Spielewelten
„Wildwuchs“: Blumen geschickt säen und wachsen lassen
Der Aufbau ist schnell erledigt. Blumen mischen, fünf auf dem Spielplan bereitlegen neben Bienen, Ameisen und Regenbögen. Jeder Spieler bekommt eine noch kahle Wildblumenwiese, eine Blume mit einem Samen und einen privaten Samenvorrat. Fertig zum Sähen und Wachsen lassen.
Jeder Zug durchläuft drei Phasen. In der Wachstumsphase wählt ein Gärtner eine der fünf Blumen vom Spielplan. Es gibt Klatschmohn, Roten Fingerhut, Lampionblume, Ährige Teufelskralle und Flachblatt-Mannstreu. Kosmostypisch finden Interessierte Infos zu den Blumen am Ende der Anleitung – schön!
Zunächst liegt die gewählte Blume neben der eigenen Wiese, und ein Samen kommt auf das unterste Feld. Der Spielplan, auf dem die fünf Blumen liegen, ist in fünf Felder in den Farben der Blumen (Rot, Lila, Orange, Weiß, Blau) unterteilt. Egal, welche Farbe die genommene Blume hat, es wachsen jetzt bei allen Spielern alle Blumen der Farbe des Feldes. Hat ein Spieler also einen roten Klatschmohn vom weißen Feld des Flachblatt-Mannstreus genommen, dürfen sofort alle Spieler ihre Samen bei all ihren weiß blühenden Pflanzen ein Feld nach oben schieben.
Sobald ein Samen das letzte Feld einer Blume verlässt, ist sie ausgewachsen, und der Spieler steckt sie aufrecht in seine Wildblumenwiese. Schon ist der Samen bereit für die nächste Blume.
Kettenzüge erlaubt
All das ist schon hübsch, wäre aber zu einfach. Darum gibt es Felder auf den Blumen, die mit Glück und gärtnerischem Rückenwind Kettenzüge erlauben. Auslöser sind Doppelfelder, also zwei Felder die mit einem Pfeil verbunden sind. Pro Blume gibt es zwei Doppelfelder.
Wer am Ende seines Zugs auf dem unteren Feld steht, darf in der auf das Wachstum folgenden Pfeilphase seinen Samen auf das obere der beiden Felder ziehen und den Effekt dieses Symbols nutzen.
Eine Art Effektfeld lässt wiederum die eigenen Blumen einer Farbe wachsen. Alle anderen Felder sind mit Tiereffekten verbunden. Eine Biene landet auf dem Feld einer Blume. Wer weitere Bienen hat, darf sie nun umplatzieren – oder auch nicht. Am Ende darf auf jeder Blume jedenfalls nur eine Biene sitzen. Ähnlich funktionieren die Ameisen, nur dass alle Ameisen auf einer Blume herumkrabbeln. Für beide Tiere gilt: Samen überspringen Felder mit Ameisen oder Bienen, kommen also schneller vorwärts.
Mit Insekten punkten
Schmetterling und Raupe lassen die höchsten oder niedrigsten Blumen des Spielers einen Schritt wachsen. Ein Marienkäfer pflanzt sofort die oberste Blume vom Nachziehstapel.
Zu guter Letzt hätten wir noch den Grashüpfer. Rückt ein Samen auf ein solches Feld, darf der Spieler bei allen anderen Blumen auf deren Grashüpfer-Feld ziehen.
Ein Zug endet mit der Aufräumphase, in der der Spieler wieder auf fünf Blumen auf dem Spielplan auffüllt. Das Spiel endet, wenn der Blumen-Nachziehstapel leer ist. Die Runde wird aber noch zu Ende gespielt. Wer dann die meisten Blumen auf seiner Wiese hat, gewinnt.
„Wildwuchs“ ist ein wunderbar zugängliches, definitiv nicht zu einfaches Familienspiel, das zwar nicht groß ist, aber über die Blumenwiesen doch eine tolle Tischpräsenz hat. Das Material ist schön, die Kettenzüge lassen ein sehr zufriedenes Gefühl zurück. Das bleibt definitiv im Regal und hilft bestens, im Winter für die ersten Frühlingsanmutungen zu sorgen.
Spielführer
Autor: Kaspar Lapp
Genre: Sammelspiel
Spieler: 2 – 5
Alter: ab 10 Jahren
Dauer: 30 Minuten
Verlag: Kosmos
Preis: um 25 Euro