Mobilität Test: So sicher ist die EM-Deko fürs Auto

EM-Fanartikel-Test von ACE und GTÜ
Mancher Fußballfan möchte sein Auto für die EM dekorieren - ob diese Fanartikel auch sicher sind, haben ACE und GTÜ getestet.

Der Start der Fußball-EM rückt näher, die Fans bereiten sich auf die Party vor. Wer auch sein Auto schmücken will, sollte aber genau hinsehen - im Test waren nicht alle Artikel sicher und erlaubt.

Berlin/Stuttgart (dpa/tmn) – Wer nicht nur die Wohnung oder sich selbst für die Heim-EM schmücken will, sondern auch das Auto, beachtet besser ein paar Sachen. Nicht alle Artikel, die hier die Fußballleidenschaft ausdrücken sollen, sind auch sicher. Denn: Die Dekorationen halten nicht jedem Tempo stand, und einige sind sogar verboten.

Das ist das Resultat eines Gemeinschaftstests des Autoclubs Europa (ACE) und der Prüfgesellschaft GTÜ. Grundsätzlich gilt: Alles, was zusätzlich angebracht wird, darf die Fahrt oder andere Personen im Straßenverkehr nicht behindern oder gar gegebenenfalls verletzen, so die GTÜ.  Etliche beliebte Artikel mussten sich im Praxistest auf einer Teststrecke mit zum Teil mehr als Tempo 130 beweisen. Das kam dabei heraus:

  • «Socken» für den Seitenspiegel sind schon für wenige Euro zu haben, man zieht sie über die Außenspiegel. Im Test war ein Produkt, für das der Hersteller keine Höchstgeschwindigkeit nennt. Die Montage kann bei großen Spiegeln schwierig werden und bei kleineren können sie zu locker sitzen. Im Test fingen sie ab Tempo 130 an, sich zu lösen. Rechtlich sind diese Spiegelsocken meist heikel: Sitzen etwa Blinker oder Assistenzsysteme in den Rückspiegeln, die dann von den Socken verdeckt werden, sind die Socken verboten. Das gilt auch, wenn die Spiegelfläche beeinträchtigt wird.

Fazit: Von den Socken raten die Tester ab, denn es lässt sich auch nicht ausschließen, dass sie unterwegs verrutschen.

  • Fahnen für die Seitenscheiben: Die Fahnen und Windhosen sind im kleinen Format für wenige Euro zu haben. Eine Windhose im Test kostete 10 Euro. Bei der Montage klemmt man einen Fahnenstock aus Kunststoff in die Seitenscheibe. Ab 130 km/h bogen sich die Stäbe der Fähnchen im Test zwar fast waagerecht, hielten aber stand. Aber: Nach mehreren Runden löste sich der Stoff einer Fahne und schlussendlich haben alle Modelle «sichtlich gelitten – und sind teils verbogen.»

Fazit: Sitzen die Fähnchen fest, sind sie innerstädtisch ohne Bedenken nutzbar. Doch die Tester raten davon ab, sie auf der Autobahn zu nutzen. Dort könnte sich nicht nur der Stoff ablösen, sondern sie könnten auch abbrechen. Denn durch die dauernde Belastung und die Sonneneinstrahlung könne die Halterung porös werden und abknicken.

  • Flaggen für die Motorhaube: Das Testexemplar kostete 24 Euro und ist laut Hersteller bis zu Tempo 80 geeignet. Für die Montage wird die Flagge über die Motorhaube gezogen und durch das Schließen eingeklemmt. Beim Kauf unbedingt auf die richtige Größe achten. Die Motorhaube des ersten Testfahrzeugs war ungewöhnlich kurz, weshalb die Flagge flatterte und bei der Fahrt für Ablenkung sorgte. Beim zweiten Testauto passte sie perfekt und saß fest.

Fazit: In der richtigen Größe und mit einer sorgfältigen Montage hält die Fahne auf der Motorhaube auch bei höheren Geschwindigkeiten. Wichtig: Grundsätzlich die Herstellerangaben für die sichere Nutzung beachten.

  • Magnetfahnen: Ganzflächig magnetische Fahnen haben im Test gut abgeschnitten. Die an der Autotür angebrachte Magnetfahne löste sich selbst bei hohen Geschwindigkeiten keinen Millimeter.

Fazit: Voraussetzung für guten Halt: Magnetfahnen müssen vollflächig und eben aufliegen, dann sind sie nach Einschätzung des Testteams auf jeder Fahrt nutzbar. Achtung: Magnetfahnen halten nur auf magnetischen Flächen und nicht auf Kunststoff.

  • Fahnen für die Autotür: Die sind schon unter 20 Euro zu haben und werden über die hintere Tür gestülpt. Der Hersteller des getesteten Modells für rund 16 Euro weist sie für bis zu 200 km/h aus. Das bestätigte sich im Test.

Fazit: Die Gefahr des Abfallens ist gering und sie kann überall genutzt werden, so die Einschätzung. Allerdings: Die Nutzung an hinteren Türen ist zwar erlaubt, aber es ist besondere Vorsicht angebracht: So könnten gerade Fußgänger oder Radfahrer etwa beim Schulterblick leichter übersehen werden.

  • Flossen fürs Autodach: Die werden durch einen starken Magneten auf dem Autodach gehalten und erinnern optisch an die Flosse eines Hais. Das Testmodell kostete rund 20 Euro und soll bis 180 km/h verwendbar sein, wenngleich Tempo 130 empfohlen wird.

Fazit: Beim Test rührte sie sich nicht von der Stelle. Dennoch raten die Tester nicht dazu, sie auf der Autobahn zu nutzen. Wenn sie nicht gerade sitzt oder bei starkem Seitenwind könne sie abfallen und zum gefährlichen Geschoss werden. «Im Stadtbereich vielleicht denkbar, aber nicht bei höheren Geschwindigkeiten», so die Tester.

  • Deko für den Innenraum: Egal, ob etwa Wimpelkette für die Heckscheibe, Rollfahne für die Seitenscheibe oder Bezüge für die Kopfstützen – logisch, dass die Geschwindigkeit keine Rolle spielt, aber: Diese Deko darf die Rundumsicht nicht behindern. Das schließt die 180°-Sicht des Fahrers, den Blick in die Seitenspiegel und die Sicht nach hinten ein.

Fazit: Die vorderen Scheiben müssen frei bleiben. Die hinteren sowie die Heckscheibe dürfen geschmückt werden. Da die Sicht dennoch eingeschränkt wird, sei besondere Vorsicht beim Überholen und Rangieren geboten.

  • Wichtig: Vor jeder Fahrt den Sitz und Halt der Deko erneut überprüfen. Die empfohlene Höchstgeschwindigkeit sowie weitere Herstellerangaben müssen stets beachtet werden, damit die Fahrt im WM-Fieber für alle sicher bleibt.
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