Mobilität So gehen Oldtimer in den Winterschlaf

So gehen Oldtimer in den Winterschlaf
Schlaf gut: Viele Oldie-Besitzer motten ihren vierrädrigen Liebling über den Winter ein - vorher beachten sie besser aber ein paar Dinge.

Wer im nächsten Frühjahr wieder Freude an seinem Oldtimer oder Cabrio haben will, sollte beim Einmotten einiges beachten. Ein paar Tipps helfen, das Auto ohne Alpträume in den Winterschlaf zu schicken.

Berlin (dpa/tmn) - Herbst und Winter rücken näher. Zeit für viele Oldtimer-Freunde und Cabriofahrer, ihren vierrädrigen Liebling in den Winterschlaf schicken. Wie das geht, zeigen Tipps des Auto Club Europa (ACE) und des Fahrzeugaufbereitungsexperten Dieter Thiel:

1. Überwintern draußen: Keine Folie zum Abdecken des Auto nutzen, darunter können sich Schmutz und Feuchtigkeit sammeln, was zu Kratzern beziehungsweise Korrosionsschäden und Schimmelbildung führen kann. Stattdessen greifen Oldiebesitzer auf atmungsaktive, wasserabweisende, weiche Abdeckungen zurück. Man kann den Innenraum mit Tüchern vor UV-Licht schützen, um zu vermeiden, dass Kunststoffe, Stoffe und Leder ausbleichen, spröde und brüchig werden.

2. Überwintern drinnen: Auf Trockenheit und Durchlüftung der Räumlichkeit achten. Das können Hallen oder Scheune sein. In Großstädten bieten Unternehmen Unterstellplätze an. Um Schimmel zu vermeiden, öffnet man die Seitenscheiben idealerweise bis zu zwei Zentimetern. In einem Karton oder Box im Auto platziertes Katzenstreu kann der Luft Feuchtigkeit entziehen.

3. Lack: Vor dem Abstellen ist eine gründliche Außenreinigung mit anschließender Trocknung angesagt. Verschmutzungen könnten ansonsten bei langer Standzeit Lackschäden verursachen. Steinschlagschäden dringend beseitigen, um Rost zu vermeiden. Anschließend den Lack mit Wachs versiegeln.

4. Cabrio-Verdeck: Zur Reinigung eignen sich Seifenwasser oder spezielle Verdeck-Reinigungsmittel. Anschließend ein Imprägniermittel nutzen. Scharniere und Schlösser mit Öl oder Fett pflegen. Die Dichtungen und andere Gummiteile halten Vaseline, Talkum oder Glykol geschmeidig. Am besten bleibt das Stoffverdeck in einer entspannten Position einen Spalt geöffnet. Wer ein Verdeck über längere Zeit zurückgeklappt lässt, riskiert Falten und brüchige Stellen.

5. Innenreinigung: Besonders Lenkrad, Schalthebel und Gurte mit Seifenlauge säubern, um Schimmel zu vermeiden. Textilien, Teppichböden und Kofferraum saugt man ab und nutzt gegebenenfalls Teppichschaum. Gummifußmatten entfernt man. Leder kann mit spezieller Lederpflege wie Sattlerseife, oder mit stark verdünnter Essigessenz (Vorsicht: intensiver Geruch) gereinigt werden. Danach ist das Leder etwa mit Lederfett geschmeidig zu halten. Wichtig: Alles, was man nass gemacht hat, muss auch wieder getrocknet werden.

6. Batterie: Die Batterie wird abgeklemmt, um einen Fahrzeugbrand und ein schnelles Entladen zu vermeiden. Da sich auch eine abgeklemmte Batterie mit der Zeit entlädt, kann ein Ladungserhaltungsgerät zum Einsatz kommen. Diese entlädt und lädt die Batterie regelmäßig und verlängert so deren Lebensdauer. Wer keines hat, sollte die Batterie alle zwei bis drei Monate mit einem Ladegerät nachladen

7. Schutz vor Frost: Frostschutz der Kühlflüssigkeit prüfen, gegebenenfalls Frostschutzmittel nachfüllen. Die Scheibenwaschanlage lässt sich durch einen Winterzusatz schützen. Nach dem Einfüllen die Anlage aber betätigen, damit auch Wischwasserpumpen und -schläuche vor Frost geschützt sind

8. Tanken: Kraftstoff- und Öl-Metalltank volltanken, um Rost zu vermeiden. Kunststofftank volltanken, damit Bakterien wenig Sauerstoff vorfinden - bei Standzeit über vier Monate möglichst Kraftstoffstabilisator verwenden. Öl, das nicht mehr bernsteinfarben ist, wechseln. Wer sich sicher ist, es nicht zu vergessen, kann auch im Frühjahr wechseln, um mit frischem Öl in die Saison zu starten.

9. Räder und Reifen: Radkästen und den Unterboden sowie Räder reinigen und trocknen lassen. Vorsicht beim Einsatz eines Hochdruckreinigers, mindestens einen halben Meter Abstand halten. Luftdruck der Reifen vor längeren Standzeiten auf den maximal zulässigen Druck erhöhen, um Standplatten zu vermeiden. Unbedingt Notiz im Cockpit anbringen, damit nicht vergessen wird, den Druck vor der ersten Ausfahrt im Frühjahr wieder auf den vom Hersteller vorgegebenen Wert abzulassen.

Wenn möglich, das Auto aufbocken, um Räder und Fahrwerksteile zu entlasten. Andernfalls das Fahrzeug während der Winterpause ein paar Mal vor- und zurückschieben, um Reifen und Radlager zu schonen. Mit Kreide die jeweilige Position markieren, um jedes Mal eine andere Stelle des Reifens zu entlasten

10. Handbremse: Falls es gefahrlos möglich ist, die Handbremse nicht anziehen, um ein Festgehen der Bremse zu vermeiden.

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