Spielewelten
„Ich steck’ im Lift“: Die richtige Etage tippen ist Trumpf
Wir kennen es alle: Man steht vorm Fahrstuhl und wartet und irgendwer kommt und drückt noch dreimal auf den Knopf, weil's dann bestimmt schneller geht. Falls es aber wirklich mal wieder länger dauert, bis sich die Schiebetüren öffnen, ließe sich eine unterhaltsame Runde „Ich steck' im Lift“ einschieben.
Jeder der bis zu acht Lieferunternehmer erhält fünf Karten in seiner Farbe und einen Stift. Drei Karten sind sogenannte Fahrkarten, die die Werte null, fünf oder zehn zeigen. Die beiden anderen sind Zielkarten.
Zwischen den Spielern liegen neun Etagenkarten in einer Reihe übereinander – sie gehen vom Erdgeschoss mit dem typischen E in Fünferschritten von fünf bis 40. Zum Schluss der Vorbereitung landet ein Baustellenhütchen auf dem obersten Stockwerk. Punktemarker bereitlegen, und die wilde Fahrstuhlfahrt geht los.
Jeder Lieferant schreibt verdeckt auf seine beiden Zielkarten zwei Stockwerke, von denen er glaubt, dass der Lift dort halten wird. Er kann auch zweimal dieselbe Zahl schreiben.
Baustelle: Keine Punkte
Danach wird der Lift bewegt. Alle am Tisch wählen dafür eine ihrer drei Fahrkarten aus und legen sie verdeckt vor sich ab. Sie werden gleichzeitig umgedreht und die Summen addiert. Ist die Summe beispielsweise 15 und war der Fahrstuhl vorher in Stockwerk 10, fährt er nach oben in Stockwerk 25. Erreicht er die 40, dreht er um und fährt wieder nach unten.
Hält der Lift in einer Etage, die jemand aufgeschrieben hat, erhält derjenige einen oder zwei Punkte. Das hängt davon ab, ob er die richtige Etage auf die Zielkarte mit einem oder zwei Sternen geschrieben hat. Im obersten und untersten Stockwerk gibt es sogar doppelte Punkte. Wo das Baustellenhütchen steht, gibt es keine Punkte – ist ja eine Baustelle. Der orangefarbene Pylon wandert in jeder Runde eine Etage nach unten.
Passt in keine Schublade
Etage tippen, Fahrkarte setzen, aufdecken, werten: Das wiederholt sich Runde für Runde, bis das Baustellenhütchen im Erdgeschoss angekommen ist, dann endet die Partie mit einer letzten Runde. Der Spieler mit den meisten Punktemarkern gewinnt.
Es ist gar nicht so einfach, das Spiel in eine Schublade zu stecken. Es ist ein bisschen Schätzen, was die Gegner tun könnten, und durch die Fahrkarten ein bisschen Gebote abgeben. Aber wirkliches Bieten ist es nicht, Push-your-Luck eigentlich auch nicht, selbst wenn es gerade in größeren Gruppen immer mehr Glück bedarf, um richtig zu raten.
Trotzdem ist „Ich steck' im Lift“ eine schnell erklärte und gespielte Schätzerei, bei der man auch Spaß dran haben kann, den anderen Unternehmern die Tour zu vermasseln. Die Karten sind in reduziertem und ungewöhnlichen Stil illustriert, am Material gibt’s nichts auszusetzen. Pluspunkte für die lustigen Namen der Lieferunternehmen wie „Paket-Oma“.
Spielführer
Autor: Watthanachai Treedecha und Thotsaphon Deeratsamee
Genre: Biet-Kartenspiel
Spieler: 3 – 8
Alter: ab 8 Jahren
Dauer: 10 – 15 Minuten
Verlag: Board Game Circus
Preis: um 18 Euro