoniert zum Beispiel jemand in einem EU-Land, aber in der Nähe der Schweizer Grenze, könne das pro Minute bis zu 1,49 Euro mehr kosten, so Verivox. 

Andere Beispiele: Griechenland grenzt an die Türkei, dort können im türkischen Netz bis zu 2,29 Euro pro Minute fällig werden - so liege etwa die griechische Ferieninsel Kos nahe der türkischen Grenze. Und Nordzypern werde teilweise der türkischen Tarifzone zugerechnet. Ebenso teuer wird es demnach in Bosnien-Herzegowina oder Montenegro, die an das EU-Land Kroatien grenzen. 

Das Surfen kann in diesen Grenzregionen dann im schlimmsten Fall mehr als zwölf Euro pro Megabyte kosten. Immerhin verhindern laut Verivox inzwischen Kostendeckel, die bei knapp 60 Euro greifen, Schockrechnungen in Höhe von Tausenden Euro.

Kein EU-Roaming auf der Kreuzfahrt

Roaming-Kosten entstehen auch für die Kleinstaaten Andorra und Monaco. Und zu beachten ist: An Flughäfen gelten die Tarifzonen des Reiselandes.

Gut zu wissen: Norwegen, Island und Liechtenstein gehören zwar nicht zur EU, werden aber von allen großen Providern tariflich der EU zugerechnet. Das gilt trotz Brexit bei den meisten Providern auch weiter für Großbritannien. 

Teuer wird versehentliches Roaming laut der Verivox-Analyse vor allem bei Prepaid- und Discounttarifen. Hier seien die Gebühren für die Auslandsnutzung im Vergleich hoch.

Der ADAC weist darauf hin, dass das EU-Roaming auch nicht auf Schiffen gilt. Wer daher auf einer Fähre oder einem Kreuzfahrtschiff unterwegs ist und sein Smartphone über das Bordfunknetz nutzt, wird selbst innerhalb der EU zur Kasse gebeten - das können laut ADAC bis zu zehn Euro pro Minute sein.

Manuelle Netzwahl einstellen

Was können Urlauber und Urlauberinnen tun, um solche oft unbemerkten Kosten zu vermeiden? Verivox rät: Wer in einer Grenzregion telefonieren möchte, sollte das Handy auf manuelle Netzauswahl umstellen. So kann sich das Gerät nicht automatisch beim stärksten, aber womöglich teuren Anbieter einwählen.

Wer nicht aus Versehen mit dem Internet verbunden werden will, etwa bei einem Zwischenstopp auf einem Flughafen, schaltet das Datenroaming aus. Der ADAC rät dazu, in dem Fall die Mobilen Daten zu deaktivieren oder den Flugmodus zu aktivieren. 

Spezielle Auslandsoptionen zu buchen, lohne meist nicht, so das Verivox. Der Grund: Diese böten in der Regel nur wenig Datenvolumen. Für längere Aufenthalte in einem Nicht-EU-Land kann stattdessen vorab eine lokale Prepaidkarte gekauft werden.

Gut ist, sich vor der Reise auf jeden Fall beim eigenen Anbieter nach möglichen Roaming-Kosten zu erkundigen. Vor Ort sollten möglichst immer kostenfreie WLAN-Angebote, zum Beispiel in der Unterkunft, genutzt werden. 

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